Bundesliga

02.10.2016 - 11:04 Uhr


Kevin Kampl: "Gegenpressing macht uns stark"

Abräumer im Mittelfeld: Kevin Kampl zieht bei Leverkusen die Fäden

Leverkusen - Bayer 04 Leverkusen hat das sehr intensive und zweikampfbetonte Topspiel gegen Borussia Dortmund verdient mit 2:0 gewonnen. Die Werkself ließ den Vizemeister mit seinem frühen Gegenpressing kaum zur Entfaltung kommen und nutzte seine Chancen konsequenter. Im defensiven Mittelfeld verrichtete Kevin Kampl Schwerstarbeit und fand dennoch auch immer die Möglichkeit, offensive Akzente zu setzen. Im Interview spricht der 25-Jährige darüber, wie die Rheinländer nach dem "holprigen Start" wieder zurück in die Erfolgsspur fanden.

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Frage: Kevin Kampl, war dieser 2:0-Sieg gegen Borussia Dortmund nach dem durchwachsenen Saisonbeginn genau die Partie, die Bayer 04 jetzt in dieser Situation einmal gebraucht hat?

Kevin Kampl: Ja, aber wir haben auch schon in der zweiten Halbzeit gegen Mainz und auch in Monaco wieder das getan, was uns stark gemacht hat. Und gegen Dortmund haben wir noch einmal richtig eine Schippe draufgelegt. Wir haben alles das umgesetzt, was wir uns vorgenommen haben und auch gegen den Ball dem Gegner wenig Möglichkeiten gegeben. Wir haben die schnellen Dortmunder Außen weitgehend aus dem Spiel genommen und uns selbst gute Torchancen herausgespielt. Deswegen geht unser Sieg auch völlig in Ordnung.

Frage: Haben Sie nach diesem Spiel gegen einen Topgegner den Eindruck, dass der Knoten in Leverkusen jetzt geplatzt ist?

Kampl: Das kann man so nicht sagen. Wir haben wie gesagt auch schon gegen die Klassemannschaft Monaco ein super Spiel gemacht. Der späte Ausgleich dort war sehr bitter. Wir sind wieder auf einem guten Weg und in der Spur. Wir müssen jetzt so weitermachen und weiter Gas geben. Wir müssen weiter Punkte holen und uns immer mehr Sicherheit holen. Dann fällt es uns auch leichter, unser Spiel umzusetzen. Es ist jetzt ganz gut, dass wir nach den vielen englischen Wochen zu den Nationalmannschaften fahren, mal ein bisschen durchschnaufen können und etwas anderes sehen, um dann wiederzukommen und dort weiterzumachen, wo wir heute aufgehört haben.

Frage: Wie schwer ist der Mannschaft dieses Spiel gegen den Ball gefallen?

Kampl: Es war extrem schwierig. Dortmund hat neben den Bayern die größte individuelle Klasse in der Bundesliga. Sie sind auf jeder Position doppelt und dreifach super besetzt. Sie können auf Verletzungen immer reagieren. Wir haben als Mannschaft mit Herz und Leidenschaft gespielt und das auf den Platz gebracht, was uns stark macht: unser Gegenpressing. Immer, wenn mal jemand von uns ausgespielt wurde, war der nächste Mitspieler da. Wir haben es den Dortmundern extrem schwer gemacht, obwohl der BVB gefühlt 80 Prozent Ballbesitz hatte. Aber sie sind nicht durchgekommen, weil wir überragend verteidigt haben. Es war das anstrengendste Spiel in dieser Saison.

Frage: Wie groß war der Druck vor dem Spiel gegen Dortmund, nachdem es in den ersten Wochen noch nicht so rund bei Bayer 04 gelaufen ist?

Kampl: Wir haben gesehen, dass wir ein bisschen holprig in die Saison gestartet sind. Wir haben immer wieder in einzelnen Situationen aufblitzen lassen, was wir können. Wir waren aber nie über 90 Minuten richtig konstant. Jetzt haben wir aber in der letzten Woche und nun gegen Dortmund gezeigt, dass wir unser Spiel durchziehen können. Man hat gesehen, wozu wir imstande sind. Das müssen wir jetzt beibehalten und den Abschluss noch verbessern und Tore erzielen. Dann wird es.

Frage: Ist der einzige Kritikpunkt, dass man bei den vielen Ballgewinnen im Umschaltspiel zu wenig Chancen herausspielt?

Kampl: Das wissen wir selbst. Wir haben viele Ballgewinne und müssen versuchen, noch klarer und zielstrebiger in den Sechzehner und zum Abschluss zu kommen. Dann fallen mehr Tore. Ich bin mir sicher, das kommt noch. Das ist ein Lernprozess. Wir haben einige Spiele neu dazu bekommen. Wir sind nicht perfekt gestartet, kommen aber immer besser rein.

Frage: Hat man in Leverkusen Ursachenforschung betrieben, was am Anfang nicht so gelaufen ist? Denn die Mannschaft wurde ja kaum verändert und ist im Kern zusammengeblieben und eingespielt.

Kampl: Am Anfang einer Saison kann es immer mal passieren, dass noch nicht alles klappt. Wir haben das Gegenpressing nicht mehr richtig auf den Platz gebracht, dass alle miteinander verteidigen und jeder dem Anderen in jeder Situation hilft und dass wir nach Ballgewinn schnell nach vorne spielen und nicht zu lange den Ball halten. All das haben wir zuletzt wieder viel besser gemacht. Deshalb haben wir auch wieder mehr Tore erzielt.

Frage: Inwieweit ist ein Spiel gegen Dortmund für Sie noch etwas ganz Besonderes?

Kampl: Natürlich ist es das. Das war jetzt mein erster Sieg gegen Dortmund seit ich in Leverkusen bin. Und er fühlt sich extrem gut an. Man ist froh, gegen so eine große Mannschaft, die auch in diesem Jahr wieder ganz oben mitspielen wird, zu gewinnen. Wir haben dem Gegner auch alles abverlangt. Deswegen kann die Mannschaft heute stolz auf sich sein.

Aufgezeichnet von Tobias Gonscherowski

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