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Bundesliga

21.02.2016 - 11:23 Uhr


Premieren-Sieg! Nagelsmanns Mut wird belohnt

Trainer Julian Nagelsmann feiert im zweiten Bundesliga-Spiel seinen ersten Sieg

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Der 28-Jährige Nagelsmann übernam die TSG Hoffenheim von Huub Stevens

Sinsheim - Am Ende bangte auch Julian Nagelsmann um die erfolgreiche Wiederbelebung des Hoffenheimer Hurra-Stils. "In der Schlussphase habe ich gefühlte 7000 Mal auf meine Armbanduhr geguckt - die lief dadurch aber auch nicht schneller", sagte der neue 1899-Coach nach dem 3:2 gegen den 1. FSV Mainz 05. Als der Sieg dann perfekt war, ließ der jüngste Cheftrainer in der Geschichte der Bundesliga seinen Emotion freien Lauf.

Der 28-Jährige reckte beide Fäuste nach oben und schrie seine Freude in den Himmel - und das nicht ohne Grund. Schließlich lässt die erfolgreiche Heimpremiere von Nagelsmann, der nach dem Remis bei seinem Debüt bei Werder Bremen (1:1) im zweiten Anlauf den ersten Sieg holte, die TSG nach 22 Spieltagen wieder auf den Klassenerhalt hoffen. Als Vorletzter hat das Team nur noch zwei Punkte Rückstand auf den Relegationsplatz, auf dem der SV Werder liegt (zur Tabelle).

"Das war ein Anfang. Die Tabelle sieht ein bisschen schöner aus. Aber wir sind immer noch auf dem vorletzten Platz. Und da wollen wir schnell weg", äußerte der erneut souverän und sympathisch auftretende Nagelsmann, nachdem er die Hoffenheimer zum ersten Dreier nach fünf Partien ohne Sieg geführt hatte: "Wir müssen weiter solche Spiele auf den Platz bringen, um die nötigen Punkte zu sammeln."

"Das ist Hoffenheims Spielweise"

Auf den Platz brachten die Hoffenheimer dank Nagelsmann endlich wieder das, womit sie bei ihrem Aufstieg vor acht Jahren bekannt wurden: Offensiv-Spektakel wie zu besten Zeiten. "Jeder kann sich zu hundert Prozent mit dieser Spielweise identifizieren. Das ist die Spielweise, die zu Hoffenheim passt", sagte Nationalspieler Kevin Volland, der sein bestes Spiel seit Monaten zeigte: "Der Trainer hat einen extrem großen Anteil daran. Er hat uns Selbstvertrauen und Mut gegeben."

Das zeigte sich auf dem Platz. Das Team ließ sich trotz des frühen Rückstands durch das erste Bundesligator des Kolumbianers Jhon Cordoba (11.) nicht aus der Ruhe bringen. Jungstar Nadiem Amiri (13.) und Mark Uth mit einem Doppelpack (68. und 76.) drehten das Spiel gegen den FSV, der zuvor drei Partien in Folge gewonnen hatte. Daran änderte auch das zweite Mainzer Tor durch Jairo Samperio (78.) nichts mehr.

"Der Trainer hat uns super vorbereitet", sagte Uth: "Das war der erste Schritt von vielen, die in den kommenden Wochen noch folgen müssen." So sah es auch Amiri: "Jeder Spieler hat wieder Vertrauen und freie Köpfe bekommen. Er hat die Blockaden gelöst."

Nagelsmanns Mut tut gut

  • Hoffenheim feierte den dritten Saisonsieg - bei jedem Erfolg stand ein anderer Trainer an der Seitenlinie (Gisdol, Stevens, Nagelsmann).

  • Hoffenheim holte mit Julian Nagelsmann vier der sechs möglichen Punkte (mehr Punkte in den ersten beiden Bundesliga-Spielen mit der TSG holte nur Ralf Rangnick). Unter dem neuen Coach gewann 1899 nun schon so oft wie mit Huub Stevens in zehn Partien (je ein Mal).

  • Der neue Trainer brachte die Moral zurück: Hoffenheim gewann erstmals seit dem 26. März 2014 wieder nach einem Rückstand (damals 3:1 gegen Hannover) – in der Zwischenzeit gab es in 32 Spielen nach einem Rückstand sechs Remis und 26 Niederlagen.

  • Nagelsmann ist ein Trainer, der sehr viel Wert auf die Einhaltung und Umsetzung seiner Grundprinzipien setzt. Die taktische Grundordnung steht bei ihm erst an zweiter Stelle. Dementsprechend mutig ging er bislang mit dem Thema Grundordnung um: Beim Debüt in Bremen ließ der Coach seine Mannschaft mit einer bis dahin in dieser Saison nicht praktizierten Abwehr-Dreierkette agieren.

  • Doppelt mutig war Nagelsmann gegen Mainz: Obwohl sein Debüt in Bremen als Erfolg gewertet wurde, stellte er taktisch um: Hinten agierte er mit einer Viererkette, vorne mit drei Spitzen (das hatte es zuvor in dieser Saison nur vor Monaten einmal gegeben – noch unter Markus Gisdol). Welcher Trainer ist in so einer prekären Lage so experimentierfreudig?

  • Beide Maßnahmen gingen auf: In Bremen gab es mit der Dreierkette nur ein Gegentor, gegen Mainz gab es mit Dreiersturm erst zum dritten Mal in dieser Saison drei TSG-Tore.

Personelle Maßnahmen greifen

  • Auf der linken Seite ließ Nagelsmann zwei Mal den erst 18 Jahre alten Philipp Ochs spielen, der seine Sache gut machte.

  • Kevin Volland musste in Bremen rechts so defensiv wie nie zuvor spielen. Gegen Mainz wechselte der Nationalspieler auf die linke Seite in den Sturm, leitete dort die ersten beiden Treffer brillant ein.

  • Für den gesperrten Kramaric setzte Nagelsmann gegen Mainz auf Mark Uth. Der startete erstmals seit November. Der von vielen bereits als Fehleinkauf abgestempelte Offensivspieler dankte es mit seinem ersten Bundesliga-Doppelpack.

  • Pavel Kaderabek erhielt in Bremen überraschend eine Pause (90 Minuten Bank), durfte gegen Mainz wieder starten und dankte es mit der Vorlage zum dritten Tor. Es war seine erste in der Bundesliga!

  • Ein gestandener Bundesliga-Profi wie Jonathan Schmid musste zwei Mal mit der Jokerrolle vorlieb nehmen, Kultspieler Ermin Bicakcic spielte in Bremen durch und blieb gegen Mainz 90 Minuten auf der Bank.

  • Nagelsmann verrät seinem Team die Aufstellung in der Regel erst sehr kurzfristig, um die Spannung hoch zu halten. Und hat dann die eine oder andere Überraschung parat. Das Rezept geht bislang auf: Der Rückstand auf Relegationsplatz 16 beträgt nur noch zwei Punkte – die TSG ist wieder im Geschäft.

SID / Deltatre

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