Bundesliga

06.03.2016 - 15:25 Uhr


Julian Draxler: "Wir können Historisches schaffen"

Julian Draxler trifft mit einem sehenswerten Tor zum 1:0 gegen Mönchengladbach

Wolfsburg - Als Julian Draxler nach einer Viertelstunde zum 1:0 für den VfL Wolfsburg einnetzte, war klar, dass die Gäste aus Mönchengladbach keine drei Punkte aus der Autostadt mit an den Niederrhein nehmen würden. Sechs Mal hat der Ex-Schalker bisher in der Bundesliga getroffen, davon viermal in der Rückrunde. Kein Spiel ging verloren (vier Siege, zwei Remis).

Am Ende siegten die Wölfe 2:1 und feierten nach dem 4:0 in Hannover erstmals in der Saison zwei Siege in Folge. "Das Spiel macht Mut für die kommenden Aufgaben. Wir sind tabellarisch gesehen wieder eng an die europäischen Plätze herangerückt", freute sich der 22-Jährige nach der Partie, als er sich mit einem dicken Verband ums rechte Knie den Medienvertretern stellte (zur Tabelle).

"Ich denke, dass ich das bis Dienstag wieder hinkriege.", sieht Draxler keine Gefahr für einen Einsatz im Achtelfinal-Rückspiel am Dienstag gegen Belgiens Meister KAA Gent.

Frage: Herr Draxler, nach Ihrem Treffer zum 1:0 war klar, dass Wolfsburg heute nicht verliert, denn bisher hat Wolfsburg in allen Spielen, in denen Sie getroffen haben, gepunktet (Topdaten zum Spiel). Sind Sie so etwas wie ein Glücksbringer für den VfL?

Julian Draxler: Das habe ich gar nicht gewusst. Aber es stimmt, ich kann mich in der Tat an kein Spiel erinnern in dem ich getroffen habe und das wir dann noch verloren haben. Das ist ein schönes Gefühl. Aber das ist natürlich auch ein Verdienst der gesamten Mannschaft. Ich freu' mich, dass es im Moment so gut läuft und wir heute drei Punkte hierbehalten haben.

"Wir haben Gladbach ziemlich überrascht"

Frage: Wie schwer war die Partie gegen Gladbach? Gerade in der zweiten Halbzeit war es ein Kampfspiel, in dem jeder an seine Grenzen gehen musste...

Draxler: Das sehe ich ähnlich. Die erste Halbzeit war noch relativ ausgeglichen, dann kam Gladbach immer besser ins Rollen. Ich finde, die haben eine sehr, sehr gute Spielanlage und spielen schönen Fußball. Gladbach spielte gerade in der zweiten Halbzeit sehr variabel. Das hatte zur Folge, dass wir mehr dagegen arbeiten mussten als dass wir selbst unser Spiel aufziehen konnten. Aber das gehört dazu. Wir sind früh 2:0 in Führung gegangen und haben das mit Leidenschaft und Kampf über die Zeit gebracht.

Frage: Der VfL hat stark begonnen, führte nach 17 Minuten schon mit 2:0. Was war die Ursache für die starke Anfangsphase?

Draxler: Der Trainer hat uns sehr gut auf Gladbach eingestellt. Die haben gegen Stuttgart zum ersten Mal die Dreierkette ausprobiert. Darauf waren wir gut vorbereitet. Ich glaube, damit haben wir die Gladbacher ziemlich überrascht.

Frage: Gladbach hat dann  ja auch umgestellt...

Draxler: Richtig. Das ist, was ich meinte, als ich sagte: Gladbach spielte sehr variabel. Sie hatten nach der Umstellung mehr Zugriff aufs Spiel.

"Wir sind wieder eng an die europäischen Plätze herangerückt"

Frage: Beschreiben Sie mal Ihren Treffer...

Draxler: Da war schon viel Glück dabei. Ich hab' schon im Spiel zu Maxi (Vorlagengeber Maximilian Arnold; die Red.) gesagt, dass er mich da gesehen hat, ist schon klasse. Bei mir war's ähnlich. Die erste Bewegung war gewollt, und der Ball sollte auch in die Ecke, aber ich treff' ihn gar nicht richtig, so dass der Ball mehr oder weniger reinhoppelt. Aber das ist letztlich auch egal. Es war ein ganz wichtiges Tor.

Frage: Wie wichtig ist der Sieg mit Blick auf die Tabellensituation?

Draxler: Das Spiel macht Mut für die kommenden Aufgaben. Wir sind tabellarisch gesehen wieder eng an die europäischen Plätze herangerückt. Wir haben jetzt noch neun Spiele vor uns, in denen wir einige Punkte sammeln müssen, wenn wir unser Ziel erreichen wollen. Der Einsatzwille hat mich heute sehr positiv gestimmt für die nächsten Wochen, fußballerisch können wir sicherlich noch eine Schippe drauflegen.

"Ein Highlight für den ganzen Verein"

Frage: Max Kruse humpelte eben in die Kabine, Ihr Knie sieht auch nicht unbedingt gut aus... Was liegt jetzt in der kurzen Zeit bis zum Champions-League-Rückspiel gegen KAA Gent an? Regenerieren?

Draxler: Nichts anderes. Wir müssen schauen, dass wir die Kräfte bündeln und sehen, dass wir die Blessuren möglichst gut verheilt bekommen, denn das ist Dienstag ein Highlight für den ganzen Verein. Wir können historisches schaffen und erstmals in der Vereinsgeschichte ins Viertelfinale der Königsklasse einziehen.

Frage: Ist Ihr Einsatz gefährdet?

Draxler: Nein, ich glaube nicht. Ich hab' muskulär was gespürt an der Seite und habe dann entschieden, dass es besser ist für die Mannschaft, mich auszuwechseln, wenn ich nicht mehr 100 Prozent geben kann.

Frage: Also Sie haben Signal für die Auswechslung gegeben?

Draxler: Ja. Es ging nicht mehr weiter für mich. Aber, wie gesagt, ich denke, dass ich das bis Dienstag wieder hinkriege.

Frage: Der VfL darf sogar mit einem Tor verlieren. Geht man so eine Partie anders an, eventuell mit mehr Blick auf die Defensive?

Draxler: Wir gehen das Spiel an wie jedes andere. Wir wollen gewinnen.

Aus Wolfsburg berichtet Jürgen Blöhs

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