EM 2016

19.06.2016 - 11:41 Uhr


Julian Baumgartlinger: "Das war magisch"

Julian Baumgartlinger vom 1. FSV Mainz 05 ist der Taktgeber im österreichischen Nationalteam

Paris - Nach dem Punktgewinn von Österreich gegen Portugal spricht der künftige Leverkusener Julian Baumgartlinger darüber, wie es ist gegen einen Weltstar zu spielen, welchen Rat man David Alaba manchmal geben muss und erklärt, warum die Unterstützung der Fans so wichtig war.

Frage: Julian Baumgartlinger, Österreich hatte ein echtes Heimspiel in Paris. Wie sehr hat Ihnen die Unterstützung der Fans geholfen?

Julian Baumgartlinger: Es war Wahnsinn, wie viele Fans in rot und weiß heute da waren und wie sie uns unterstützt haben. Das war schon ein bisschen magisch, da hat man das Funkeln in den Augen bekommen. Umso großartiger war es, dass wir dann auch diese kämpferisch gute Leistung gezeigt haben. Ich glaube, die Fans haben honoriert, dass wir alles gegeben haben, auch wenn wir nicht die riesigen Torchancen hatten. Und wir als Mannschaft honorieren auch ganz sicher, dass so viele von ihnen da waren. Das war heute einmalig.

Frage: Wie fällt Ihr Fazit zum Spiel aus?

Baumgartlinger: Ich bin sehr zufrieden. Den Punkt haben wir natürlich dringend gebraucht. Unser Spiel war defensiv ausgerichtet, aber wir haben auch gewusst, dass Portugal individuell eine hohe Qualität hat, da wollten wir nicht ins offene Messer laufen.

Frage: ...um dann womöglich auch das zweite Spiel des Turniers zu verlieren.

Baumgartlinger: Das ist Fußball, bei so einem Großereignis kann man auch mal mit einer Niederlage starten. Es hat nicht alles gepasst bei uns, aber dann besinnt man sich auf seine Stärken, und das haben wir dann heute auch  recht gut gemacht.

Frage: David Alaba wurde vorzeitig ausgewechselt. Wie haben Sie das gesehen?

Baumgartlinger: Es war ein schwieriges Spiel für ihn heute, aber ich finde, er hat das Beste daraus gemacht.

Frage: Setzt er sich selbst zu sehr unter Druck?

Baumgartlinger: Er kennt den Druck und weiß, wie das ist, aber vielleicht verlangt er manchmal selbst zu viel von sich, weil er so ein ehrgeiziger Spieler ist.  Da muss man ihm manchmal auch helfen und sagen: Junge, du musst nicht alles hier zerreißen. Aber so wie er sich heute in den Dienst der Mannschaft gestellt hat, zeigt, was er für ein vorbildlicher Profi ist.

Frage:  In der zweiten Halbzeit haben Sie sich den Punkt hart erarbeitet. Warum lief es da besser als in der ersten?

Baumgartlinger: Das denke ich auch, wir sind beim Verteidigen im zweiten Durchgang auch immer besser in die Balleroberung gekommen. Dass man bei der individuellen Qualität der Portugiesen nicht immer jede Chance verteidigen kann, ist aber auch klar. Da müssen wir schon zugeben, dass wir in der ein oder anderen Situation auch ein bisschen Glück gehabt haben.

Frage: Was denkt man bei so einem Elfmeterpfiff kurz vor Schluss?

Baumgartlinger: Schade! Zumindest im ersten Moment. Im zweiten freut man sich dann, dass er nicht reingegangen ist. Aber das meinte ich vorhin: Ronaldo ist halt so gut, dass er an jeder gefährlichen Aktion beteiligt ist.

Frage: Wie ist es denn gegen ihn zu spielen?

Baumgartlinger: Ganz ehrlich: Auch nicht anders als sonst, es weiß ja jeder, was er kann, aber im Spiel denke ich jetzt nicht: Jetzt muss ich extra aufpassen.

Frage: Und jetzt ist die Gefühlslage prächtig, oder?

Baumgartlinger: Gut ist sie zumindest, aber sie war nach der Niederlage gegen Ungarn auch nicht miserabel. Wir haben ja vorher schon gewusst, dass dieses Turnier für viele von uns das erste Großereignis ist, da kann man nicht erwarten, dass wir über alles drüberfahren. Deswegen waren wir auch nicht am Boden zerstört, wie das von außen behauptet wurde. Und heute war die Leistung positiv, das Ergebnis war positiv. Alles in Ordnung.

Frage: Nun wartet am Dienstag ein echtes Endspiel auf Ihre Mannschaft. Wie bereitet man sich auf Island vor?

Baumgartlinger: Das wird sich zeigen. Das wird ein ganz anderes Spiel, aber wir freuen uns schon jetzt darauf.

Aus Paris berichtet Christoph Ruf

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