Bundesliga

24.05.2016 - 11:32 Uhr


Eintracht: Jubelnde Spieler, hüpfende Busse

Haris Seferovic schiebt den Ball zum entscheidenden 1:0 für Frankfurt über die Linie

Nürnberg - Eintracht Frankfurt spielt auch in der kommenden Saison in der Bundesliga. Den Treffer des Tages in Nürnberg erzielt mit Haris Seferovic ein Mann, an dem Trainer Niko Kovac trotz aller Kritik festhielt.

Der Mann des Tages stand fast schon etwas verloren in der Interviewzone des Nürnberger Stadions und schaute zu, wie sich eine Journalistentraube um den scheidenden Vorstandsvorsitzenden Heribert Bruchhagen scharte.

Dann war es an dem Schweizer Nationalstürmer zu erklären, warum der Frankfurter 1:0-Sieg im Relegationsspiel verdient gewesen war. Das tat er dann auch und stellte erst mal klar, dass sein Treffer aus der 66. Minute eigentlich "völlig egal" sei. "Hauptsache gewonnen." Umso schöner sei der Klassenerhalt allerdings, da sich die Eintracht den mit einer klaren Aufwärtsentwicklung auch verdient habe. "Seit Niko Kovac hier Trainer ist, spielen wir viel kompakter und kämpferischer." Das gelte auch für das gerade zu Ende gegangene Rückspiel. "Kämpferisch waren die Nürnberger auf der gleichen Ebene wie wir. Sie haben nie aufgegeben, aber fußballerisch waren wir besser."

Verdienter Sieg

Tatsächlich bestritt auch im Nürnberger Lager niemand, dass sich mit der Eintracht das Team durchgesetzt hatte, das in beiden Spielen den besseren Fußball gespielt hatte. Und das passt zur Entwicklung der vergangenen Wochen, als Kovac dem Team die defensive Disziplin und Kompaktheit vermittelte, die letztlich offenbar auch das Selbstbewusstsein zurückbrachte.

Auch am Montag spielte die Eintracht ruhig und gelassen, lauerte auf eine Chance, die dann ja auch kam. Dabei hätte sich angesichts der Ausgangslage ja durchaus Nervosität einstellen können, ein 0:0 hätte schließlich dem Club zum Aufstieg gereicht. "Der Trainer hat uns darauf eingestellt, dass es lange 0:0 stehen kann", erklärte dann auch der eingewechselte Alex Meier. "Wir werden wohl erst in den nächsten Tagen begreifen, wie wichtig der Sieg war."

Doppeltes Happy End

So war es ein Happy End für die Eintracht, aber auch eines für Seferovic persönlich, der zuletzt im November 2015 getroffen hatte, zuletzt immer wieder auch schwache Auftritte hatte – und von Kovac dennoch immer wieder das Vertrauen bekam, das er nun mit einem der wichtigsten Treffer der Frankfurter Vereinsgeschichte zurückbezahlte.

Wenig später, bei der Pressekonferenz, wurde natürlich auch noch mal Trainer Kovac auf die Personalie angesprochen. Und prompt grinste der Ex-Profi verschmitzt. Dass man Seferovic verfluchen könne, wenn er nach Ballverlusten abwinke oder seinem Gegenspieler nicht nachsetze, das könne er schon verstehen, so Kovac.

"Er ist ein Spieler, der polarisiert Aber mit ihm ziehe ich in den Krieg, wobei ich das Wort in Anführungszeichen setzen möchte." Ebenso wichtig sei allerdings die Vorarbeit von Mijat Gacinovic gewesen, dessen scharfe Hereingabe Seferovic über die Linie grätschte. "Den hatte keiner auf der Rechnung. Aber auf einmal war er da und bereitet ein Tor vor und schießt eines." Ihn zu bringen, sei ein Risiko gewesen, so Kovac. "Hätte es nicht geklappt, hätten wieder alle gesagt: 'Katastrophe'."

Nach Katastrophenszenarien war allerdings am Montag Abend niemandem im Frankfurter Lager zumute, Die gut 6000 Eintracht-Fans fuhren fröhlich feiernd nach Hessen zurück. Gut möglich, dass sie dabei einen Mannschaftsbus überholt haben, der schon von weitem auffiel. Verteidiger Timothy Chandler kündigte nach dem Schlusspfiff jedenfalls an, dass "auf der Autobahn ein Bus die ganze Zeit hüpft."

Aus Nürnberg berichtet Christoph Ruf

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