Bundesliga

12.09.2016 - 16:22 Uhr


Mann der Stunde beim FC Bayern: Joshua Kimmich

Gelsenkirchen - Dass er trotz seines jungen Alters außerordentlich gut Fußball spielen kann, weiß man schon länger. Dass er auch treffsicher ist, stellt Joshua Kimmich gerade unter Beweis. Am Wochenende hat der Youngster im Trikot des FC Bayern München aber auch verraten, was er nicht kann: Singen!

Joshua Kimmich hat derzeit das, was man gemeinhin einen Lauf nennt. Erst erzielte der 21-Jährige gegen Norwegen in der WM-Qualifikation sein erstes Tor für die deutsche Nationalmannschaft. Nur fünf Tage später legte er seinen ersten Treffer in der Bundesliga nach. In seinem 25. Ligaspiel traf Kimmich für den FC Bayern zum 2:0-Endstand gegen Schalke, ein schöner Rechtsschuss ins lange Eck. Ein Extralob von Philipp Lahm gab es als Zugabe: "Er hat einen sehr, sehr guten Schuss. Das sieht man auch im Training."

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So weit, so gut. Doch dann machte der Mannschaftskapitän der Bayern noch diesen Vorschlag, auf den das Talent liebend gern verzichtet hätte. Eine Runde ausgeben müsse Kimmich zwar nicht nach seiner Torpremiere. "Aber vielleicht können wir ihn überreden, dass er eine Rede halten oder ein Lied singen muss."

Die Reaktion des Youngsters fiel freundlich, aber bestimmt aus: "Singen lieber nicht", legte sich Kimmich mit einem Grinsen direkt fest und dachte wohl mit Grauen an seinen Einstand als neuer Bayern-Profi vor gut einem Jahr zurück. Auch da ist es üblich, einen Song vor versammelter Mannschaft zu performen. Kimmich hatte sich damals während der China-Reise Xavier Naidoos Stück "Dieser Weg" ausgesucht. Und soll später selbst befunden haben, das Beste daran sei gewesen, dass keine Kameras dabei waren. 

Ancelotti sieht Kimmich im Mittelfeld

Seit jenen Tagen ist eine Menge passiert im Leben des einstigen Stuttgarter Jugendspielers, der über die Station RB Leipzig nach München gekommen und dort so richtig durchgestartet ist. Unter Pep Guardiola spielte er sich so sehr ins Rampenlicht, dass er den Sprung in den deutschen EM-Kader schaffte – und auch dort viel öfter spielte, als manch einer gedacht hatte. 

Und jetzt unter Carlo Ancelotti? Bisher nur ein Pflichtspiel-Einsatz in der Startelf, im Pokal in Jena. Für Joshua Kimmich aber überhaupt kein Problem: "Das ist halt bei Bayern so. Letztes  Jahr hatte ich zu diesem Zeitpunkt viel weniger Spiele, jetzt bin ich in jedem Spiel reingekommen oder stand in der Startelf. Da bin ich nicht so, dass ich auf der Bank sitze und schlechte Stimmung verbreite oder rumheule. Ich freu mich, dass ich dabei bin." Und das sogar in seiner eigentlichen Lieblingsrolle. Während Guardiola und Löw den Allrounder vor allem als Rechtsverteidiger aufboten, sieht Ancelotti ihn eher im defensiven Mittelfeld. 

Dort kann Joshua Kimmich mehr Akzente setzen, kann den Spielrhythmus mit bestimmen. So wie sein Vorbild Xabi Alonso, der spanische Weltstar im Bayern-Trikot, von dem der 21-Jährige schwärmt, er sei perfekt am Ball, spiele sensationelle Pässe und habe ein Auge für Räume und Mitspieler. Der Vertrag des 35-Jährigen läuft im nächsten Sommer aus. Spielt der Youngster immer so wie am Freitag, könnte sein Nachfolger schon feststehen. 

Startelfgarantie für die Königsklasse

Als die Bayern auf Schalke im Mittelfeld den Zugriff verloren, war es Kimmich, der das Zentrum wieder dicht machte. Er gewann seine Zweikämpfe, kurbelte zusätzlich das Angriffsspiel an. Und war in der Nachspielzeit zur Stelle, um mit dem zweiten Bayern-Tor alles klar zu machen und seinen starken Auftritt zu krönen. "Joshua präsentiert sich in einer klasse Form", lobte Manuel Neuer. "Und zwei Tore in einer Woche, das ist natürlich grandios und gut für ihn."

Der Gelobte selbst bleibt bescheiden und stellt keine Ansprüche. Ob er denn jetzt bereit sei für den nächsten großen Auftritt am Dienstag, wenn es in der Champions League im ersten Gruppenspiel daheim in München gegen  FK Rostow geht, wurde Joshua Kimmich gefragt. "Ich bin bereit", antwortete der Shootingstar schlicht. "So wie wir alle." Von Coach Ancelotti erhielt er einige später öffentlich eine Zusage für die Anfangsformation.

Von Dietmar Nolte

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