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Bundesliga

24.03.2016 - 13:40 Uhr


Jerome Boateng exklusiv: "Schritt für Schritt geht es vorwärts"

München - Seit dem Auftakt zur Rückrunde in Hamburg kämpft Jerome Boateng vom FC Bayern München um sein Comeback. Im exklusiven Interview mit bundesliga.de verrät der Weltmeister, wie weit er schon ist - und warum man mit zusammen kein Fußballspiel anschauen sollte.

bundesliga.de: Herr Boateng, Sie erscheinen in Trainingsklamotten – können wir das als gutes Zeichen werten? Geht es nach Ihrer Muskelverletzung am 22. Januar aufwärts?

Jerome Boateng: Können Sie. Es geht gut und ich kann bereits zwei Trainingseinheiten am Tag absolvieren. Ich darf es natürlich nicht übertreiben und muss mich Schritt für Schritt herankämpfen, aber es geht aufwärts.

bundesliga.de: Wie dürfen wir uns den Patienten Boateng vorstellen: Eher als geduldig oder können Sie es kaum abwarten, wieder zurück auf dem Platz zu sein?

Boateng: (lacht) Eher das zweite, ich freue mich riesig darauf, bald wieder zu spielen.

bundesliga.de: Das heißt, man schaut Fußball-Spiele besser nicht mit Ihnen zusammen an?

Boateng: Dazu würde ich nicht raten. Ich bin immer sehr nervös und kaum ein angenehmer Nachbar. Es fällt mir schwer zuzuschauen und nicht selbst spielen zu können. Ich bin viel nervöser als wenn ich selbst auf dem Rasen stehe. Daran muss ich wohl arbeiten (lacht). 

bundesliga.de: Das gilt auch für die anstehenden Test-Länderspiele gegen England und Italien?

Boateng: Na klar, wobei es natürlich in Spielen, in denen es um einen konkreten Wettbewerb geht und wir weiter kommen wollen, noch etwas intensiver ist. Aber auch bei den Länderspielen schaue ich nicht gerne zu. Ich drücke dem Team natürlich trotzdem die Daumen.

bundesliga.de: Gibt es ein Zeitfenster für einen voll umfänglichen Trainingsstart und eine eventuelle Rückkehr?

Boateng: Da muss man immer vorsichtig sein, aber in drei bis vier Wochen könnte es soweit sein. 

bundesliga: Das heißt Sie könnten noch in alle Wettbewerbe eingreifen, den Pokal, die Champions League und die Bundesliga mit dem großen Traum der vierten Deutsche Meisterschaft in Serie ...

Boateng: Was die Bundesliga angeht und die vierte Meisterschaft bin ich sehr optimistisch. Das ist für uns alle auch ein großes Ziel. Für die Champions League wünsche ich mir natürlich, dass wir die nächste Runde, also das Halbfinale erreichen, dann wäre ich wohl wieder dabei. Das wünsche ich mir sehr. Die Champions League ist ein großes Ziel.

bundesliga.de: Mittlerweile gelten Sie sowohl beim FC Bayern als auch in der Nationalelf als "unverzichtbarer" Bestandteil. Dahinter steckt eine stetige Entwicklung zum Weltklassespieler.

Boateng: Das ist sicher so, und ich freue mich darüber.

bundesliga.de: Können Sie uns den Weg dahin beschreiben?

Boateng: Das Ganze hat sicher mit der Tatsache zu tun, dass ich versuche auf dem Rasen in allen Situationen ruhiger zu bleiben und so besser nach Lösungen suchen zu können. Ich habe mein Spiel oft genau angeschaut, um mich zu verbessern. Für Verteidiger geht es ja heute nicht mehr nur ums Verteidigen, obwohl das die Kernaufgabe bleibt, aber wir sind heute auch in den Spielaufbau eingebunden.

bundesliga.de: In den nächsten Wochen und Monaten kommen einige Herausforderungen auf Sie, die Nationalelf und den FC Bayern zu. Inwiefern spielt der baldige Abschied von Bayern-Trainer Pep Guardiola eine Rolle?

Boateng: Das spielt keine große Rolle. Das mögen manche nicht gleich glauben, aber uns interessiert doch jetzt nicht, was nächsten Sommer ist. Wir haben alle gemeinsam Ziele und darauf konzentrieren wir uns. Keiner geht jetzt in ein Spiel und denkt, im Sommer bekommen wir einen neuen Trainer. Wir sehen vielmehr, dass jetzt so etwas wie die heiße Phase der Saison begonnen hat. Das ist unsere Herausforderung.

bundesliga.de: Sie sind zu einem absoluten Führungsspieler gereift. Wie lebt Jerome Boateng seine Führungsrolle aus?

Boateng: Ich bin eher der leise Typ und halte nichts davon, auf dem Platz herumzubrüllen. Sicher kommt es mal vor, dass man sich – allein wegen der Lautstärke im Stadion und der Distanz auf dem Platz mal laut etwas zurufen muss, aber es geht in erster Linie darum, durch Leistung zu überzeugen und gemeinsam eine Lösung zu finden. Ich bin also eher der leise Typ.

bundesliga.de: Im Sommer wird es auch eine US-Tour des FC Bayern geben. Sie haben mit der Verbindung zum international bekannten Rapper und Musik-Produzenten Jay-Z eine besondere Beziehung zu den Staaten?

Boateng: Fußball ist eine globale Sache geworden. Menschen auf der ganzen Welt interessieren sich auch für deutschen Fußball und Bayern München. Deshalb freue ich mich auch auf die US-Tour. Wir haben dort viele Fans.

bundesliga.de: Und Jay-Z?

Boateng: Das war ein besonderes Ereignis für mich, ihn zu treffen. Wir haben dabei über Sport, Musik und eine internationale Zusammenarbeit gesprochen. Jetzt schauen wir, was möglich ist.

bundesliga.de: Sie sind auch als Privatmann in ihrer Freizeit gerne in den USA?

Boateng: Wenn es freie Tage erlauben, hab ich schon mal eine USA-Reise unternommen. In der nächsten Zeit ist das sicher schwierig. Nach der Bundesliga und den anderen Wettbewerben hoffe ich, bei der EM in Frankreich dabei sein zu können. Ich muss also auf die US-Tour mit dem FC Bayern warten.

Das Gespräche führte Oliver Trust

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