Bundesliga

28.04.2016 - 13:28 Uhr


Standardspezialist Vincenzo Grifo: "Wir haben den Aufstieg selbst in der Hand"

Freiburg - Vincenzo Grifo vom Sport-Club Freiburg ist der torgefährlichste Mittelfeldspieler der 2. Bundesliga und steht mit dem SC Freiburg vor dem Aufstieg. Im Interview mit bundesliga.de erklärt der Freistoßspezialist, was den SC in dieser Saison auszeichnet und äußert sich zu den Siegchancen im wichtigen Spiel gegen den SC Paderborn.

bundesliga.de: Herr Grifo, haben Sie am Samstag und Montag Fußball geschaut?

Vincenzo Grifo: Ja, natürlich, ich habe mir sowohl den Nürnberger Sieg gegen Union Berlin am Samstag als auch das Unentschieden von RB Leipzig am Montag in Kaiserslautern angeschaut. Am Samstag sah es ja auch eine Halbzeit danach aus, als wären wir aufgestiegen, bis Nürnberg das Spiel dann gedreht hat. Das war schon beeindruckend. Aber jetzt haben wir es an den verbleibenden drei Spieltagen ja trotzdem selbst in der Hand.

bundesliga.de: Mit einem Sieg in Paderborn wäre der SC Freiburg durch, ein Unentschieden reicht aber – je nachdem, wie die Konkurrenz spielt – auch schon. Verführt das dazu, auf Nummer sicher zu spielen, um wenigstens einen Punkt mitzunehmen?

Grifo: Nein, auf keinen Fall. Wir wollen mutig auftreten und natürlich gewinnen. Ich denke, wenn wir so spielen wie zuletzt gegen Duisburg, haben wir auch ganz gute Chancen. Aber wir sollten auf dem Boden bleiben. Paderborn ist keine schlechte Mannschaft. Und für die geht es in dem Spiel auch um alles.

bundesliga.de: Braucht man den Druck, um wirklich hundertprozentig konzentriert zu sein?

Grifo: Den Druck hat man als Profi ja immer, das ist wie eine Prüfung in der Schule. Nur, dass die eben bei uns meist am Wochenende ist. Dass da eine höhere Anspannung herrscht, ist definitiv so. Aber wir haben in der Mannschaft ja auch ein paar erfahrene Jungs. Das hilft allen, damit auch gut klarzukommen.

bundesliga.de: Zuletzt war der SC in manchen Spielen – zum Beispiel Fürth, St. Pauli oder Braunschweig – nicht durchgehend überzeugend, holte aber trotzdem die Punkte. Wie wurde das intern aufgearbeitet?

Grifo: Ziemlich klar und direkt. Der Trainer hat uns noch mal klargemacht, dass es nicht unsere Anspruch sein kann, in drei Spielen sieben Gegentore zu kriegen.

bundesliga.de: Nun ja, trotz der sieben Gegentore haben Sie zwei der drei Spiele gewonnen und sieben Punkte geholt.

Grifo: Schon, aber in der Hinrunde war es eben unter anderem die Balance aus Offensive und Defensive, die uns stark gemacht hat. In der Zweiten Liga kann man sich halt nicht darauf ausruhen, dass man spielerisch nicht zu den Schlechtesten gehört. Auch wenn es natürlich Freiburger Fußball ist, den Ball laufen zu lassen. Aber wie gesagt: Gegen Duisburg haben wir schon wieder gezeigt, dass wir das hinbekommen.

bundesliga.de: Eine Freiburger Waffe ist ja die Offensivkraft. Allein Nils Petersen hat 20 Tore geschossen. Maximilian Philipp oder Florian Niederlechner haben auch eine hervorragende Torquote. Und da wäre noch Vincenzo Grifo, der in jedem zweiten Spiel trifft.

Grifo: Es läuft tatsächlich gut in dieser Saison, ich fühle mich in Freiburg auch sehr wohl. Das ist eine Mannschaft, die offen miteinander umgeht, aber auch außerhalb des Platzes viel zusammen unternimmt. Alles prima.

bundesliga.de: Und das hilft Ihnen bei Ihren legendären Freistößen? Gegen den MSV Duisburg trafen Sie aus 28 Metern.

Grifo: Ich werde ja oft gefragt, wie häufig ich Freistöße trainiere.

bundesliga.de: Und?

Grifo: In der Jugend oft stundenlang. Und jetzt, wenn ich das Gefühl habe, dass es ein guter Zeitpunkt wäre. Es ist also nicht so, dass das jede Woche an einem bestimmten Tag auf dem Programm steht. Sondern ich schnappe mir den Ball, wenn ich glaube, dass mir eine Einheit weiterhelfen würde.

bundesliga.de: Zurück zu Freitag. Einen Nachteil hätte ein Sieg vielleicht ja doch: Sie könnten nicht zu Hause mit tausenden Fans feiern...

Grifo: Das wäre dann aber auch wirklich ein Luxusproblem. Aber bevor wir jetzt ans Feiern denken, sollten wir wirklich erst mal dafür sorgen, dass es dafür auch einen Grund gibt.

Das Gespräch führte Christoph Ruf

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