Wir verwenden Cookies, um Ihnen ein besseres Online Erlebnis anbieten zu können. Indem Sie "OK" anklicken ohne Ihre Cookie Einstellungen zu verändern, geben Sie uns Ihre Einwilligung Cookies zu verwenden. Lesen Sie unsere Cookie-Richtlinien, sofern Sie weitere Informationen wünschen. OK

Bundesliga

30.03.2016 - 18:15 Uhr


Franck Ribéry: "Der FC Bayern ist für mich eine Herzensangelegenheit"

München - Franck Ribéry hat einen Großteil seiner Karriere beim FC Bayern München verbracht und ist auf dem Weg zurück zu alter Stärke. Im Exklusiv-Interview mit bundesliga.de spricht der Franzose über den Kampf um den vierten Bundesliga-Titel in Folge, sein Verhältnis zu Trainer Pep Guardiola und seine Vorbildfunktion gegenüber jungen Spielern.

bundesliga.de:  Herr Ribéry, Sie sind mittlerweile nach neun Jahren beim FC Bayern München dort mit dienst-ältester Spieler, nur Philipp Lahm, Holger Badstuber und Thomas Müller sind länger dabei. Was bedeuten Ihnen die Bayern?

Ribéry: Bayern wird immer ein besonderer Club für mich bleiben. Es gab in den Jahren auch andere Angebote, aber die Bayern haben abgelehnt – und ich bin heute sehr froh, dass ein Wechsel für beide Seiten nicht in Frage kam. Ich hab nicht vergessen, dass der Club immer zu mir stand, auch in Zeiten, in denen es nicht so gut lief oder ich verletzt war. Das findet man nicht überall.

bundesliga.de: Sie haben vor kurzem gesagt, nach Ihrem Vertragsende 2017 würden Sie bei keinem anderen europäischen Club anheuern.

Ribéry: Es ist schwierig zu sagen, was in einigen Jahren passiert, aber das ist was ich im Kopf habe. Die Bayern sind für mich eine Herzensangelegenheit. Ich freue mich auf jedes Spiel, ich habe wieder richtig Spaß. Die Bayern sind wie eine Familie für mich.

bundesliga.de: Das glauben wir, nachdem Sie elf Monate verletzt waren und nicht spielen konnten. Wie haben Sie die Verletzungspause überstanden?

Ribéry:  Das war schwer für mich. Wenn Du nicht spielen kannst und beim Training dabei sein, fühlst Du dich einsam. Du sitzt auf dem Fahrrad und siehst die Kollegen draußen auf dem Rasen. Aber ich wollte unbedingt zurück. Ich habe hart dafür gearbeitet. Auch jetzt nachdem ich immer öfter Einsätze hatte.

bundesliga.de: In der Öffentlichkeit ist meist von der Champions League die Rede. Wie wichtig ist da für Sie und den FC Bayern der vierte deutsche Meistertitel in Folge?

Ribéry: Die Champions League willst Du immer gewinnen, das ist klar. Aber das wollen viele Clubs, die auch zum Kreis der Favoriten zählen. Was man aber nicht vergessen darf ist der vierte Titel in der Bundesliga in Folge. Das ist sehr wichtig für uns. Es wäre das erste Mal, dass das ein Club schafft. Man muss das einmal laut aussprechen: Vier deutsche Titel in Folge. Das wäre nicht nur ein neuer Rekord, es fühlt sich auch so an.

bundesliga.de: Welche Rolle spielt es für die Mannschaft, dass Trainer Pep Guardiola am Saisonende aufhört?

Ribéry: Ganz ehrlich? Daran denkt derzeit keiner in der Mannschaft. Warum sollten wir das auch tun? Es geht jetzt allein darum, dass wir alle gemeinsam in dieser Saison noch einige Ziele haben, die wir erreichen wollen. Gerade jetzt in der heißen Phase der Saison spielt die kommende Saison keine Rolle. Wir sind noch in allen Wettbewerben dabei und gehen die Sache mit voller Konzentration an. Das ist es, was zählt.

bundesliga.de: Die Champions League aber wäre doch ein passendes Abschiedsgeschenk für Pep Guardiola?

Ribéry: Man kann das einen gemeinsamen Traum von uns allen nennen, die Champions League zu gewinnen. Aber wie gesagt, viele träumen diesen Traum. Und, viele haben die Chance dazu, weil wir viele gute Mannschaften in Europa haben.

bundesliga.de: Vergangene Saison war der FC Barcelona im Halbfinale der Champions League zu stark für den FC Bayern. Haben sich die Voraussetzungen diese Saison geändert?

Ribéry: Wenn wir alle Mann an Bord haben, sind wir eine starke Mannschaft, die vieles erreichen kann. Kein Verein der Welt kann so viele verletzte Spieler ersetzen wie wir sie vergangene Saison hatten. Jetzt sind Javier Martinez und Jerome Boateng auf dem besten Weg zurück. Mit ihnen sind wir noch stärker.

bundesliga.de: Mittlerweile ist der Kader der Bayern noch dichter geworden, soll heißen, die Konkurrenz ist größer. Haben Sie keine Sorgen, dass Sie Ihren Stammplatz verlieren könnten?

Ribéry: Kein Spieler kann immer alle Spiele machen, dazu sind es zu viele. Wir sind alle keine Maschinen, sondern Menschen. Auf dem Niveau, auf dem wir uns bewegen, ist die Konkurrenz immer groß. Damit kann ich sehr gut umgehen. Ich weiß, was ich für die Mannschaft beisteuern kann. Ich habe Vertrauen in meine Fähigkeiten.

bundesliga.de: Sie gehören zu den erfahrenen Routiniers im Kader der Bayern. Wie ist das Verhältnis zu den jüngeren Spielern?

Ribéry: Wie ich fühlen sich alle älteren Spieler auch für die jüngeren verantwortlich. Ich spreche oft mit den jüngeren Spielern. Mit David Alaba und Kingsley Coman. Wir wollen alle, dass sie in die Lage kommen, alles zu geben und dem Team helfen zu können. Das tun sie bereits auf einem hohen Niveau. Das ist wichtig für den gesamten Kader.

bundesliga.de: Wie weit fühlen Sie sich nach der langen Verletzungspause?

Ribéry: Ich nahe der 100 Prozent. Ich hatte immer mehr Einsatzzeiten, was mir sehr geholfen hat. Jetzt geht es darum immer öfter auch Spiele über eine längere Distanz zu machen, dann bekommt man als Spieler automatisch, was einem noch fehlt.

Das Gespräch führte Oliver Trust

Weitere Artikel

© 2016 DFL Deutsche Fußball Liga GmbH