Bundesliga

24.06.2016 - 09:00 Uhr


Im Osten viel Neues - Leipzig, Aue und Dresden im Aufwind

Jubel im Osten der Republik: Mit RB Leipzig, Dynamo Dresden und dem FC Erzgebirge Aue schaffen gleich drei Teams den Aufstieg

Köln - Zwischen Mitte April und Anfang Mai hatten Fußballfans im Osten Deutschlands gleich drei Mal Grund zur Freude: Während RB Leipzig den Aufstieg in die Bundesliga feierte, kehrten Dynamo Dresden und der FC Erzgebirge Aue in die 2. Bundesliga zurück – der Fußball im Osten Deutschlands erlebt gerade einen echten Aufschwung.

>>> Spielplan-Veröffentlichung: Hier live am 29. Juni, 11 Uhr

RB Leipzig: Der 55. Bundesligist

Als der Schlusspfiff am 33. Spieltag ertönte, kannte der Jubel bei RB Leipzig keine Grenzen. Der Club aus der größten Stadt Sachsens hat den Aufstieg in die Bundesliga geschafft und wird dort in der Saison 2016/17 als 55. Club der Geschichte an den Start gehen. Nach dem Abstieg von Energie Cottbus spielt damit erstmals seit 2009 wieder ein Verein aus den neuen Bundesländern in der Bundesliga.

"Wir haben mit dem Aufstieg unser großes Ziel erreicht und haben die Möglichkeit, uns mit den besten Clubs Deutschlands zu messen – etwas Schöneres kann es für einen Fußballer nicht geben", sagte Kapiän Dominik Kaiser stolz und voller Vorfreude. Für Ralf Rangnick war es bereits der dritte Bundesliga-Aufstieg als Trainer - zuvor schaffte er dieses Kunststück mit dem SSV Ulm und der TSG Hoffenheim.

Selke: "Großes Ziel endlich erreicht"

Obwohl Rangnick zielstrebigen Offensivfußball spielen ließ, wurde der Grundstein für den Aufstieg in der herausragenden Defensive gelegt. RBL kassierte nur 32 Gegentreffer und stellte damit die beste Abwehr der 2. Bundesliga. Nichtsdestotrotz bewiesen natürlich auch die Angreifer ihre Klasse, alle voran Davie Selke, mit zehn Treffern bester Torschütze des Clubs in der abgelaufenen Saison. "Nach dem Abpfiff gegen Karlsruhe gab es nur noch die pure Emotion und wir haben erleben dürfen, wie sehr die Stadt und Region sich mit uns über den Aufstieg freut", erklärte er. "Ich bin glücklich darüber, dass wir unser großes gemeinsames Ziel nun endlich erreicht haben."

Die Fans in Leipzig dürfen sich in der neuen Saison auf viele erste Treffen freuen, denn nur gegen den FC Ingolstadt, den SV Darmstadt 98, den SC Freiburg, den VfL Wolfsburg und den FC Augsburg hat RB in der Vergangenheit schon Pflichtspiele absolviert. Gegen die zwölf weiteren Bundesligisten stehen also Premieren an – auf die sich schon jetzt die ganze Stadt freut.

Dresden: Gekommen, um zu bleiben

Nach zwei Jahren in der Drittklassigkeit meldet sich Dynamo Dresden wieder zurück in der 2. Bundesliga. Souverän wie kaum ein Club zuvor marschierten die Sachsen durch die Saison und wurden den hohen eigenen Ansprüchen gerecht.

Dynamo dominierte die 3. Liga und verlor nur zwei Partien, die Verpflichtung von Trainer Uwe Neuhaus erwies sich als Volltreffer. Nun will sich der Traditionsverein, von 1991 bis 1995 in der Bundesliga, dauerhaft in der 2. Bundesliga etablieren, wo Dresden zuletzt zwischen 2004 und 2006 sowie 2011 und 2014 spielte.

"So ein Jahr habe ich noch nicht erlebt. Hier ist eine ganze Region mit dem Dynamo-Virus infiziert. Jeder Aufstieg hat seine Geschichte, aber der aktuellste ist immer der schönste. Man kann nie genug davon kriegen", sagte Neuhaus im kollektiven Freudentaumel und schob hinterher: "Nächstes Jahr wäre dann noch mal schöner..."

Aue: Kultverein "Wismut"

Im Dresdner Windschatten schaffte der FC Erzgebirge Aue die sofortige Rückkehr in die 2. Bundesliga - nach dem großen Umbruch in Folge des Abstiegs im Sommer 2015 durchaus ein wenig überraschend. Trümpfe für den Wiederaufstieg der "Veilchen", die bereits zwischen 2003 und 2008 sowie 2010 und 2015 in der 2. Bundesliga mitmischten, waren die Heimstärke und die Defensive: Als einziges Team verlor Aue kein Heimspiel. 24 Mal hielt Keeper Martin Männel außerdem seinen Kasten sauber. Die lediglich 22 Gegentore am Ende der Saison bedeuteten die Einstellung des Rekords der 3. Liga, den sich Aue nun mit Eintracht Braunschweig teilt.

"Ich erwarte eine sehr schwere Saison. Wenn wir nichts mit dem Abstieg zu tun haben, wäre das ein Riesenerfolg. Schaffen wir das, bin ich mir zu 100 Prozent sicher, dass Aue danach eine richtig gute Rolle in der 2. Bundesliga spielt", sagte Trainer Pavel Dotchev.

Die sportliche Erfolgsgeschichte ist eine kleine Sensation für einen Ort, der kaum mehr Einwohner hat als im Erzgebirgsstadion Platz finden. Das soll nach dem derzeitigen Umbau etwa 16.500 Fans fassen. Fußball hat in Aue und Umgebung einen hohen Stellenwert und eine lange Tradition. Der FC Erzgebirge Aue ist ein Club mit einer bewegten Geschichte, laut Dotchev "ein Kultverein und der beste Botschafter für das Erzgebirge". Insofern hoffen Fans und Verantwortliche, dass der wenig bescheidene Auer Schlachtruf "Wir kommen aus der Tiefe, wir kommen aus dem Schacht, Wismut Aue die neue Fußball-Macht" dauerhaft im Profifußball zu hören sein wird.

Wer sind die ersten Gegner von Leipzig, Dresden und Aue?

>>> Spielplan-Veröffentlichung: Hier live am 29. Juni, 11 Uhr

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