Bundesliga

11.02.2016 - 15:37 Uhr


"HSV-Friseur" Ernst Schmidt - Der Dino des Dinos

Dietmar Beiersdorfer gratulierte Ernst Schmidt persönlich zum 90. Geburtstag und hatte noch ein passendes Geschenk dabei

In Schmidts Laden regiert die Raute

Seit 1963 besitzt Schmidt eine HSV-Dauerkarte. Hier das Exemplar aus der Spielzeit 1975/76

Köln - Der 31. August 1963 war ein ganz besonderer Tag für den Hamburger SV. Die Hamburger gewannen ihr erstes Heimspiel in der neu gegründeten Bundesliga gegen den 1. FC Saarbrücken mit 4:2. Seitdem sind fast 900 weitere Bundesliga-Partien am Volkspark hinzugekommen. Und einer war fast immer da: Ernst Schmidt, Hamburger Kultfriseur und seit 1963 Dauerkarteninhaber beim HSV. Schmidt feierte vor kurzem seinen 90. Geburtstag, aber an ein Leben als Rentner verschwendet das Hamburger Ehrenmitglied keinen Gedanken.

In Hamburg Eimsbüttel ist "Schmiddl" bekannt wie ein bunter Hund. Sein Herrensalon in der Lappenbergsallee ist auch kaum zu übersehen. Direkt an einer Verkehrsader zwischen Zentrum und Stadion gelegen, lässt die Außenansicht des Ladens keinen Zweifel zu, für welchen Club das Herz des Besitzers schlägt. Die HSV-Raute ist allgegenwärtig. Ein Umstand, der ihm schon manchen irritierten Besucher bescherte. "Manche halten den Laden für eine Vorverkaufsstelle. Die Leute fragen nach Karten und wundern sich, dass hier die Haare geschnitten werden", berichtet Ernst Schmidt gegenüber hsv.de.

Kult-Friseur für Kult-Masseur

Seit 1970 führt Schmidt seinen Ein-Mann-Betrieb. In dieser Zeit hat er einigen HSV-Größen die Haare geschnitten, aber keinem war er so eng verbunden wie Hermann Rieger. Der 2014 verstorbene Kult-Masseur der Rothosen war Stammkunde in Schmidts Salon. Für ihn gab es auch schon mal einen besonderen Service. "Er hat mir auch Hausbesuche abgestattet, wenn ich es mal nicht in seinen Salon nach Eimsbüttel geschafft habe", verriet Rieger 2011.

Mit einer Regel hat Schmidt aber auch für Rieger nicht gebrochen: Am Samstag werden keine Haare geschnitten. Der Tag gehört während der Saison ganz dem HSV. In all den Jahren hat er auf zahlreiche Feiern und Geburtstage verzichtet, um mit seinem Club mitzufiebern. Bei Heimspielen sitzt er heute gemeinsam mit seinem Sohn und Enkel auf der Südtribüne. Und wenn es nach Schmidt geht, soll das auch noch lange so bleiben: "Meine Dauerkarte besitze ich seit 1963 und werde sie auch behalten, solange ich lebe", so der HSV-Friseur.

Prominenter Gratulant

Nein, aus der Ruhe bringen kann Ernst Schmidt kaum noch etwas. Er hat alle Höhen und Tiefen des Bundesliga-Dinos mitgemacht. An seinem 90. Geburtstag war er dann aber doch einmal kurz überrascht. Dietmar Beierdorfer stand mit einem Präsent in der Tür. Ein HSV-Trikot mit der Nummer 90. Für einen neuen Haarschnitt blieb zwar keine Zeit, aber das kann Beiersdorfer sicherlich noch nachholen. Schließlich will Schmidt noch lange in seinem Salon stehen, Haare schneiden und über die Lage beim HSV klönen.

Florian Reinecke

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