Bundesliga

04.02.2017 - 20:08 Uhr


Badstuber nach Schalkes Remis beim FCB: "Sehr speziell"

Holger Badstuber (l., hier gegen Arjen Robben) holt bei seiner Rückkehr nach München einen verdienten Punkt mit Schalke

München - Mit seinen Händen malte Holger Badstuber symbolisch das weite Rund der Allianz Arena in den Münchner Abendhimmel. Anschließend klopfte er sich zum Dank für den Applaus von den Rängen auf seine Brust. Dass bei seiner Auswechslung sowohl die Schalker, vor allem aber auch die Münchner Fans Beifall klatschten, war für Badstuber der emotionale Höhepunkt eines speziellen Spiels.

"Ich glaube, das 1:1 ist für alle Beteiligten sehr schön", sagte Badstuber mit einem Lächeln auf den Lippen nach der Partie (>>> zum Spielbericht). Es war sein erstes Bundesligaspiel, das er nicht für den FC Bayern München bestritt. Der bis Saisonende an den FC Schalke 04 ausgeliehene Innenverteidiger deutete aber auch im für ihn ungewohnten königsblauen Trikot seine Fähigkeiten, die ihn München auszeichneten, an. Vor allem seine mentale Stärke.

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Heidel: "Er hat es nervlich sehr gut hinbekommen"

"Er macht sein erstes Spiel für eine andere Mannschaft gegen die Mannschaft, für die er von Kindesbeinen an gespielt hat. Dafür hat er es nervlich auch sehr gut hinbekommen", sagte Schalkes Sportvorstand Christian Heidel. Für den in den vergangenen Jahren immer wieder von schweren Verletzungen zurückgeworfenen Badstuber war es der erste Startelf-Einsatz seit fast genau einem Jahr.

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Seine souveräne Vorstellung mit einer überragenden Passquote von 96 Prozent (nur ein Fehlpass) brachte dem 27-Jährigen auch von seinen neuen Teamkollegen viel Lob ein. "Er hat einen sehr ruhigen und coolen Eindruck gemacht. So ist er auch als Typ", sagte Sead Kolasinac. "Es war auch wichtig für ihn, dass er mal wieder längere Zeit gespielt hat. Zu seiner Leistung muss man nicht viel sagen, er hat ein super Spiel gemacht."

Freudestrahlend beantwortete Badstuber anschließend die Fragen der Journalisten und schilderte dabei den Verlauf seiner emotionalen Rückkehr nach München.

"Ich weiß, was ich kann und glaube an mich"

Frage: Holger Badstuber, wie haben Sie das Spiel in Ihrem Wohnzimmer erlebt?

Holger Badstuber: Es war speziell und eine ungewohnte Situation für mich. Ich habe versucht, das nicht so sehr an mich heranzulassen, um für mich selber und für die Mannschaft fokussiert zu sein und um hier etwas abliefern zu können. Ich denke, das ist uns ganz gut gelungen. Letztlich war es nur ein Fußballspiel. Ich will spielen und mich stets in den Dienst der Mannschaft stellen. Dann geht es auch für mich Schritt für Schritt voran.

Frage: Wie haben Sie reagiert, als der Trainer Ihnen gesagt hat, dass Sie Ihr erstes Spiel gegen die Bayern machen werden?

Badstuber: Es kann in die Hose gehen, es kann aber auch gut ausgehen. Letztlich bin ich mit dem 1:1 nicht zufrieden, denn wir hätten hier gewinnen können. Das muss man wirklich so sagen.

Frage: Waren Sie überrascht, dass es bei Ihnen persönlich, aber auch mit der Mannschaft, so gut geklappt hat?

Badstuber: Persönlich? Nein, weil ich weiß, was ich kann und ich glaube an mich. Von der Mannschaft auch nicht, weil wir eine gute Trainingswoche hatten. Ich habe gemerkt, dass wir etwas verändern wollen und das haben wir gezeigt. Mit ein bisschen Glück gehen wir in der ersten Halbzeit in Führung. Aber wir gehen auch mit dem 1:1 mit einem guten Gefühl nach Hause. Wir haben gezeigt, dass wir mutig und eklig sein können. Das ist auch der richtige Weg, um München hier zu bespielen. Das Ergebnis hat uns recht gegeben.

Frage: Wie haben Sie die Situation vor dem Tor von Robert Lewandowski erlebt?

Badstuber: Das war unglücklich. Ich habe den Ball von Arjen Robben gesehen, dann war es Ping-Pong. Anschließend war es auch gut und in der richtigen Geschwindigkeit gespielt, da bin ich nicht mehr hingekommen. Aber wir haben gut reagiert. Die Bayern hatten nicht so viele hochkarätige Chancen.

Frage: Sie waren bis zur Winterpause noch bei den Bayern. Warum tun sich Ihre Ex-Kollegen momentan so schwer und schaffen es nicht, den Schalter umzulegen?

Badstuber: Ich kann dazu nichts sagen, ich bin nicht mehr im tagtäglichen Training dabei. Momentan ist das nicht meine Mannschaft. Wir wissen alle, was Bayern für eine Qualität hat. Jetzt kommen für sie die entscheidenden Wochen und dafür wünsche ich ihnen alles Gute.

"Die Geste der Fans ist etwas Schönes"

Frage: Warum wurden Sie in der 59. Minute ausgewechselt?

Badstuber: Es war für mich das erste Spiel. Und dann gleich gegen Bayern, da muss man laufen und sich reinhauen. Wir haben viele Spiele in den kommenden Wochen und ich will kein Risiko eingehen. Ich habe etwas gespürt, aber das ist kaum der Rede wert. Ich bin bereit für die nächsten Tage.

Frage: Hat der Applaus der 75.000 Fans bei Ihrer Auswechslung bei Ihnen für Gänsehaut gesorgt?

Badstuber: Es ist natürlich schön, was die Fans in der Vergangenheit und auch heute wieder gegenüber mir gezeigt haben. Für mich ist das nicht selbstverständlich. Ich habe mich natürlich sehr gefreut. Daher glaube ich, dass ein 1:1 für alle Beteiligten sehr schön ist.

Frage: Sie haben sich bei Ihrem Abgang auch auf die Brust geklopft...

Badstuber: Die Bayern-Fans applaudieren mir, und ich kenne auch die Rivalitäten. Für mich ist es etwas Schönes. Da geht es nicht um die Vereine, sondern um die Geste von den Fans. Das wollte ich zurückgeben.

Aus München berichtet Maximilian Lotz

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