Bundesliga

24.01.2016 - 14:55 Uhr


Hertha BSC: In die Rückrunde hineinbeiSSen!

In der ersten Halbzeit entwickelt sich ein munteres Spielchen, in dem beide Mannschaften schnell den Abschluss suchen

Aber auch in den Zweikämpfen geht es hoch her. Hier schenken sich Phillip Max und Genki Haraguchi keinen Zentimeter

Zwar schießen beide Teams sieben Mal auf das Tor, doch ein Treffer will einfach nicht fallen

Berlin - Es passte noch nicht alles beim 0:0 gegen den FC Augsburg zum Rückrundenauftakt von Hertha BSC. Hinten ungewöhnlich viel zugelassen, vorne ohne die ganz große Durchschlagskraft, nahm die "Alte Dame" dennoch überwiegend Positives mit.

Auch wenn es "nur" gegen ein Team aus der unteren Tabellenhälfte (zur Tabelle) ging: Die Elf von Markus Weinzierl stellte - zusammen mit der Hertha! - das erfolgreichste Team der vergangenen fünf Spieltage. Entsprechend selbstbewusst traten die bayerischen Schwaben im winterlichen Berliner Olympiastadion auf. Hertha hatte mehr Spielanteile, doch der FC Augsburg war etwas giftiger in den Zweikämpfen.

Weiser gegen Caiuby

Ein Duell, das dabei besonders herausragte, war das von Herthas Rechtsverteidiger Mitchell Weiser gegen Augsburgs Caiuby. Ein ums andere Mal beharkte sich der deutsche U21-Nationalspieler auf der rechten Außenbahn der "Alten Dame" mit dem Brasilianer. Nicht alles gelang Weiser, etwa, als er in der 23. Minute das Kopfballduell gegen den knapp zehn Zentimeter größeren Caiuby verlor und Hertha-Keeper Rune Jarstein in höchster Not gerade noch mit dem Fuß klären konnte.

Umgekehrt war es auf der Gegenseite Mitchell Weiser, der bereits in der vierten Minute die Führung für die Blau-Weißen auf dem Fuß hattte, als er nach einer Ecke vom linken Strafraumeck nur knapp am Augsburger Kasten vorbeischoss. "Es war das erwartet schwere Spiel gegen einen guten Gegner", räumte der 21-Jährige nach der Partie ein.

"Gerechtes Unentschieden"

Mit Ausnahme der größten Chance der Partie, die der Augsburger Raul Bobadilla in der 51. Minute vergab, habe seine Mannschaft das Spiel weitgehend kontrolliert, so Weiser. Am Ende habe es deshalb ein "gerechtes Unentschieden" gegeben. Angesprochen auf das Duell mit Caiuby, sagte Weiser: "Er ist ein großer Spieler, auf den die Augsburger viele lange Bälle gespielt haben. Das war nicht einfach für mich." Doch der Blondschopf sah es nicht nur negativ: "Ich habe auch einige Zweikämpfe für mich entscheiden können. Es hat auf jeden Fall Spaß gemacht, denn es macht immer Spaß, gegen gute Spieler zu spielen."

Ähnlich lautete das Urteil von Trainer Pal Dardai: "Wir sind zufrieden mit dem 0:0", so der Hertha-Coach, denn es "war schwierig einzuschätzen, wo wir stehen". Vermisst hatte der Ungar bei seinem Team, das für die schwierigen Platzverhältnisse erstaunlich ballsicher war, ein "wenig Spritzigkeit und Aggressivität". Das jedoch habe an ihm gelegen, weshalb er diese Woche etwas anders "mit den Jungs arbeiten" müsse.

Mehr Aggressivität!

Diese Formulierung könnte man bei Dardai, der sein Team in der Öffentlichkeit normalerweise immer in Schutz nimmt, auch als verklausulierte Kritik verstehen. Gegen die aggressiven Augsburger, die mehr Fouls begingen und dennoch mehr Zweikämpfe gewannen, hatte Hertha zwar spürbar, aber immer noch nicht ausreichend dagegen gehalten. "Jetzt müssen wir uns hineinbeißen", fordert der Hertha-Trainer.

Immerhin: Hertha BSC verteidigte mit dem Remis Platz 3. Sie verloren überhaupt nur eines der vergangenen acht Pflichtspiele (das 0:2 beim FC Bayern) und sindt seit vier Bundesligapartien ungeschlagen. Zudem ist Hertha seit drei Ligapartien ohne Gegentor und hat damit den Vereinsrekord eingestellt. All das sind Zahlen, von denen der nächste Gegner der Hertha nur träumen kann. Der heißt Werder Bremen und befindet sich mitten im Abstiegskampf. Für die Hanseaten spricht lediglich, dass der letzte Hertha-Sieg an der Weser schon fast zehn Jahre zurückliegt.

Aus Berlin berichtet André Anchuelo

Die Stimmen zum Spiel Hertha BSC - FC Augsburg.

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