Bundesliga

23.04.2016 - 11:37 Uhr


HSV: Nordderby gewonnen – Klassenerhalt fast perfekt

Mit 37 Punkten hat der Hamburger SV nun einen großen Schritt in Richtung Klassenerhalt gemacht

Hamburg - Die Erleichterung war förmlich zu spüren. Ausgelassen feierten die Spieler des Hamburger SV am Freitagabend im Volksparkstadion mit ihren Fans. Durch den hart erkämpften 2:1-Heimsieg im Nordderby haben die Rothosen mit 37 Punkten einen sehr großen Schritt Richtung Klassenerhalt gemacht. Zum Matchwinner wurde Stürmer Pierre-Michel Lasogga, der beide Tore erzielte, sowie Torwart Jaroslav Drobny, der einen Strafstoß von Claudio Pizarro entschärfte.

Es lief die 35. Spielminute als es die meisten der 57000 Fans nicht mehr auf ihren Sitzen hielt. "Wer nicht hüpft, der ist ein Bremer", schallte es durch das ausverkaufte Volksparkstadion. Und die HSV-Fans ließen sich nicht lange bitten. Bis dato hatte das Team von Trainer Bruno Labbadia eine fast perfekte Vorstellung abgegeben und führte völlig verdient bereits mit 2:0. Beide Tore erzielte Stürmer Pierre-Michel Lasogga, der seine 666 Minuten andauernde Flaute beendete - und wie. Sein erstes Tor bereitete Nicolai Müller mustergültig vor. Beim zweiten Streich traf Lasogga per Kopf nachdem Linksverteidiger Matthias Ostrzolek eine perfekt geschlagene Flanke in den Werder-Strafraum schlug.

Bei Müller ging nichts mehr

"Ich bin zurück und froh, dass ich der Mannschaft helfen konnte", so Lasogga, der sich allerdings seine fünfte Gelbe Karte abholte und im Auswärtsspiel gegen den 1. FSV Mainz fehlen wird (zum ganzen Interview). Er zog in der Torjägerliste mit seinem Teamkollegen Nicolai Müller gleich (beide acht Tore), der in der Halbzeit verletzt ausgewechselt werden musste. "Ich hatte alles auf eine Karte gesetzt und dann ging zur Halbzeit nichts mehr. Ich muss mal sehen, was der Doc sagt. Aber ich frage mich echt, warum wir in der zweiten Halbzeit so den Faden verloren haben", erklärte Nicolai Müller.

Die zweiten 45 Minuten wurden in der Tat noch zu einer Zitterpartie, weil die Bremer stärker wurden und der HSV nachließ. Zunächst sah alles noch gut aus, vor allem als Torwart Jaroslav Drobny einen Strafstoß von Claudio Pizarro halten konnte (57.). "Dropo (Jaroslav Drobny, Anm. d. Redaktion) ist einfach ein abgewichster Hund und das meine ich im besten Sinne", freute sich Trainer Bruno Labbadia über die starke Leistung seines Torhüters, der den gesperrten Rene Adler ersetzte. Der Anschlusstreffer durch Anthony Ujah fiel dann aber doch noch (65.). Mit Glück und Geschick verteidigten die Hamburger aber am Ende die drei Punkte.

Noch keine Gratulationen zum Klassenerhalt

"Ein Derbysieg ist immer etwas Besonderes. Das war ein Sieg für unsere unglaublichen Fans", freute sich Trainer Bruno Labbadia. Der Heimsieg gegen Bremen sei ein unglaublicher Schritt gewesen, so der Coach weiter.  Zum Klassenerhalt wollte sich aber keiner der HSV-Spieler gratulieren lassen. "Es war ein Sechs-Punkte-Spiel. Jetzt haben wir noch drei wichtige Spiele. Wir müssen in Mainz versuchen, etwas mitzunehmen. Solange wir als Team spielen und auftreten, funktioniert das auch," so Mittelfeldspieler Lewis Holtby optimistisch.

Auch Teamkollege Ivo Ilicevic trat auf die Euphoriebremse: "Das war ganz harte Arbeit und ein ganz wichtiger Sieg. Wir konnten einen Konkurrenten auf Abstand halten, aber gelaufen ist die Saison noch nicht. Wir haben es uns in den letzten Wochen selbst schwer gemacht und sind wieder unten reingerutscht. Das war echt unnötig."

Erstmals seit 48 Jahren zwei Siege gegen Werder

Es war übrigens das erste Mal seit 48 (!) Jahren, dass der HSV in einer Saison beide Spiele gegen den Erzrivalen von der Weser gewinnen konnte. Letztmalig gelang den Rothosen das in der Saison 1967/68. Trotz des Sieges gegen die Werderaner spricht die gesamte Bilanz noch für die Bremer. Im 104. Nordderby war es der 34. HSV-Sieg. Bremen hat mit 37 Siegen aber weiterhin die Nase vorn.

Am kommenden Wochenende reist der HSV dann zum 1. FSV Mainz. Danach gastiert zum letzten Heimspiel der Saison der VfL Wolfsburg im Volksparkstadion. Am letzten Spieltag geht es für die Hanseaten dann zum FC Augsburg. Zu diesem Zeitpunkt sollte der Klassenerhalt des HSV jedoch längst in trockenen Tüchern sein.

Aus Hamburg berichtet Alexander Barklage

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