Bundesliga

12.02.2017 - 13:50 Uhr


Hamburger SV: Drei neue, drei Siege, null Gegentore

Leipzig – Drei Spiele, drei Siege, null Gegentore – besser hätte die englische Woche für den Hamburger SV nicht laufen können. Großen Anteil an dem Erfolg hatten die drei HSV-Winterneuzugänge Papadopoulos, Walace und Mavraj.

Markus Gisdol stutzte ein wenig. Ob er traurig sei, dass Kyriakos Papadopoulos nie beim SC Freiburg gespielt habe, war der HSV-Trainer bei der Presssekonferenz nach dem Sieg in Leipzig gefragt worden. Doch lange dauerte es nicht, bis der 47-Jährige begriffen hatte, um was es ging. Der griechische Wintereinkauf der Hanseaten hatte nunmehr in zwei Bundesligaspielen in Folge gegen einen Ex-Klub ein Tor erzielt. Und der nächste Gegner des HSV heißt Freiburg.

Mit Rene Adler kehrt Stabilität zurück

"Sicher werden unsere nächsten Gegner jetzt nicht immer Ex-Vereine von ihm sein", Papadopoulos dürfe da aber trotzdem gerne Tore machen, antwortete Gisdol mit einem Lachen auf die Frage. Der Innenverteidiger war im Winter aus der Messe- in die Hansestadt gewechselt, nachdem er bei RBL auch wegen Verletzungen fast gar nicht zum Zug gekommen war. "Ich wollte unbedingt gewinnen und zeigen, was ich kann", ließ der 24-Jährige nach dem Spiel verlauten (Stimmen zum Spiel). Nach seinem Tor war Papadopoulos in Richtung Leipziger Bank gelaufen und hatte a la Popeye seinen Oberarmmuskel entblößt. "Mir hat er gesagt, er wollte nur zeigen, dass wir bei uns mehr Krafttraining machen", sagte Rene Adler mit einem Augenzwinkern über diese Szene.

Auch für den HSV-Keeper war es ein besonderes Spiel gewesen. "Ein wunderschöner Tag" war es für den früheren Nationaltorwart nicht nur wegen des Sieges. Der 32-Jährige ist in Leipzig geboren und hatte hier mit dem Fußballspielen begonnen, ehe er "vor 17 Jahren wegzog, um Bundesligaprofi zu werden". Etwas komisch sei es zwar auch gewesen, »aber ich bin einfach froh«, so Adler, dass er doch noch ein Profispiel in seiner Geburtsstadt absolvieren durfte. Viel zu tun bekam er am Samstag nicht. Zu harmlos agierten die Hausherren, was aber auch an der neu geschaffenen defensiven Stabilität der Gäste lag.

Drei starke Innenverteidiger als Erfolgsgaranten

Daran hat Adler einen gehörigen Anteil. Seit er gegen Leverkusen wieder ins Gehäuse der Hamburger rückte, blieb der HSV ohne Gegentor. Drei Pflichtspielsiege in Folge zu Null, das war den Rothosen zuletzt vor achteinhalb Jahren gelungen (zu den Top-Fakten der Partie). Und es lag natürlich auch an dem neuen Personal in der Innenverteidigung und im defensiven Mittelfeld. Mit Papadopoulos und dessen Nebenmann Mergim Mavraj bildeten gleich zwei Wintertransfers das Abwehrzentrum. Deshalb wollte Gisdol auch nicht nur "Papa" loben: "Wir dürfen nicht vergessen, dass Mavraj neben ihm steht und auch Johan Djourou ist in einer sehr guten Verfassung", verwies der HSV-Trainer auf die Tatsache, dass ihm nun drei Innenverteidiger auf ähnlichem Niveau zur Verfügung stehen.

Ähnlich sieht es auf der zentralen Position vor der Abwehr aus. Gideon Jung und Albin Ekdal haben mit Winterneuzugang Walace harte Konkurrenz bekommen. Nur zwei der drei können auf der Doppelsechs spielen. Und Walace hatte gleich im Pokal seine Chance genutzt. Nun kam der 21-Jährige in Leipzig auch noch zu seinem Bundesligadebüt – und krönte es sogleich mit eine Treffer. "Es war eine perfekte Woche", freute sich der Brasilianer über seinen Start im deutschen Fußball. Erst Ende Januar war er von Porto Alegre an die Elbe gewechselt. "Das ist nicht ganz einfach für ihn", berichtet Adler über seinen neuen Mitspieler. "Als er heute morgen rausgeguckt und gesehen hat, dass alles weiß vor Schnee ist, hat er erstmal einen kleinen Schock bekommen", erzählt der Keeper schmunzelnd und fügt an: "Wir sind froh, dass wir ihn haben".

 Aus Leipzig berichtet Andre Anchuelo

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