Bundesliga

06.03.2016 - 11:20 Uhr


Bürki und Neuer im Klassiker glänzend aufgelegt

Mit überragenden Paraden, wie hier gegen Arturo Vidal, spielt BVB-Keeper Roman Bürki sich in den Vordergrund

Auf der Gegenseite hält auch Manuel Neuer den Kasten sauber - hier rettet er gegen Torjäger Aubameyang

Ein intensives Duell, das am Ende keinen Sieger hat: Der Klassiker zwischen dem BVB und dem FCB endet 0:0

Dortmund - Ein intensives Spiel, hohes Tempo, tolle Stimmung, taktische Finessen – der Klassiker zwischen Borussia Dortmund und dem FC Bayern München hatte alles, was ein Spitzenspiel ausmacht (zum Spielbericht). Es war ein Duell auf Augenhöhe – auch auf Seiten der Torhüter. Roman Bürki war ebenso wie Manuel Neuer der Grund, warum am Ende auf beiden Seiten die Null stand.

28 Minuten waren gespielt, als Dortmunds Torhüter seinen ersten großen Auftritt hatte: Arjen Robben hatte Douglas Costa geschickt, der lief mit dem Ball alleine auf Roman Bürki zu. Der Schweizer warf sich ihm im Mann-gegen-Mann-Duell entgegen, wehrte den Ball mit dem Schienbein ab – eine Aktion auf Weltklasseniveau und damit genau passend für diesen Klassiker. So ruhig, wie er seinen Gegner gestellt hatte, so entspannt bewertet der 25-Jährige die Szene nach der Partie. "Wir sind manchmal schon Risiko gegangen gegen die Bayern, da bleibt so etwas nicht aus."

Bürki hält BVB mit starken Paraden im Spiel

In anderen Spielen oft relativ beschäftigungslos hinter einer sehr stabilen Dortmunder Deckung, durfte und musste Bürki dieses Mal zeigen, dass er ein starker Rückhalt für die Borussia ist. In der 43. Minute hielt er sicher gegen Robben. Überragend sein Reflex in der 64. Minute, als Arturo Vidal nach einer Ecke aus acht Metern abzog und Bürki den Ball mit den Fingerspitzen noch an die Latte lenkt.

Am Ende hatte er alle vier Bälle, die an diesem Abend auf sein Tor kamen, teils spektakulär geklärt. Aber auch das sah der Schweizer ganz gelassen mit einer gehörigen Portion Understatement: "Ich versuche immer mein Bestes. Manchmal gelingt es gut, manchmal gelingt es weniger – ich bin froh, dass es in diesem Spiel ganz gut gelungen ist."

Nur ganz zu Beginn der Partie, da hatte auch Roman Bürki so seine Probleme. In der 5. Minute konnte er eine Flanke von Costa nur vor die Füße von Müller abwehren, der aber über das Tor zielte. Von Anfangsnervosität aber wollte der Dortmunder nichts wissen. "Mit einem Abpraller muss man immer rechnen. Ich fand, ich habe die Flanke sehr gut abgewehrt. Es ist ja nicht meine Aufgabe, Thomas Müller zu decken. Ich muss dem Ball eine andere Fluglinie geben, dass in der Mitte keiner einköpfen kann."

Neuer vereitelt Aubameyang-Treffer

Das klingt nach Selbstbewusstsein – und das verbindet Bürki in jedem Fall auch mit seinem Pendant auf der anderen Seite. Auch Manuel Neuer musste in dieser Partie einmal mehr sein Können beweisen und zeigen, warum er Deutschlands Nummer eins ist. Nach elf Minuten hätte sich der BVB in einer starken Anfangsphase, als die Borussia sogar mehr Ballbesitz verbuchte als die Bayern, fast belohnt. Bei einem Konter im besten Überfallstil hatte Pierre-Emerick Aubameyang die Führung auf dem Fuß – hätte da nicht Neuer noch seine Finger im Spiel gehabt. Auch das zweite Duell zwischen Tor-Torjäger und Torhüter-Titan ging an den Münchner, als Neuer kurz nach der Pause erneut gegen den Gabuner parieren konnte.

Dass der Keeper der Bayern nicht zu mehr Großtaten herausgefordert wurde, war auch der Tatsache geschuldet, dass der BVB im restlichen Spielverlauf immer mehr den Gästen die Balldominanz überlassen musste und gegen eine stabile Defensive nur noch wenige Konter setzen konnte. Die Leistung seiner Abwehr um den jungen Joshua Kimmich war Manuel Neuer dabei nach dem Abpfiff des Klassikers ein Extralob wert: "Wir haben dazu gelernt und uns entwickelt. Es ist schließlich auch ein Prozess, dass sich Spieler, die sonst nicht in der Innenverteidigung spielen, daran gewöhnen müssen. Alle haben dieses Mal ihre Rolle sehr gut ausgefüllt."

Neuer: "Haben es in der eigenen Hand"

Entsprechend relaxt kommentierte Neuer auch das Ergebnis beim ärgsten Titelkonkurrenten: "Wir hatten uns zwar drei Punkte erhofft, aber wir können mit dem Unentschieden leben. Wir hatten die besseren Chancen, aber wir haben sie letztlich nicht genutzt. Außer Toren hat dieses Spiel aber alles gehabt – damit kann man weltweit Werbung machen."

Werbung haben im Klassiker auch beide Torhüter für sich gemacht, indem sie diesem intensiven Duell der beiden besten deutschen Mannschaften ihren Stempel aufgedrückt haben. Was das Unentschieden für das Titelrennen bedeutet, darin waren sich am Ende beide einig.  „"Wir haben gezeigt, dass wir auf Augenhöhe mit den Bayern mithalten können. Wir werden jetzt versuchen, unsere restlichen Spiele alle zu gewinnen, alles andere können wir nicht mehr beeinflussen", stellte Roman Bürki fest. Oder um es mit den Worten von Manuel Neuer zu sagen: "Wir dürfen jetzt nicht locker lassen, aber wir haben es in der eigenen Hand."

Aus Dortmund berichtet Dietmar Nolte

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