Bundesliga

29.01.2017 - 17:20 Uhr


Gladbach wie in besten Zeiten

Wie in besten Zeiten spielte die Borussia phasenweise gegen Leverkusen auf

Leverkusen - Borussia Mönchengladbach hat auf spektakuläre Art seine Auswärtsmisere beendet. Bei Bayer 04 Leverkusen drehten die Fohlen einen Zwei-Tore-Rückstand zur Pause noch in einen 3:2-Erfolg. Es war der erste Sieg unter dem neuen Trainer Dieter Hecking, der erste auswärts seit acht Monaten und der erster Dreier in dieser Saison nach einem Rückstand. Ob es schon die große Trendwende war? Darüber gingen die Meinungen auseinander.

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Dem holprigen Start beim 0:0-Unentschieden in Darmstadt folgte eine zumindest in den zweiten 45 Minuten von Leverkusen eine Gala. Wie in besten Zeiten spielte die Borussia die Werkself an die Wand und erzielte Tor um Tor. Der Lohn für den couragierten Auftritt war ein 3:2-Auswärtssieg, mit dem Mönchengladbach seinen Vorsprung auf den Relegationsplatz auf fünf Punkte ausbaute.

War das schon der Turning Point?

"Dieser Sieg bedeutet mehr als drei Punkte", jubelte Oscar Wendt nach dem Abpfiff. "Es könnte der Turning Point in der Saison gewesen sein", pflichtete ihm Teamkollege Christoph Kramer bei. Der Sportdirektor dagegen trat auf die Euphoriebremse. "Man sollte nach einem Spiel jetzt nicht zu viele Lobeshymnen anstimmen", meinte Max Eberl. "Es gab aber sehr viele Aspekte, die es nun zu bestätigen gilt. Diese Leistung müssen wir jetzt Woche für Woche bringen."

Schon in der Hinrunde wurde die Borussia für einen tollen Start mit vier Siegen in den ersten vier Pflichtspielen gefeiert. Nach fünf Bundesliga-Spieltagen hatte die Elf vom Niederrhein zehn Punkte auf dem Konto und rangierte auf Platz 4. Bis dann jedoch die nächsten zehn Punkte unter Dach und Fach gebracht waren, dauerte es bis zum 18. Spieltag. Andre Schubert, der Erfolgstrainer der Vorsaison, musste zwischenzeitlich gehen, im Winter übernahm Dieter Hecking.

Hecking: Trainer für strauchelnde Clubs

Vier Punkte holte die Borussia unter ihrem neuen Chefcoach aus zwei komplizierten Auswärtspartien. Hecking bestätigte damit seinen Ruf, strauchelnden Clubs Halt geben zu können. Das hat er bei seinen früheren Stationen schon in Nürnberg und Wolfsburg bewiesen. Beide Vereine übernahm er in schweren Zeiten. Den Club rettete er erst vor dem Abstieg und führte ihn dann auf Platz 6. Auch die Wölfe stabilisierte er in seinem ersten Jahr im Abstiegskampf und gewann dann den DFB-Pokal, den Supercup und die Vizemeisterschaft.

Solche Trainerleistungen imponieren auch der Mannschaft. "Dieter Hecking ist schon lange im Geschäft. Er hat seine Erfahrungen schon in verschiedenen Situationen und Tabellenregionen gemacht. Er hat Mannschaften nach oben geführt", weiß Borussia-Kapitän Lars Stindl, der in Leverkusen doppelt traf. "Das versucht er nun auch mit uns."

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Der Trainer lobte den "tollen Auftritt und die tolle Reaktion" seiner Mannschaft. "Darauf können wir aufbauen. Wichtig ist aber, dass wir uns darauf nicht ausruhen. Wir müssen weiter Gas geben. Nur so sind wir für die wichtigen Aufgaben in den kommenden Wochen gerüstet", meinte Dieter Hecking.

Saisonziel: einstelliger Tabellenplatz

Besonders auf die noch vor Weihnachten oft kritisierten Führungsspieler konnte sich der 52-Jährige verlassen. Stindl traf doppelt, Raffael markierte den Siegtreffer, Oscar Wendt und Christoph Kramer steuerten Assists und wichtige Balleroberungen bei. Der Matchwinner Stindl verdiente sich ein Extra-Lob des Sportdirektors. "Er ist ein Junge, der lernt Verantwortung für die Mannschaft eines großen Vereins zu übernehmen. Das hat er getan und sich mit wichtigen Toren belohnt. Er war ein Kapitän, wie er es sein muss", freute sich Max Eberl.

20 Punkte haben die auf Platz 13 notierten Fohlen nun auf der Habenseite, vier Zähler trennen sie von der oberen Tabellenhälfte, fünf vom Relegationsplatz. Am nächsten Samstag empfangen sie den SC Freiburg. "Dieses Spiel wird nicht leichter, sondern mindestens so kompliziert wie die Partie in Leverkusen. Das muss uns allen klar sein", forderte Max Eberl. Mit einem Sieg gegen die Breisgauer kämen die Borussen ihrem Saisonziel "einstelliger Tabellenplatz" einen großen Schritt näher.

Aus Leverkusen berichtet Tobias Gonscherowski

Video: Neue Trainer, neuer Schwung

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