Bundesliga

10.03.2016 - 12:00 Uhr


Steffen Freund: "Der BVB hätte keinen schwierigeren Gegner bekommen können"

Köln - Im Achtelfinale der Europa League steht heute ein Kracher auf dem Spielplan: Borussia Dortmund empfängt im Hinspiel heute Abend Tottenham Hotspur. Steffen Freund war in seiner Karriere sowohl für den BVB, als auch für die Spurs aktiv. Im exklusiven Interview mit bundesliga.de spricht der ehemalige Fußball-Profi über den hochkarätigen Gegner, sein persönliches Highlight mit dem BVB und den Titelkampf zwischen Dortmund und dem FC Bayern München.

bundesliga.de: Herr Freund, heute kommt es zum Duell des Tabellen-Zweiten der Bundesliga und dem Zweitplatzierten der Premier League. Ist Tottenham das schwierigste Los, das der BVB hätte ziehen können?

Steffen Freund: Ich denke der BVB hätte keinen schwierigeren Gegner bekommen können. Manchester und Liverpool sind sicherlich auch schwere Kaliber, stehen aber in der Liga einige Punkte hinter den Spurs. Von den Spaniern ist sicherlich Sevilla, als Titelverteidiger, nicht zu unterschätzen.

bundesliga.de: Im Klassiker haben die Dortmunder gegen den FC Bayern einen Punkt geholt. Kann der BVB mit der Leistung vom Samstag gegen Tottenham gewinnen? Was muss besser gemacht werden?

Freund: Mit der Leistung der ersten Halbzeit hat der BVB eine gute Chance als Sieger vom Platz zu gehen. Gegen Tottenham müssen sie aber über die kompletten 90 Minuten das Tempo hochhalten und ein starkes Gegenpressing zeigen. Mit einer Fünferkette, wie sie es in  der zweiten Halbzeit gegen die Bayern gespielt haben, werde sie auch gegen die Spurs Probleme haben sich durchzusetzen. Die Aussenverteidiger müssen da aktiver sein.

bundesliga.de: Signal Iduna Park vs. White Hart Lane (wo bisher noch nie ein deutsches Team gewinnen konnte). Wie beurteilen Sie die Situation des BVB, erst zu Hause anzutreten?

Freund: Grundsätzlich ist es ein Vorteil das Rückspiel zu Hause zu haben. Gerade wenn es in die Verlängerung gehen sollte, hat das Heimteam meist einen Vorteil.

bundesliga.de: Pierre-Emerick Aubameyang gegen Harry Kane: 22 Tore gegen 17 Tore in der jeweiligen Liga. Wird Aubameyang als Torjäger den Unterschied machen?

Freund: Nicht ein Spieler, sondern die Teamleistung ist heute entscheidend. Wenn die stimmt, haben beide Mannschaften mehrere Spieler, die dann den Ausschlag geben können.

bundesliga.de: Bester Zweitplatzierter der Bundesliga-Geschichte, Pokalhalbfinalist und in der Europa League auf Kurs: Was ist Ihrer Meinung nach das aktuelle Erfolgsrezept der Tuchel-Elf?

Freund: Der taktisch und technisch moderne Fußball und der schnelle Umschalten in der Offensive und Defensive.

bundesliga.de: Ein Blick in die Vergangenheit: Welches Europapokalspiel mit dem BVB war Ihr emotionalstes?

Freund: Vielleicht das Achtelfinale gegen La Coruna. Nach einem 0:1 im Hinspiel stand es zu Hause 1:0 nach 90 Minuten. In der Nachspiel Zeit schoss La Coruna das 1:1 und sah wie der sichere Sieger aus. Mit zwei Tore von Lars Ricken und Karl-Heinz Riedle konnten wir das Spiel buchstäblich in letzter Sekunde drehen.

bundesliga.de: Sie waren sowohl für den BVB, als auch für Tottenham aktiv. Für welchen Club schlägt Ihr Herz heute Abend?

Freund: Heute schlagen zwei Herzen in meiner Brust.

bundesliga.de: Ihr Tipp: Wie geht das Spiel aus?

Freund: 1:0 für den BVB.

bundesliga.de: Kann der BVB auch den FC Bayern in dieser Saison noch gefährden bzw. den Bayern ein dauerhafter Konkurrent in der Bundesliga sein?

Freund: Diese Saison eher nicht, aber Dortmund ist der Top-Kandidat um den Bayern in Zukunft ein Konkurrent auf Augenhöhe zu sein.

Das Interview führte Patrick Eckholt

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