Bundesliga

18.01.2017 - 15:00 Uhr


Freiburgs Florian Niederlechner: "Früher war ich noch für die Bayern"

Köln - Im Interview mit bundesliga.de zieht Angreifer Florian Niederlechner vom SC Freiburg ein positives Fazit seines ersten Jahres in Südbaden. Er spricht außerdem über das anstehende Auftakt-Spiel gegen den Tabellenführer FC Bayern und seiner Liebe zum TSV 1860 München.

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bundesliga.de: Florian Niederlechner, im ersten Spiel nach der Winterpause geht es gleich gegen die Bayern. Schlechter hätte es nicht laufen können, oder?

Florian Niederlechner: Es gibt sicher genau so viele Vor- wie Nachteile, wenn man über die Ansetzung nachdenkt. Es fällt natürlich schon auf, wie oft man in der Stadt auf das Spiel angesprochen wird. Wir freuen uns jedenfalls auf Freitag.

bundesliga.de: Kennen Sie als Kind aus dem Münchner Umland einen der aktuellen Bayern-Spieler persönlich?

Niederlechner: Nein, in deren Kader ist ja auch keiner aus dem Jahrgang 1990, der in Bayern groß geworden ist. Aber aus meiner Hachinger Zeit kenne ich die Brüder von Bastian Schweinsteiger und Mats Hummels.

bundesliga.de: Sie sind vor ziemlich genau einem Jahr von Mainz nach Freiburg gewechselt. Wie fällt Ihr Fazit aus?

Niederlechner: Es ist genau das eingetreten, was ich mir damals vom Wechsel erhofft habe. Dass ich wieder viel spiele, meine Tore mache, dass ich der Mannschaft helfe aufzusteigen. Auch jetzt in der Bundesliga läuft es gut, es war also fast ein perfektes Jahr hier in Freiburg.

bundesliga.de: Zumal es am Anfang dieser Saison hieß: Der Niederlechner ackert, kämpft und spielt sich Chancen heraus, aber er trifft das Tor nicht. Das klappt jetzt auch...

Niederlechner: In der 2. Bundesliga lief es ja super, aber dann habe ich schon am eigenen Leib gemerkt, was für ein Riesenunterschied das noch mal zur Bundesliga ist. Hier spielst du gegen Hummels oder Martinez, und auch am Freitag steht dahinter wieder der weltbeste Torwart. Aber irgendwann gelang mir dann in Hoffenheim der erste Treffer.

bundesliga.de: Und der Knoten war geplatzt...

Niederlechner: Man denkt zumindest: Vielleicht kann man es ja auch in der Bundesliga.

bundesliga.de: Immerhin fünf Tore haben Sie geschossen – und kurz vor Weihnachten einen Doppelpack in Ingolstadt.

Niederlechner:  Es wären auch mehr drin gewesen, die Chancen hatte ich, aber fürs erste richtige Bundesligajahr war’s ganz ordentlich. Wie wir überhaupt als Mannschaft total zufrieden sein können.

bundesliga.de: Nur, dass das öffentlich nicht so richtig honoriert wird, weil Mitaufsteiger RB Leipzig sogar auf Platz zwei steht. Ärgert Sie das?

Niederlechner: Nein, wirklich nicht. Es ist vielleicht sogar ganz gut so, dass wir ein bisschen unterm Radar fliegen, so können wir in Ruhe arbeiten. Ich glaube aber, in der Liga sieht schon der ein oder andere, dass wir mit dem achten Platz in der Hinrunde eine fantastische Leistung gezeigt haben. Zumal wir fast nur junge Spieler in der Mannschaft haben.

bundesliga.de: Im Gegensatz zu manchem Kollegen sind Sie eher ein Spätberufener – und mit 26 Jahren schon so etwas wie der Routinier der Mannschaft.

Niederlechner: Das stimmt. Nach einem Jahr in der D-Jugend bei 1860 war dort für mich schon wieder Schluss. Zu langsam, zu klein, hieß es damals. Dann habe ich in meinem Landkreis bis zur A-Jugend gespielt, auf Kunstrasen und Hartplätzen, ehe es langsam weiterging.

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bundesliga.de: Obwohl Sie damals aussortiert wurden, sind die Löwen Ihr Lieblingsverein...

Niederlechner: In meinem Heimatdorf, Hohenlinden, sind die meisten Einwohner Löwenfans. Wobei ich als Fünfjähriger noch für die Bayern war.

bundesliga.de: Wie kam es zum Sinneswandel?

Niederlechner: Wir hatten einen Riesenfußballplatz im Dorf, auf dem ich immer mit den Nachbarskindern gekickt habe, und das waren eingefleischte Blaue. Als ich einmal im Bayerntrikot kam, haben die mich heimgeschickt zur Mama – ohne das Trikot dürfte ich gerne wiederkommen. Ab dem Zeitpunkt war ich 60-Fan. Später bin ich dann mit meinem Bruder und mit Freunden ins Olympiastadion in die Kurve. Und natürlich zu den Regionalliga-Derbys ins Grünwalder Stadion.

Das Interview führte Christoph Ruf

Im Video: Bundesliga-Unikat Christian Streich

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