Europa League

18.03.2016 - 13:22 Uhr


Fast perfekter BVB ist jetzt der Favorit auf den Titel

Souverän ist der BVB ins Viertelfinale eingezogen. Die Spieler feiern das 2:1 gegen Tottenham

Superstar Pierre-Emerick Aubameyang hat gegen die Hotspurs wieder doppelt zugeschlagen, steht jetzt bei 35 Saisontoren in 40 Pflichtspielen

Henrikh Mkhitaryan ist Europas bester Vorlagengeber mit 20 Assists

London - Nach dem Estadio do Dragao in Porto hat Borussia Dortmund nun auch die White Hart Lane gestürmt. Der BVB steht nach den beiden Siegen gegen Tottenham Hotspur im Viertelfinale der Europa League und kommt um die Favoritenrolle in diesem Wettbewerb wohl nicht mehr herum. Die Mannschaft von Trainer Thomas Tuchel bleibt im Jahr 2016 weiterhin ungeschlagen und will das Abenteuer Europa League fortführen. Auch wenn es jetzt gegen den FC Liverpool und Ex-Coach Jürgen Klopp geht.

Als an der altehrwürdigen White Hart Lane am Donnerstagabend gegen 21.50 Uhr Ortszeit Schiedsrichter Nicola Rizzoli die Partie abpfiff, war das Stadion der Tottenham Hostpur bereits zur Hälfte leer. Die Fans des Zweiten der englischen Premier League hatten schon das Weite gesucht. Im Prinzip war die herauf beschworene Aufholjagd der Nord-Londoner bereits nach 24 Minuten beendet. Da hatte Dortmunds Ausnahmestürmer Pierre-Emerick Aubameyang das 1:0 für die Schwarz-Gelben erzielt.

Schnell den Zahn gezogen

"Mit dem Führungstreffer haben wir Ihnen schnell den Zahn gezogen", sagt Marco Reus, der den BVB als Kapitän aufs Feld führte. Mats Hummels wurde geschont und schaute sich die Partie von der Ersatzbank aus an. Er wurde aber auch nicht gebraucht, denn die Abwehr der Dortmunder stand über 90 Minuten sehr sicher. Das Tor zum 2:1-Endstand (zum Spielbericht) durch den Ex-Leverkusener Heu Ming Son war der erste Torschuss auf das Gehäuse von BVB-Keeper Roman Weidenfeller, der wie gewohnt in der Europa League im Tor der Schwarz-Gelben stand.

In der Offensive kann sich der BVB in dieser Saison vor allem auf den Gabuner Aubameyang verlassen. Afrikas "Fußballer des Jahres" erzielte beide Tore des BVB und hat damit im 40. Pflichtspiel dieser Saison seinen 35. Treffer erzielt. Genau so viele Torbeteiligungen hat nur sein Konkurrent um die Torjägerkanone in der Bundesliga Robert Lewandowski zu bieten. Aubameyangs Teamkollege Henrikh Mkhitaryan ist in den europäischen Topligen jetzt sogar alleiniger Spitzenreiter, wenn es um Torvorlagen geht. In ebenfalls 40 Partien gab der Armenier 20 Mal den entscheidenden letzten Pass. "Wenn wir so spielen wie gegen Tottenham, dann sind wir schwer zu schlagen", erklärt Marco Reus, der normalerweise das dynamische Duo zu einem dynamischen Trio ergänzt. Doch an der "WHL" stand der Nationalspieler dieses Mal im Schatten seiner beiden Teamkollegen.

In Sachen Offensivstärke kann es in Europa nur noch der FC Barcelona mit den Westfalen aufnehmen. Nur die Katalanen haben mehr Tore in dieser Saison erzielt als der BVB. Messi, Suarez und Co. trafen bisher satte 141 Mal, der BVB kommt immerhin auf 110 Tore.

Tuchel: "Völlig verdient weitergekommen"

Nach der Auslosung hatte man sich auf den direkten Vergleich der jeweils Tabellenzweiten der Bundesliga und der Premier League gefreut. Auf dem Platz verwies der BVB die Nord-Londoner in 180 Spielminuten in ihre Schranken und gewann beide Vergleiche völlig verdient. Als bisher einziges deutsches Team konnte der BVB die White Hart Lane stürmen, das gelang nicht einmal den Bayern.

"Ich nehme die Erkenntnis mit, dass man sich auf die Mannschaft verlassen kann. Du brauchst eine ganz bestimmte Haltung, wenn du in England gewinnen und an der White Hart Lane bestehen möchtest. Und die haben wir gezeigt und völlig losgelöst vom Hinspiel-Ergebnis unser Ding durchgezogen, sehr fleißig und sehr konzentriert. Es war ein völlig verdientes Weiterkommen", analysiert Trainer Thomas Tuchel gewohnt messerscharf.

Selbstvertrauen ohne Ende

In diesem Jahr läuft es für die Dortmunder fast wie am Schnürchen. Der Zweite der Bundesliga tanzt noch auf allen drei Hochzeiten (Bundesliga, DFB-Pokal und Europa League) und bleibt in 2016 weiterhin ungeschlagen. "Wir haben mit den Siegen gegen Porto und Tottenham ein Ausrufezeichen gesetzt", freut sich Matthias Ginter, der hofft, dass die Reise durch Europa erst im Mai in Basel endet. Dort findet das Finale der Europa League statt.

Durch die anhaltende Erfolgsserie hat der BVB ein enormes Selbstvertrauen entwickelt, wie Marco Reus unterstreicht. "Es läuft fast perfekt im Moment. Wir wollen diesen Schwung jetzt mitnehmen und am Sonntag in Augsburg auch gewinnen. Wenn wir so spielen, wie gegen Tottenham, dann sind wir schwer zu schlagen." Trotz der bereits 42 absolvierten Pflichtspiele in dieser Saison scheint es keine Anzeichen auf einen Hänger bei den Borussen zu geben. "Wir machen das derzeit sehr gut und können trotz der vielen Spiele gut regenerieren", erklärt Marco Reus. Sein Trainer lobt die gesamte Mannschaft: "Wir haben jetzt zweimal gegen Porto und gegen Tottenham gewonnen. Das Team darf sehr stolz auf seine Leistungen sein."

Aus London berichtet Alexander Barklage

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