Bundesliga

03.03.2016 - 10:54 Uhr


Dortmund blickt nach oben: "Es wird jetzt noch mal eng"

Erik Durm erzielte gegen Darmstadt das 2:0

Darmstadt - Eine Schlüsselfigur beim ungefährdeten 2:0-Sieg von Borussia Dortmund beim SV Darmstadt 98 war Erik Durm, der dem Klassiker gegen den Rekordmeister FC Bayern München am Samstag mit viel Optimismus entgegenfiebert.

Der Sieg gegen Darmstadt 98 war schnell abgearbeitet. Zu eindeutig war die Überlegenheit der Dortmunder, die beim 2:0-Sieg am Böllenfalltor 70 Prozent Ballbesitz hatten – ein fantastischer Wert für eine Auswärtsmannschaft. Doch die statistischen Details waren nicht das Thema von Erik Durm, der sichtlich gut gelaunt in die Interviewzone kam.

Keine großspurigen Kampfansagen

Und das lag längst nicht nur an seinem Tor zum 2:0 (53.). Sondern schlicht und einfach daran, dass parallel der FC Bayern ausgerutscht war. Damit dass Mainz 05 in der Allianz-Arena einen Auswärtssieg landen würde, hatte auch der Linksverteidiger nicht gerechnet.

Doch nun, so Durm, bestehe vor dem "Klassiker" am Samstag eine neue Lage: "Klar, wir wissen und die Bayern wissen: Es wird jetzt noch mal eng, weil es nur noch zwei Punkte sind, wenn wir gewinnen. Und dass wir zu Hause gegen die Bayern gewinnen können, das weiß auch jeder. Wir wollen das Ding natürlich gewinnen.“

Dass das Meisterschaftsrennen nun wieder völlig offen sei, wollte der Linksverteidiger allerdings nicht behaupten. Überhaupt sei es keine Idee, großspurige Kampfansagen hinauszuposaunen. "Jetzt müssen wir erst mal gewinnen und dann können wir uns immer noch darüber unterhalten, ob was geht.“

Energieleistung in der vierten englischen Woche

Durm, der von 2010 bis 2012 im Nachwuchs der Rheinhessen spielte, die gerade beim großen Rivalen gewonnen hatten, war der Mann des Spiels beim BVB. Die komplette Hinrunde über war der Nationalspieler aufgrund einer Knieverletzung zum Zuschauen verurteilt gewesen, in seinem dritten Saisonspiel über 90 Minuten gelang ihm nun prompt das entscheidende 2:0, bei dem er seinen alten Kumpel Christian Mathenia im Lilien-Tor mit einem satten Rechtsschuss überwand (53.).

"Christian kenne ich schon lange, es war schön, ihm einen reinzuhauen“"schmunzelte Durm, der allerdings auch eine kritische Anmerkung hatte. "Nach dem 2:0 hätten wir ein bisschen ruhiger spielen können und ein bisschen mehr den Ball laufen lassen können." Man habe seinem Team die Müdigkeit nach all den Spielen der vergangenen Wochen angemerkt. Der BVB hat schließlich die vierte englische Woche in Folge in den Knochen.

Ordentliches Debüt von Passlack

Genau aus diesem Grund – und im Hinblick auf das eminent wichtige Spiel am Samstag – hatte Trainer Thomas Tuchel seine Startelf auch im Vergleich zum 3:1-Sieg gegen Hoffenheim auf acht Positionen verändert. Roman Bürki (Infekt) und Marco Reus, dem Tuchel aufgrund seiner muskulären Probleme eine Pause gönnen wollte, waren gar nicht erst nach Darmstadt mitgefahren. Lukas Piszczek war vor Ort, wurde dann aber doch geschont. Mit seinen Rochaden konnte der Coach, der sich noch während des Spiels eine Mütze gegen die klirrende Kälte hatte bringen lassen, im Übrigen vollauf zufrieden sein.

Gonzalo Castro und Adrian Ramos gehörten zu den besten Spielern ihrer Elf, Ramos erzielte wie bereits gegen Hoffenheim sogar ein Tor und zeigte, dass er da ist, wenn er gebraucht wird. Genau wie der erst 17-jährige Felix Passlack, der bei seinem Bundesliga-Debüt über 69 Minuten eine ordentliche Partie auf der offensiven rechten Außenbahn zeigte. "Wir haben heute mit einer neuen Konstellation gespielt", sagte Tuchel. "Es ist ein tolles Gefühl, dass man sich so auf die Spieler verlassen kann."

Natürlich blickte dann auch Tuchel schnell nach vorne und sprach von einer "Ausgangslage, die noch besser ist", für die man aber in den zurückliegenden Wochen aber auch "hart geschuftet" habe. "Der Vorsprung ist geschmolzen, wir werden alles daran setzen, ihn weiter zu verkürzen", sagte er. Ähnlich hatte es zuvor auch Erik Durm formuliert, für den das Fazit des Spieltages eh feststand: "Bayern hat verloren, es hat also alles gepasst."

Aus Darmstadt berichtet Christoph Ruf

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