Europa League

11.03.2016 - 09:01 Uhr


Erik Durm: "Nochmal richtig reinklotzen"

Dortmund - Lange Zeit war Erik Durm verletzt, jetzt kämpft er sich bei Borussia Dortmund wieder in den Vordergrund. Und das im wahrsten Sinne des Wortes: Sowohl gegen die Bayern als auch beim 3:0-Erfolg über Tottenham Hotspur in der Europa League überzeugte der Weltmeister in einer ungewohnt offensiven Rolle.

Nach der Partie gab es für Durm ein Extralob von Trainer Thomas Tuchel: "Erik ist im Moment sehr gut am Ball, trifft die richtigen Entscheidungen. Er hat körperliche Voraussetzungen, die unserem Spiel gut tun. Und er ist sehr flexibel einsetzbar – das lieben die Trainer." Der Gelobte selbst sprach im Interview nach dem souveränen Sieg über seine neue Rolle auf dem Platz und seine Gesundheit, die Aussichten in der Europa League und den nächsten Dortmunder Gegner. Am Sonntag erwartet der BVB den 1. FSV Mainz 05, bei dem Erik Durm einst selbst gekickt hat.

"Wir sind natürlich superglücklich"

Frage: Erik Durm, wie überrascht waren Sie, wie dominant und souverän der Zweite der Bundesliga den Zweiten der Premier League beherrscht?

Erik Durm: Das Ergebnis ist absolut deutlich, das kann man nicht anders sagen. Aber man hat trotzdem gesehen, dass Tottenham eine super Truppe ist, wenn man sich selbst mal kurz zurückzieht und sie spielen lässt. Aber wir haben über die gesamten 90 Minuten kaum etwas zugelassen. Wir waren aggressiv und haben versucht, ihr Forechecking zu überspielen. Das haben wir gut gemacht, sind gut über die Außenbahnen durchgekommen und haben drei wunderschöne Tore erzielt. Damit sind wir natürlich superglücklich.

Frage: Marco Reus war mit seinem Doppelpack der Mann des Spiels.

Durm: Marco ist ein überragender Spieler, da müssen wir gar nicht darum herum reden. Er ist so stark und er hat sich diese Tore verdient. Es war wichtig für ihn – und für uns natürlich auch.

Frage: Ist dieser 3:0-Sieg ein Ergebnis, wie man es sich besser vorher kaum hätte wünschen können?

Durm: Ja, natürlich! Zuhause zu Null zu spielen und drei Tore gegen Tottenham zu machen, darauf können wir wirklich stolz sein. Wir hatten sogar noch ein, zwei gute Chancen. Aber wir brauchen auch im Rückspiel noch ein Tor, dann dürfte es durch sein. Wir dürfen nicht nach England fahren und denken, wir sind jetzt schon durch. Aber das werden wir auch nicht tun. Wir bleiben voll fokussiert – am Sonntag erstmal wieder in der Liga auf Mainz.

Frage: Wie schwierig ist es für die Mannschaft, die Intensität so hoch zu halten: Erst das Spiel gegen die Bayern, jetzt Tottenham und am Sonntag eben Mainz.

Durm: Das machen wir schon die gesamte Saison über und es geht auch nur so. Das wissen wir, deswegen sind wir immer hoch fokussiert und wach in der Birne. Das klappt bis jetzt ganz gut und es gibt auch keinen Grund, nachzulassen. Wir freuen uns auf Sonntag und auch auf das Rückspiel bei Tottenham.

Frage: Sie selbst mussten aufgrund von Knie-Problemen lange pausieren, konnten erst in der Rückrunde Ihr Saisondebüt feiern. Wie geht es Ihnen gesundheitlich?

Durm: Das Knie merke ich gar nicht mehr. Es ist alles gut verheilt. Ich bin sehr glücklich, denn bis jetzt hält alles super. Ich bin guter Dinge, was meine Gesundheit betrifft. Außerdem haben wir viel Erfolg – das ist dann natürlich doppelt schön.

Frage: Sie spielen neuerdings nicht mehr in der Viererabwehrkette, sondern eher ungewohnt sehr offensiv auf der rechten Seite. Wie würden Sie Ihre neue Rolle selbst beschreiben?

Durm: Das ist eine gute Frage! Offensiv stand ich gegen Tottenham sehr hoch, da war ich fast schon rechter Stürmer. Defensiv bin ich dann wie schon gegen die Bayern eher nach hinten in eine Fünferkette gerückt. Und eigentlich war ich ein Mittelfeldspieler. Da jetzt die richtige Bezeichnung für meine Position zu finden, ist gar nicht so einfach.

"Die richtige Bezeichnung für meine Position zu finden ist gar nicht so einfach"

Frage: Sie haben schon die Partie am kommenden Sonntag angesprochen. Was für ein Spiel erwarten Sie gegen Ihren alten Klub Mainz 05?

Durm: Es ist mein Ex-Verein und auch mein Ex-Trainer. Wir erwarten eine sehr giftige Mannschaft. Die Mainzer haben unlängst gegen die Bayern gewonnen, sind gut drauf, haben eine Hochphase. Wir müssen die drei Spiele bis zur Länderspielpause nochmal richtig reinklotzen. Wir werden versuchen, alle drei Spiele zu gewinnen. Dann können wir mit Ausnahme der Nationalspieler mal ein paar Tage ausruhen und ein bisschen durchschnaufen.

Frage: Wie präsent ist das Thema Nationalmannschaft für Sie selbst zurzeit? Bald stehen wieder Nominierungen an und Sie waren schließlich mit dabei, als Deutschland Weltmeister wurde.

Durm: Freunde und Familie wünschen sich natürlich, dass ich wieder dabei bin. Ich selbst auch, aber ich setze mich da jetzt nicht mega unter Druck. Ich versuche, wie gegen die Bayern und gegen Tottenham meine Chance zu nutzen, gute Spiele zu machen und der Mannschaft zu helfen. Alles andere habe ich nicht zu entscheiden. Es wäre sicher falsch, wenn ich sagen würde, ich würde mir nichts ausrechnen. Aber mein Fokus liegt auf der Gesundheit und dem Erfolg im Verein.

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