Bundesliga

01.09.2016 - 16:12 Uhr


Eine bunte Historie der Bundesliga-Rückennummern

Da kann Klemen Lavric (2.v.l.) noch so kritisch gucken: Andreas Görlitz (r.) hält den Rekord für die höchste Rückennummer der Bundesliga-Geschichte

Die wohl lustigste Begründung für die Wahl der Rückennummer lieferte der ehemalig Wolfsburger Maik Franz

Philipp Klement vom 1. FSV Mainz 05 ist der Spieler mit der höchsten Rückennummer in dieser Saison

Köln - Es gehört mittlerweile bei der Vorstellung eines Neuzugangs zum Standardprogramm: Bevor sich der seit Jahren beobachtete, absolute Wunschspieler, der auch charakterlich unheimlich gut zur Truppe passt, den Fragen der Journalisten stellt, wird das Trikot mit der Rückennummer des Toptransfers präsentiert. Da ist es eigentlich kaum vorstellbar, dass die Historie der festen Rückennummern in der Bundesliga noch gar nicht so lang ist.

Es war der 11. August 1995 als in der Bundesliga erstmals Spieler mit fest vergebenen Rückennummern aufliefen. Richard Cyron von Fortuna Düsseldorf erzielte in der 2. Minute das erste Tor der Saison 1995/96 und der Stadionsprecher im Weserstadion, wo die Fortuna zum Auftakt gastierte, wird sich wahrscheinlich verwundert die Augen gerieben haben. "Der Torschütze war der Spieler mit der Nummer 26", musste er damals ins Mikrofon sprechen. Heute wäre das nichts ungewöhnliches, aber im August 1995 war das ein Novum.

Rekordträger Görlitz, Rechenkünstler Franz

In den letzten 21 Jahren hat sich im Fußball einiges gewandelt. Für viele Profis ist die Rückennummer zu einem Markenzeichen geworden. Michael Ballack riskierte für seine Nummer 13 einst sogar einen Kollegenstreit beim FC Chelsea und übernahm das Jersey von Mitspieler William Gallas. Nach seiner erfolgreichen Zeit bei Bayer Leverkusen und dem FC Bayern München wollte er auf sein Markenzeichen nicht mehr verzichten. Und dass, obwohl er in Kaiserslautern einst mit der Rückennummer 3 seine erste Meisterschaft feierte.

Ein ehemaliger Mitspieler von Ballack sorgte in der Saison 2007/08 für einen bis heute gültigen Bundesliga-Rekord. Andreas Görlitz trug nach seinem Wechsel von München zum Karlsruher SC die "77" auf dem Rücken - die höchste Rückennummer eines Bundesliga-Profis. Die Nummer wählte er als Reminiszenz an die Rockband "Room 77", deren Frontmann Görlitz bis heute ist. Der zweifache Nationalspieler löste Bixente Lizarazu als Rekordhalter ab, der in seiner zweiten Bayern-Zeit mit der "69" auflief. Die Begründung war ganz einfach: 1,69 Meter groß, 69 Kilo schwer, 1969 geboren.

Etwas weniger einleuchtend war die Wahl der Nummer bei Maik Franz. Der knallharte Innenverteidiger hätte bei seinem Wechsel zum VfL Wolfsburg im Sommer 2001 gerne die "6" bekommen, aber die trug schon Claus Thomsen. Also entschied sich Franz für die "33". So weit, so normal. Seine Begründung war dann allerdings einigermaßen erstaunlich: "Drei mal drei ist sechs. Eigentlich wollte ich die Nummer 6 haben, aber die war schon besetzt", erklärte Franz damals. Nun ja, fast richtig.

Kampl hält den Saisonrekord

Um ein allzu wildes Nummernspiel zu verhindern, werden seit der Spielzeit 2011/12 Rückennummern über 40 nur in Ausnahmefällen vergeben. So ärgerte sich Leverkusens Kevin Kampl zwar über die Auftaktniederlage in Mönchengladbach, sicherte sich aber dennoch einen persönlichen Titel: Mit seiner "44" war Kampl am ersten Spieltag der Spieler mit der höchsten Rückennumer - auch, weil Philipp Bargfrede von Werder Bremen, der diese Nummer seit dem Beginn seiner Bundesliga-Laufbahn 2008/09 trägt, noch verletzt ist.

Einer könnte aber sowohl Kampl als auch Bargfrede übertreffen: Philipp Klement vom 1. FSV Mainz 05 hat die Rückennummer 47 - und damit die höchste aller Bundesliga-Spieler in dieser Saison. Der 23-jährige Spielmacher stand allerding im Pokal und in Dortmund nicht im Kader und kam in der zweiten Mannschaft zum Einsatz. Dort trägt er übrigens die Nummer 10 - die vielleicht größte Nummer der Fußballgeschichte.

Florian Reinecke

Weitere Artikel
#BLFantasy
#BLTippspiel
Zu- und Abgänge

© 2016 DFL Deutsche Fußball Liga GmbH