Champions League

17.03.2016 - 10:13 Uhr


Bayern München: Ein Erfolg, der zusammenschweiSSt

Nach dem Erreichen des Viertelfinals feiert Thomas Müller mit den Fans

München - Nach der emotionalen Achterbahnfahrt sehnte sich Thomas Müller nach etwas Ruhe. "Ich bin mehr platt als euphorisiert", gestand Müller. Für die Party mit den Fans auf dem Zaun der Südtribüne hatte die Kraft gerade noch gereicht. Mit seinem Tor in der Nachspielzeit gegen Juventus Turin hatte Müller den Einzug ins Champions-League-Viertelfinale überhaupt erst wieder möglich gemacht und den Weg zu einem Erfolg geebnet, der später, im Rückblick auf die gesamte Saison des FC Bayern München als Schlüsselereignis bezeichnet werden könnte.

"Vielleicht kann es noch ein bisschen enger zusammenschweißen, aber das weiß man immer erst am Ende der Saison", erklärte Philipp Lahm. Der 4:2-Sieg nach Verlängerung ist auch auf den schon jetzt großen Zusammenhalt innerhalb der Mannschaft zurückzuführen, der sich zum Beispiel an den Reaktionen auf Müllers späten Ausgleich festmachen lässt. "Wie unsere Bank gejubelt hat, war super", sagte Kapitän Lahm.

Tribünengäste Boateng und Martinez fiebern mit

Auch ein paar Reihen dahinter auf der Pressetribüne hielt es die Rekonvaleszenten Jerome Boateng und Javi Martinez zu diesem Zeitpunkt schon lange nicht mehr auf ihren Sitzen. Während Martinez vor Nervosität den Kragen seiner Jacke bearbeitete, ging Boateng die Bewegungen der Spieler auf dem Rasen bei jeder Aktion mit - als wollte er aus der Ferne mithelfen, den Ball ins Tor zu tragen. Bei der anschließenden Jubelfeier in der Bayern-Kabine waren die beiden dann wieder mittendrin im Kreis der Mannschaft.

Der Spielbericht: Eine irre Aufholjagd

Die große Erleichterung über den dramatischen Viertelfinaleinzug in der Königsklasse war bereits kurz zuvor beim Abpfiff auf dem Rasen der Allianz Arena spürbar. Trainer Pep Guardiola reckte beide Fäuste in den Münchner Nachthimmel. Die Reise in der Champions League, die fast ein vorzeitiges Ende gefunden hätte, geht auch für ihn in seiner letzten Saison als Bayern-Coach weiter. "Die Mentalität des Vereins ist: 'weiter, immer weiter.' Das habe ich in den drei Jahren hier in München gelernt", sagte der Katalane bereits vor dem Spiel.

Stetiger Glaube an eigene Stärke

Dieser stetige Glaube die eigene Stärke, den sie auch trotz des 0:2-Rückstands gegen Juventus Turin nicht verloren haben, hat die Münchner schon in der Vergangenheit immer wieder ausgezeichnet und zu großen Erfolgen geführt. Arjen Robbens Siegtreffer im Finale von Wembley 2013 war nur einer dieser magischen Bayern-Momente.

Gegen Juve musste der Matchwinner von damals wegen einer Erkältung und Adduktorenproblemen passen. Der eingewechselte Kingsley Coman, der Müllers Tor vorbereitete und schließlich zum 4:2-Endstand traf, ersetzte Robben aber in dieser Hinsicht gleichwertig. "Es ist natürlich schön, wenn man einen 0:2-Rückstand dreht und Spieler von der Bank dabei auch noch entscheidend sind. Das trägt zum positiven Klima innerhalb der Mannschaft bei", sagte Lahm.

"Spiele, die einen weit bringen können"

Und selbst wenn sich Lahm im Hinblick auf den weiteren Saisonverlauf nicht festlegen wollte, Bayerns Vorstandsvorsitzenden Karl-Heinz Rummenigge lehnte sich da schon etwas weiter aus dem Fenster. "Das sind Spiele, die die Mannschaft zusammenschweißen und die einen auch weit bringen können", sagte Rummenigge.

Interview: Lahm über die Stärken seines Teams

Der Wegbereiter sah das ähnlich. "Es schadet sicherlich nicht", sagte Müller. Das ersehnte Ziel ist das Finale in Mailand am 28. Mai. Mit wem es der FC Bayern auf dem Weg dorthin in der Runde der letzten Acht zu tun bekommt, entscheidet sich am Freitag. Konkrete Wünsche hatten die Bayern am Abend nach dem Erfolg gegen Juve allerdings nicht, schließlich habe man auf den Ausgang der Auslosung ohnehin keinen Einfluss. Und so blieb Müllers Wunsch nach etwas Ruhe vorerst der einzige, den sich die Bayern erfüllen konnten.

Aus München berichtet Maximilian Lotz

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