Bundesliga

23.10.2016 - 11:46 Uhr


FCB: Douglas Costa rückt sich wieder in den Fokus

Douglas Costa nutzt seinen Treffer zum 2:0 zu einem einem ganz besonderen Torjubel

München - Die Bilder von Douglas Costas traumhaftem Start vor gut einem Jahr beim FC Bayern München sind noch allzu gut bekannt, wenn auch etwas verblasst. Seine Vorstellung beim 2:0-Erfolg gegen Borussia Mönchengladbach weckt Erinnerungen an die Glanzleistungen zu Beginn der Vorsaison - doch vielmehr sorgt Costa mit einem Foto für Aufsehen.

In der 31. Minute trifft der Brasilianer zum 2:0-Endstand. Es ist nicht nur sein erster Saisontreffer, sondern auch sein erstes Tor mit dem schwächeren rechten Fuß. Nachdem der 26-Jährige den Treffer zunächst mit seinen Teamkollegen feiert, läuft er zur Tribüne neben der Trainerbank. Mit dem Handy eines Kumpels schießt Costa dort ein Jubel-Selfie, das sogleich in den sozialen Medien die Runde macht.

Costa weckt Erinnerungen an Elber

"Er hat schon länger nicht mehr getroffen und wenn man ein Tor schießt, dann kommen immer ein paar Emotionen heraus. Es hat so ausgesehen, als ob es schon abgemacht war", beschrieb Thomas Müller, der zu diesem Zeitpunkt noch auf der Bank saß, die Szene. "Ich denke, solche Typen brauchen das auch. Das ist das, was den Fußball ausmacht."

Müller sah Parallelen zu einem früheren Bayern-Stürmer: "Ich erinnere mich gerne noch an den Jubel von Giovane Elber, eingerollt im FC-Bayern-Emblem." Und auch der Selfie-Jubel ist keineswegs neu: In der vergangenen Saison bejubelte etwa Roma-Legende Francesco Totti auf diese Weise in Italien einen Treffer im Derby gegen Lazio.

Ancelotti drückt ein Auge zu

Sein Landsmann Carlo Ancelotti nahm die Aktion von Costa mit einem Schmunzeln zur Kenntnis. "Wir leben in einer Welt mit Social Media", sagte der Bayern-Trainer. "Natürlich wäre es mir lieber, wenn die Spieler auf das Spiel fokussiert bleiben, aber das kann manchmal passieren. Er hat ein gutes Spiel gemacht. Ich kann es ihm durchgehen lassen."

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In der Tat rückte Costas herausragende Leistung auf dem Spielfeld durch seinen ausgefallenen Jubel abseits des Platzes etwas in den Hintergrund. Nach überstandenen Oberschenkelproblemen feierte er sein Startelfdebüt in der laufenden Bundesligasaison. Dabei kurbelte der flinke Flügelspieler das Offensivspiel des Rekordmeisters immer wieder an. Hinter Arjen Robben (fünf) gab Costa die zweitmeisten Torschüsse (drei) ab und schlug zusammen mit David Alaba die meisten Flanken (vier) - zwei der scharfen Hereingaben wurden nur um Haaresbreite nicht zu Torvorlagen, weil die Abnehmer einen Schritt zu spät kamen.

Ribery-Konkurrent bringt sich in Stellung

Außerdem zog Costa trotz vorzeitiger Auswechslung in der 73. Minute in der Endabrechnung die zweitmeisten Sprints aller Spieler an. Wie schon zu Beginn seiner Debütsaison im vergangenen Jahr, überzeugte Costa auch jetzt in der Rolle als Vertreter des verletzten Franck Ribery. Während er vor einem Jahr vor allem als Vorbereiter am Fließband glänzte, setzte Costa nun mit seinem Premierentor in dieser Spielzeit das erste Highlight. Im Kampf um einen Stammplatz links außen mit dem möglicherweise schon bald zurückkehrenden Franzosen hat sich Costa mit dieser Leistung wieder selbst in den Fokus gerückt.

Trainer Ancelotti nimmt die ansteigende Formkurve Costas wohl erfreut zur Kenntnis, schließlich ist der Italiener ein großer Freund der Rotation. Mit Blick auf die bevorstehenden englischen Wochen mit Bundesliga, DFB-Pokal und Champions League kann der Bayern-Coach schließlich jeden Spieler gebrauchen - auch wenn das nächste Tor Costas womöglich wieder außergewöhnliche Folgen haben könnte. "Vielleicht kommt er nächstes Mal zu mir", spekulierte Ancelotti, "dann können wir ein Bild zusammen machen."

Aus München berichtet Maximilian Lotz

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