Bundesliga

15.02.2016 - 17:38 Uhr


Dominique Heintz: Kölns neue "Geheimwaffe"

Dominique Heintz erzielt gegen Eintracht Frankfurt sein erstes Bundesliga-Tor

Der gebürtige Pfälzer ist in Köln zum Publikumsliebling geworden

Mit 82 Prozent Passquote zeigt er im Spiel gegen Frankfurt hohe Fertigkeiten am Ball

Fans und Mitspieler schätzen den direkten Youngster ebenso, wie sein Trainer

"Ich bin dafür da, Tore zu verhindern und hinten den Laden sauber zu halten", sagt Heintz

Köln - Der 1. FC Köln hat seinen Aufwärtstrend der letzten Wochen fortgesetzt. Gegen Eintracht Frankfurt gewann die Geißbockelf verdient mit 3:1 (zum Spielbericht) und blieb damit zum dritten Mal in Folge unbesiegt. Zum ersten Sieg der Kölner im Jahr 2016 steuerte auch Youngster Dominique Heintz einen Treffer bei. Er ist längst eine feste Größe im Team des FC.

Im Sommer wagte Dominique Heintz den großen Sprung. Vom Zweitligisten 1. FC Kaiserslautern wechselte der 22-Jährige an den Rhein. Beim 1. FC Köln rechnete sich der U21-Nationalspieler gute Chancen aus, sich auch in der Bundesliga durchzusetzen. Denn nach dem Abgang von Kevin Wimmer war beim FC ein Platz in der Innenverteidgung frei geworden. Der Pfälzer nutzte seine Chance.

Die Zuverlässigkeit in Person

Schon nach sieben Monaten beim FC war Dominique Heintz zur Zuverlässigkeit in Person geworden. Die ersten 18 Bundesliga-Partien spielte er als Innenverteidiger komplett durch, dann musste er wegen eines grippalen Infekts ein Spiel aussetzen. Da sein Ersatzmann Mergim Mavraj in Wolfsburg eine starke Leistung ablieferte, kam Heintz in den letzten beiden Spielen als Außenverteidiger zum Zug. Auch diese Aufgabe erledigte er zur vollen Zufriedenheit von Trainer Peter Stöger.

Die Kölner schätzen die Vielseitigkeit ihres Talents und seinen Charakter so sehr, dass sie den ohnehin bis 2019 dauernden Kontrakt unmittelbar vor dem Spiel gegen die Eintracht um zwei weitere Jahre verlängerten. "Heintzi hat den Sprung in die Bundesliga super hinbekommen. Seine Einstellung als Profi ist top. Es ist eine Freude, ihn in unserem Team zu haben und mit ihm zu arbeiten", lobt Stöger den Abwehrmann (Stimmen zum Spiel gegen Frankfurt).

"Frankfurt liegt mir"

Der Jungstar hat sich längst zum Sympathieträger des Vereins entwickelt und ist auch bei den Medien immer ein gefragter Ansprechpartner, weil er frank und frei in seinem Pfälzer Singsang seine Meinung sagt, manchmal fundierte Kritik übt und dabei meistens auf hohle Phrasen verzichtet. Gegen Frankfurt gab es keinen Anlass zur Kritik. Heintz erledigte wie immer unaufgeregt seinen Job. Er bestach durch seine Passsicherheit (82 Prozent seiner Zuspiele kamen beim Mitspieler an), seine Zweikampfstärke (69 Prozent gewonnen) und glänzte sogar als Torschütze (zu den Topdaten).

Der wichtige Treffer zur 2:1-Führung ging auf seine Konto. Einen Freistoß von Filip Mladenovic hatte er wuchtig ins Frankfurter Tor geköpft und den FC damit auf die Siegerstraße gebracht. Nachdem er schon im Hinspiel gegen die Eintracht beim wenig erfreulichen 2:6-Debakel getroffen hatte, drängte sich die Frage auf, warum es gegen Frankfurt für ihn so gut läuft. "Ich bin die neue Geheimwaffe", scherzte der Torschütze. "Frankfurt liegt mir."

Allerdings weiß Dominique Heintz schon, wo seine Kernkompetenz liegt. "Ich bin dafür da, Tore zu verhindern und hinten den Laden sauber zu halten", erklärt er seine Dienstpflichten. "Aber wenn ich bei einer Standardsituation mal einen Ball reinnicke, ist das auch eine schöne Sache." Den Tag wird der Youngster jedenfalls nicht so schnell vergessen.

"Wir haben alles richtig gemacht, die Vertragsverlängerung heute am Geburtstag des FC zu veröffentlichen. Dann mache ich auch noch ein Tor. Besser kann es nicht laufen", sagte Heintz nach dem Abpfiff. Dem FC erhalten bleibt er, weil er sich in Köln "einfach wohl" fühlt und "Mannschaft, Trainerteam, Fans und Stadion einfach top" seien.

In diesem Umfeld kann sich Heintz in Ruhe weiterentwicklen. Denn eins ist für Peter Stöger klar: "Er ist mit gerade einmal 22 Jahren ein sehr junger Spieler, der mit wachsender Erfahrung sein wirkliches Potenzial erst noch erreichen wird. Dabei wollen wir ihm in den kommenden Jahren helfen."

Aus Köln berichtet Tobias Gonscherowski

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