Bundesliga

18.01.2017 - 16:03 Uhr


Die einzigartigen Stadien der Bundesliga - Teil 3

Die "Gelbe Wand" im Dortmunder Signal Iduna Park ist die größte Stehplatztribüne Europas

Köln - Für viele Fans besitzt das Stadion des Lieblingsclubs eine schon fast mystische Anziehungskraft. Allein der Anblick lässt das Herz schon ein wenig schneller schlagen. Und das völlig zu Recht, denn jedes der 18 Bundesliga-Stadien ist auf seine Art Einzigartig. Bevor am 20. Januar die Bundesliga wieder beginnt, hat bundesliga.de die Heimspielstätten der Clubs unter die Lupe genommen und stellt in einer dreiteiligen Serie einige der Besonderheiten der Stadien vor. Im dritten und letzten Teil erfahrt ihr Wissenswertes zu den Arenen der Top 6 der Tabelle.

Signal Iduna Park Dortmund

Wer an den Signal Iduna Park denkt, denkt natürlich sofort an die legendäre "Gelbe Wand". 100 Meter breit, 40 Meter hoch und mit einer Neigung von 37 Grad so steil wie eine Skisprungschanze - die Südtribüne ist nicht nur imposant, sondern mit 24.454 Plätze auch die größte Stehplatztribüne Europas. Mit mehr als 80.000 Zuschauer hat der BVB den höchsten Zuschauerschnitt aller Fußball-Clubs weltweit.

Eröffnet wurde das damalige Westfalenstadion am 2. April 1974 mit einem Benefizspiel zwischen Borussia Dortmund und dem alten Rivalen FC Schalke 04 eröffnet. Kurios: Das erste Bundesliga-Spiel fand am 2. April 1976 ohne Dortmunder Beteiligung statt. Der VfL Bochum, der im April 1976 wegen des Neubaus des Ruhrstadions ins Westfalenstadion auswich, empfing den FC Schalke 04. Das erste Bundesliga-Tor im Dortmunder Stadion schoss ausgerechnet die Schalker Ikone Erwin Kremers. Der BVB spielte damals in der 2. Bundesliga.

 

Wirsol Rhein-Neckar-Arena-Sinsheim

Ursprünglich sollte das neue Stadion der TSG Hoffenheim in Heidelberg entstehen, aber Club und Stadt konnten sich 2006 nicht einigen. So entstand die Rhein-Neckar-Arena direkt gegenüber dem Auto- und Technikmuseum in Sinsheim. Technikaffin ist auch das Umfeld des Stadions geplant: 460 überdachte Parkplätze sind mit Solarzellen versehen und produzieren Strom, der ins öffentliche Netzt eingespeist wird. So wird in etwa der Energiebedarf von 270 Vier-Personen-Haushalten gedeckt. 

Commerzbank Arena Frankfurt

Die heutige Arena ist bereits das vierte Stadion das an gleicher Stelle errichtet wurde. Das ursprüngliche Waldstadion wurde im Mai 1925 eröffnet. Zwischen 2002 und 2005 wurde das Stadion im laufenden Spielbetrieb umgebaut. Dabei wurde die Laufbahn entfernt und die Zuschauerränge rückten deutlich näher ans Spielfeld heran. Vor dem Umbau saßen die Zuschauer bis zu 125 Meter vom Spielfeldrand entfernt. Nun sind es maximal noch 60 Meter. Bemerkenswert ist auch, dass im Frankfurter Stadion neben der Eintracht auch schon der 1. FSV Mainz 05, der FSV Frankfurt, der SV Wehen-Wiesbaden und sogar Lokalrivale Kickers Offenbach mindestens ein Heimspiel austrugen. 

Olympiastadion Berlin

Das Berliner Olympiastadion ist das einzige Stadion der Bundesliga ohne Stehplatzbereich. Grund dafür sind die strengen Auflagen des Denkmalschutzes, denen der für die olympischen Spiele 1936 entstandene Komplex unterliegt. Dementsprechend sensibel musste auch beim Umbau in den Jahren 2000 bis 2004 vorgegangen werden. Die alten Natursteine wurden einzeln sandgestrahlt und so konnte siebzig Prozent der historischen Bausubstanz erhalten. Die Tartanbahn wurde auf Wunsch von Hertha BSC blau gefärbt. Befürchtungen, Wasservögel könnten deswegen im Stadion landen, bewahrheiteten sich nicht. 

Red Bull Arena Leipzig

Das Leipziger Zentralstadion, der Vorgänger der Red Bull Arena, war ein Ort der Rekorde. Sowohl der Zuschauerrekord für ein Punktspiel als auch für ein Länderspiel auf deutschem Boden wurden in Leipzig aufgestellt. Am 9. September 1956 strömten 100.000 Zuschauer zum Derby zwischen SC Rotation Leipzig und dem SC Lokomotive Leipzig. Sogar 110.000 Zuschauer verfolgten das 1:4 der DDR gegen die CSR im Oktober 1957. Einen Zuschauerrekord für ein deutsches Viertligaspiel wurde am 29. Mai 2013 beim Spiel RB Leipzig gegen die Sportfreunde Lotte aufgestellt. Das Relegationsspiel zum Aufstieg sahen 30.104 Besucher. Der Rekord wurde im Februar 2015 bei der Partie Alemannia Aachen gegen Rot-Weiss Essen um gut 200 Zuschauer übertroffen.

Allianz Arena München

Das Markenzeichen der Allianz Arena sind die 2760 beleuchbaren Folienkissen. Ursprünglich ließen sich die Kissen nur in blau, weiß oder rot erleuchten, aber im Sommer 2014 wurden die Kissen mit LED-Technik nachgerüstet und können so in allen Farben erstrahlen. Beim Umbau wurden auf einer Fläche von 26.000 Quadratmetern mehr als 300.000 LEDs verteilt. Die Strahlkraft ist so groß, dass das Licht auch noch auf Berggipfeln in 75 Kilometern Entfernung zu sehen ist. Hightech gibt es auch im Stadioninneren: Die Blöcke 112 und 113 der Südkurve sind mit im Boden versenkbaren Klappsitzen für internationale Spiele ausgerüstet. Darüber hinaus ist das viergeschossige Parkhaus im Süden der Arena mit rund 9.800 Pkw-Stellplätzen das größte Parkhaus eines Fußballstadions in Europa.

Florian Reinecke

Die einzigartigen Stadien der Bundesliga – Teil 1

Die einzigartigen Stadien der Bundesliga – Teil 2

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