Bundesliga

12.01.2017 - 14:03 Uhr


Die einzigartigen Stadien der Bundesliga – Teil 2

In der Schalker Veltins Arena betreten die Spieler durch einen künstlichen Kohlestollen das Spielfeld

Köln – Für viele Fans besitzt das Stadion des Lieblingsclubs eine schon fast mystische Anziehungskraft. Allein der Anblick lässt das Herz schon ein wenig schneller schlagen. Und das völlig zu Recht, denn jedes der 18 Bundesliga-Stadien ist auf seine Art Einzigartig. Bevor am 20. Januar die Bundesliga wieder beginnt, hat bundesliga.de die Heimspielstätten der Clubs unter die Lupe genommen und stellt in einer dreiteiligen Serie einige der Besonderheiten der Stadien vor. Im zweiten Teil erfahrt ihr Wissenswertes zu den Arenen der Clubs im Mittelfeld der Tabelle.

WWK Arena Augsburg

Die Heimspielstätte des FC Augsburg ist eine Pionierarbeit der modernen Baukunst. Die WWK-Arena ist das erste klimaneutrale Fußballstadion der Welt - dank Wärmepumpen und sechs 40 Meter tiefen Brunnen. Umwälzpumpen drücken maximal 200.000 Liter Wasser pro Stunde durch zwei Plattenwärmetauscher und pumpen es anschließend um ein paar Grad kälter in den Grundwasserstrom zurück. Dabei wird dem wärmeren Grundwasser Energie entzogen, um ein Kältemittel zur Verdampfung zu bringen. Neben dem gesamten VIP- und Logentrakt werden die Umkleidekabinen sowie die Büros so in den kalten Monaten komplett geheizt. Außerdem reicht die Energie auch noch für den Betrieb der Rasenheizung. Dafür gibt es auf jeden Fall die grüne Meisterschale für den FCA.

Veltins Arena Gelsenkirchen

Die Fans des FC Schalke 04 können sich in ihrem Stadion über den größten Videowürfel Europas freuen. Mit über 305 Quadratmetern Bildfläche ist der im Sommer 2016 installierte Würfel mehr als doppelt so groß wie sein Vorgänger. Besonderes Flair entfaltet die Veltins Arena aber auch schon im Stadioninnenleben: So erinnert der Spielertunnel an die Schalker Tradition als Club der Bergarbeiter. Bevor es aufs Spielfeld geht, müssen die Stars durch einen künstlichen Kohle-Stollen. Einmalig auf der Welt!

Opel Arena Mainz

Der sportliche Aufschwung des 1. FSV Mainz 05 hatte zur Folge, dass das alte Stadion am Bruchweg nicht mehr den Anforderungen des Clubs genügte. Aufgrund von Auflagen zum Lärmschutz konnte das Stadion aber weder ausgebaut, noch auf demselben Gelände ein neues Stadion gebaut werden. Die Suche nach einem geeigneten Ort gestaltete sich schwierig: Insgesamt vier mögliche Standorte wurden geprüft und wieder verworfen, bis im Februar 2008 die heutige Lösung entwickelt wurde. Kurios: Zwischenzeitlich war auch eine gemeinsame Arena mit dem SV Wehen Wiesbaden im Gespräch. Wer nun das Mainzer Stadion mit den charakteristischen roten Torbögen besucht, sollte an passende Kleidung denken. Die Opel Arena liegt nämlich in einer Kaltluftschneise.

BayArena Leverkusen

Eines der hervorstechendsten Merkmale des Stadions von Bayer 04 Leverkusen fällt auf den ersten Blick gar nicht so auf. Wer aber genauer hinsieht, wird feststellen, dass die Dachkonstruktion nicht – wie normalerweise üblich – auf den Tribünen aufsetzt, sondern sich selbst trägt. Zudem ragt das Dach weit über die Tribünen heraus, so dass sich auch Zuschauer im äußeren Bereich bei Regen unterstellen können. Die jetzige BayArena wurde seit dem ersten Spatenstich im April 1956 häufig umgebaut, was zur Folge hatte, dass der Fanbereich der Werkself häufiger wechselte. Ursprünglich standen die Fans im alten Ulrich-Haberland-Stadion im südlichen Holztribünenbogen, der Südkurve (P-Block). Als dann das Stadion in den 1980er Jahren mit neuen Betontribünen modernisiert wurde, wechselten die Fans 1985 in die Stehkurve des A-Blocks und 1991 in den Norden, den C-Block. Zum Ende des Jahrtausends wurde das Stadion nach britischem Vorbild zaun- und stehplatzfrei und die Fans bezogen 1996 den D-Block der Nordtribüne. Mittlerweile ist dort auch wieder Platz für 3.000 Stehplätze.

Schwarzwald-Stadion Freiburg

Der Ursprung des Freiburger Stadions geht bis in die fünfziger Jahre zurück: Am 1. September 1954 wurde der Vorgänger des Schwarzwald-Stadions eingeweiht. Erst mit dem Aufstieg in die Bundesliga 1993 erhielt das Stadion eine Flutlichtanlage. Für die Lizenzierung benötigt der SC Freiburg für die Bundesliga eine Sondergenehmigung, da das Spielfeld nur 100,5 Meter lang und damit eigentlich 4,5 Meter zu kurz ist. Das ist aber nicht das einzige Alleinstellungsmerkmal der Freiburger Spielfläche: Der Rasen hat nach Norden hin ein leichtes Gefälle von einem Meter.

Rheinenergie Stadion Köln

Der damalige "Sportpark Müngersdorf wurde auf Bestreben von Konrad Adenauer bereits 1923 eröffnet und war bis zum Bau des Berliner Olympiastadions 1936 die größte deutsche Sportanlage. Nach schlechten Erfahrungen beim Umbau in den siebziger Jahren, als der 1. FC Köln zwischenzeitlich in der Radrennbahn seine Heimspiele austragen musste, wurde das alte Müngersdorfer Stadion während des laufenden Spielbetriebs umgebaut. Nach 30 Monaten Bauzeit wurde die letzte Tribüne am 31. Januar 2004 freigegeben. Markenzeichen des Rheinenergie Stadions sind die beleuchteten Türme an den Ecken der Tribünen, die nach der Umstellung auf LED-Licht seit Oktober 2016 auch farbig beleuchtet werden können. Bei Heimspielen des FC erstrahlen sie nun in rot und weiß.

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