Bundesliga

14.04.2017 - 17:04 Uhr


Freiburg ist die gröSSte Überraschung der Saison

Die Freiburger Mannschaft jubelt gemeinsam. Zwölf Siege hat der SCF schon eingefahren

Köln - Es wird höchste Zeit, den SC Freiburg zu würdigen. In einer Bundesliga-Saison, die zahlreiche Überraschungsteams zu bieten hat, redet kaum jemand über die Mannschaft aus dem Breisgau. Dabei ist die Leistung von Christian Streich und seiner Mannschaft vielleicht die beeindruckendste von allen.

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RB Leipzig ist als Aufsteiger auf dem besten Wege zur Vizemeisterschaft, die TSG 1899 Hoffenheim und Eintracht Frankfurt kämpften letztes Jahr gegen den Abstieg und dieses Jahr um Europa. Der 1. FC Köln und Hertha BSC bestätigen die starke Vorsaison und gehören zur Spitzengruppe. All diese Leistungen verdienen Respekt. Doch inmitten all dieser Überraschungsteams steht die größte Überraschung. Den sechsten Platz der Tabelle belegt sechs Spieltage vor Saisonende doch tatsächlich der SC Freiburg. Eine enorme Leistung, bedenkt man, dass der Aufsteiger mit einem der kleineren Etats der Liga zurechtkommen muss.

"Es sieht sehr gut aus und ich bin momentan sehr zufrieden", sagt Christian Streich ganz bescheiden. Der 51-jährige ist seit fünf Jahren und drei Monaten im Amt und somit der aktuell dienstälteste Trainer der Bundesliga. Streich ist beliebt. Nicht nur im Verein, sondern eigentlich überall, weil er ein meinungsstarker Typ ist, einer der sich viele Gedanken zu Themen macht, die nicht Fußball heißen. Er hat seinen Spielern gesagt wie wichtig es ist, dass sie wählen gehen und er hat sich auf einer Pressekonferenz vor einem Bundesliga-Spiel auch schon zur Wichtigkeit von Zivilcourage im Umgang mit Fremdenfeindlichkeit geäußert.

Video: Super-Joker Petersen

Dass er ein sehr guter Trainer ist, hat Streich in dieser Saison abermals unter Beweis gestellt. Mit einer Mannschaft ohne große Stars holte er bereits 41 Punkte. Der Klassenerhalt ist schon jetzt sicher, nun darf man beim SCF sogar darauf hoffen, im Endspurt noch einen Europa-League-Platz zu ergattern.

Das Freiburger Team ist zusammengestellt durch kluge Transfers und Eigengewächse, die im Breisgau allesamt einen Schritt nach vorne gemacht haben. Da wäre zum Beispiel Innenverteidiger Caglar Söyüncü, den der SCF aus der zweiten türkischen Liga geholt hat und der in der Bundesliga schnell auf sich aufmerksam machen konnte. Da wäre auch Vincenzo Grifo, der schon vor einem Jahr vom FSV Frankfurt kam und mit sechs Toren und sieben Vorlagen Freiburgs Topscorer ist. Und dann gibt es noch Maximilian Philipp, der den Sprung aus der Freiburger U19 in die Bundesliga geschafft hat, in dieser Saison acht Tore schoss und um den so mancher Konkurrent den SC Freiburg beneidet. Ach ja, in Person von Nils Petersen hat man auch noch den besten Joker der Liga (acht Tore nach Einwechslung) in den eigenen Reihen.

Ein wenig ärgerlich ist es für Streich nun, dass Grifo und Philipp in der Schlussphase der Saison Verletzungspausen einlegen müssen. Doch seine Mannschaft hat einen entscheidenden Vorteil. "Wir stehen jetzt nicht mehr so extrem unter Druck wie andere Mannschaften", weiß Streich. Die nötigen Punkte sind bereits eingefahren, ab jetzt ist alles Bonus.

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Das gilt auch für das Spiel an diesem Samstag. Da müssen die Freiburger beim Mitaufsteiger RB Leipzig ran, über dessen Leitungen schon deutlich mehr geredet und geschrieben wurde. Leipzigs Trainer Ralph Hasenhüttl weiß einzuschätzen, was im Breisgau geleistet wird. "Mit den Möglichkeiten macht Christian Streich das sensationell. Ich ziehe alle Hüte, die ich habe, vor dem, was dort passiert."

Sollte Freiburg sich in Leipzig durchsetzen, wäre das sicherlich eine Überraschung. Aber überraschen können sie in Freiburg ja ziemlich gut.

Tim Müller

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