Bundesliga

08.02.2016 - 13:56 Uhr


Darum ist Stuttgart die Mannschaft der Stunde

Offensiv stark - defensiv verbessert: Stuttgart agiert deutlich effektiver als in der Vorrunde

Köln – Keine Bundesliga-Mannschaft hat 2016 so viele Punkte gesammelt wie der VfB Stuttgart. Die Schwaben haben alle Spiele in der Rückrunde gewonnen. Zur Erinnerung: Nach den ersten drei Spielen der Hinserie gegen die gleichen Gegner stand man ohne jeden Zähler auf Platz 17. bundesliga.de nennt die Gründe für den Aufschwung.

"Wir haben in kurzer Zeit einen Teamgeist entwickelt und funktionieren super als Mannschaft", sagte Trainer Jürgen Kramny auf der Presskonferenz vor dem DFB-Pokal-Spiel gegen Borussia Dortmund, wo der VfB sogar ins Halbfinale einziehen kann. Doch nicht nur das Selbstvertrauen im Team ist besser, die Mannschaft agiert auch rein faktisch komplett anders als in der Hinrunde.

Stark im Abschluss – verbessert in der Defensive

Die blanken Zahlen: Stuttgart ist mit neun Punkten nicht nur die beste Rückrundenmannschaft, sie stellen mit neun Treffern auch die beste Offensive im Jahr 2016. Dass der VfB attraktiv nach vorne spielen kann, bewies die Mannschaft bereits unter Alexander Zorniger in der Hinrunde. Doch haderte der noch über die vielen vergebenen Chancen, so agiert der VfB von heute viel abgeklärter vor dem gegnerischen Kasten: Jeder siebte Torschuss zappelt in der Rückrunde im Netz, in den ersten drei Saisonspielen waren noch 14 Versuche pro Treffer nötig.

Erfahrung ist wieder was wert

Problematisch war neben der Chancenverwertung zu Beginn der Saison in erster Linie das teils vogelwilde Defensiv-Verhalten. Mit vier Gegentoren liegt man jetzt in der Rückrunde zumindest im Durchschnitt. In den ersten drei Saisonspielen sprinteten die Stuttgarter 443 Mal nach vorne, aber nur 284 Mal nach hinten. 2016 gab es weniger Sprints nach vorne (374), jedoch weit mehr nach hinten (366). Auffallend dabei: Die Schwaben gewinnen in der Defensive prozentual deutlich mehr Duelle (51 Prozent) als im Vergleichszeitraum in der Hinrunde (45 Prozent), obwohl die Mannschaft absolut gesehen weniger Zweikämpfe führt.

Ein Faktor für die deutlich gesteigerte Effektivität in der Rückwärtsbewegung sind auch Kramny's Personalentscheidungen: Setzte Zorniger zu Beginn der Saison noch auf eine unerfahrene Innenverteidigung mit dem 19-jährigen Timo Baumgartl und Adam Hlousek, der eigentlich auf dem linken Flügel beheimatet ist, so sind bei Kramny Daniel Schwaab und der bereits aussortierte Georg Niedermeier gesetzt. Beide kommen zusammen auf eine Erfahrung von 311 Bundesliga-Spielen. Das Durchschnittsalter der Mannschaft lag gegen Eintracht Frankfurt erstmals über 27 Jahren.

Mehr Puste in der Schlussviertelstunde

Betrachtet man die Zahlen weiter, wird klar, dass die Mannschaft entweder fitter ist oder zumindest die Kräfte besser einsetzt als in der Hinrunde: An den ersten drei Spieltagen der Saison brach Stuttgart in der Schlussviertelstunde regelmäßig ein, kassierte in den letzten 15 Minuten 1:5 Tore. Im Jahr 2016 hat man in der "heißen Phase" des Spiels sogar eine positive Bilanz (3:1 Tore in der Schlussviertelstunde).

Der Trend zeigt im Schwabenland also deutlich nach oben. Ein Fünf-Punkte-Polster auf den Relegationsplatz sollte für eine gewisse Sicherheit sorgen. Geht der VfB diesen Weg kontinuierlich weiter, dürfte das Abstiegsgespenst bald vertrieben sein.

Von Karol Herrmann

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