Bundesliga

19.05.2016 - 09:24 Uhr


Saison-Rückblick: Hertha übertrifft seine Ziele

Hertha war zunächst die Überraschungsmannschaft, spielte zeitweise um die Champions League mit

Die Defensive um John Brooks (r.) und Sebastian Langkamp war das Herzstück der Herthaner

Mit extrem großem Anteil an der starken Berliner Saison: Coach und Ex-Spieler Pal Dardai

Köln - Die Spielzeit 2015/16 ging spektakulär zu Ende. Zeit für eine ausführliche Bilanz. bundesliga.de analysiert die Leistung aller Clubs und blickt auch schon nach vorne. So lief das Jahr für Hertha BSC:

Saisonverlauf: Nach hinten geht die Luft aus

So formidabel Hertha BSC die Spielzeit 2015/16 begann, so sehr ging es nach der Winterpause abwärts. Rangierten die Berliner nach der ersten Saisonhälfte  ziemlich überraschend auf Platz 3, reichte es in der Rückrundentabelle nur noch für den drittletzten Platz. Unter dem Strich stand mit Platz 7 die Qualifikation für die Europa League, bei der das Team von Pal Dardai aber bereits Ende Juli in die erste von zwei Play-off-Runden muss, um sich für die Gruppenphase zu qualifizieren.

Nichtsdestotrotz wurde das Saisonziel, nichts mit dem Abstiegskampf zu tun zu haben, deutlich übertroffen. "Der siebte Platz ist ein wunderschöner Platz", konstatierte Dardai denn auch. Der ungarische Coach war es, der mit seiner akribischen Arbeit an der defensiven Ordnung und auch des Spiels mit dem Ball aus einem eher durchschnittlichen Kader für Monate einen Champions-League-Anwärter gemacht hatte. Nach hinten raus endete die Saison allerdings mit acht Pflichtspielen ohne Sieg. Hatte sein Team "Angst vor dem Erfolg", wie Dardai vermutete? Dass es vor allem ein Kopfproblem war, liegt jedenfalls auf der Hand.

So funktioniert die Spinnennetz-Grafik

Der Top-Spieler

  • Salomon Kalou war Top-Torschütze der Hertha in der Saison 2015/16 – mit 14 Treffern landete er ligaweit auf Rang sechs der Torschützenliste.

  • Acht seiner 14 Saisontore erzielte der Ivorer auswärts – nur Top-Torjäger Robert Lewandowski traf in der Fremde häufiger.

  • Kalou hat sich im zweiten Jahr bei der Hertha deutlich gesteigert, in der Saison 2014/15 hatte Kalou nur sechs Tore in 27 Spielen erzielt.

  • Alle vier Saison-Spiele ohne Kalou in der Startelf hat Hertha verloren!

Spruch der Saison: Pal Dardai

Der Aufsteiger der Saison

Seit Anfang 2014 ist Rune Jarstein bei Hertha, doch bislang war es dem Norweger nicht gelungen, an dem Platzhirschen im Hertha-Gehäuse, Thomas Kraft, vorbeizukommen. So ging Kraft auch in diese Saison als Nummer 1, doch seine Verletzung am fünften Spieltag war Jarsteins Chance. Eindrucksvoll nutzt sie der norwegische Nationalkeeper - nicht nur auf der Linie zeigte der 31-Jährige starke Reflexe, auch beim Herauslaufen und vor allem im Spiel mit dem Ball verlieh er seinem Team zusätzliche Qualität. So blieb Jarstein auch nach Krafts Genesung die Nummer 1.

Top-Fakten

  • Nur drei Mannschaften kassierten weniger Gegentore als Hertha (42).

  • Hertha kassierte die wenigsten Gegentore nach Konterangriffen (drei).

  • Nur Hamburg traf öfter mit einem direkt verwandelten Freistoß (drei Mal) als Hertha (zwei Mal).

Das Topspiel der Hertha-Saison

Hertha fuhr mit dem 4:0 bei Darmstadt 98 am 16. Spieltag nicht nur den höchsten Saisonsieg ein, sondern sprang mit einer spielerisch abgeklärten Leistung erstmals in der Saison auf Platz 3.

>>> Die drei Hertha-Topspiele im Video

Highlight der Saison: Dreierpack mit Turban

Es war der 12. Spieltag, Hertha trat zum Gastpiel bei Hannover 96 an. Salomon Kalou lief nach kurierter Platzwunde und Gehirnerschütterung aus der Vorwoche mit einem blau-weißen Kopfverband auf. Drei Mal schoss der Ivorer mit dem vereinsfarbenen Turban aufs Tor der Niedersachsen, drei Mal zappelte der Ball im Netz. Als erster Herthaner seit Theofanis Gekas am 21. März 2010 schnürte Kalou damit einen Dreierpack. Der Stürmer zeigte sich damit höchst effizient – und überbot bereits nach eine guten Drittel der Saison seine Marke aus der Vorsaison, indem er sein Torkonto auf sieben Treffer schraubte. Am Saisonende waren es deren 14.

So geht's weiter

In Sachen Kaderplanung ist bei Hertha BSC bislang wenig fix. Der ausgeliehene Hajime Hosogai könnte theoretisch zurückkehren. Fest steht: Die Leistungsträger sollen gehalten werden. Nicht unkompliziert für die Kaderplanung ist, dass erst Ende August feststeht, ob es zusätzliche Einnahmen aus der Europa-League-Gruppenphase geben wird. Umgekehrt bräuchten die Berliner in dem Fall auch einen breiteren Kader.

Eigentlich sollte der Trainingsbeginn am 3. Juli sein, er könnte wegen der Europa-League-Quali-Spiele aber vorgezogen werden. Mehrere Spieler sind zudem im Sommer mit ihren Nationalteams bei Turnieren (EURO, Copa America, Olympia). Das könnte Vladimir Darida, Peter Pekarik, Valentin Stocker, Fabian Lustenberger, John Brooks, Niklas Stark und Mitchell Weiser betreffen.

Andre Anchuelo

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