Bundesliga

19.05.2016 - 09:24 Uhr


Saison-Rückblick: Wolfsburg stürzt ins Mittelfeld

Der VfL Wolfsburg kann 2015/16 als Vizemeister nicht die eigenen Erwartungen erfüllen

Hat sich im Mittelfeld zu einer Persönlichkeit entwickelt: Maxi Arnold (l.)

Mit wechselhaften Leistungen: Die Nationalspieler Max Kruse, Andre Schürrle und Julian Draxler (v.l.)

Köln - Die Spielzeit 2015/16 ging spektakulär zu Ende. Zeit für eine ausführliche Bilanz. bundesliga.de analysiert die Leistung aller Clubs und blickt auch schon nach vorne. So lief das Jahr für den VfL Wolfsburg:

Saisonverlauf: Nur wenig Grund zu feiern

Statt zur Jagd auf die Bayern zu blasen, stürzte der Vizemeister ins Mittelmaß der Tabelle ab und verpasste selbst das Minimalziel Europa League. Hauptgrund: Der Abgang von Kevin de Bruyne nach dem dritten Spieltag. Trainer Dieter Hecking war mit dem Rekord-Scorer der Pokalsieger-Saison (zehn Treffer/21 Assists) in die Vorbereitung und in die Saison gegangen. Den Abgang des Rudelführers haben die Wölfe trotz namhafter Verstärkungen wie Julian Draxler (Schalke), Max Kruse (Mönchengladbach) und Dante (Bayern München) nicht kompensieren können. Weiter fehlte ein zweiter Stoßstürmer. Der verletzungsbedingte Ausfall von Bas Dost vom 18. bis 28. Spieltag konnte aus dem Kader nicht kompensiert werden. Nicklas Bendtner konnte die Erwartungen nie erfüllen. Von dem dänischen Nationalspieler trennte man sich im Saisonverlauf in gegenseitigem Einvernehmen.

Hinzu kommt eine eklatante Auswärtsschwäche. Von den 17 Reisen in die Fremde brachten die Grün-Weißen nur 13 von 51 möglichen Punkten zurück in die Autostadt. Nur Frankfurt (zwölf Zähler) war ein noch angenehmerer Gast in der Liga.

So funktioniert die Spinnennetz-Grafik

Der Top-Spieler

  • In 13 Bundesliga-Spielen 2015/16 mit Koen Casteels im Tor holte der VfL Wolfsburg 25 Punkte (sieben Siege, vier Remis, zwei Niederlagen); hochgerechnet auf eine ganze Saison wären das 65 Punkte – das wäre Rang drei gewesen.

  • Mit dem Belgier gab es in 13 Partien mehr Punkte und Siege als in 21 Spielen mit Diego Benaglio (20 Zähler).

  • Casteels parierte 79 Prozent der Bälle auf sein Tor (ligaweiter Topwert gemeinsam mit Manuel Neuer), Benaglio kam nur auf 61 Prozent.

Spruch der Saison: Dieter Hecking

Der Aufsteiger der Saison

In der Winterpause lotste der VfL Bruno Henrique von Belo Horizonte in die Autostadt. Der 25-Jährige dribbelte sich mit herzerfrischendem Fußball sofort in die Herzen der Fans. Vor allem in der Champions League im Viertelfinale gegen Real Madrid zeigte er teils überragende Leistungen. Leider verhinderte eine Verletzung seinen Einsatz in den abschließenden fünf Partien der Saison. Aber an dem Brasilianer werden die Wölfe noch viel Freude haben.

Top-Fakten

  • Wolfsburg hat die meisten unterschiedlichen Torschützen in seinen Reihen (16).

  • Nur zwei Mannschaften hatten eine geringere Fehlpassquote als der VfL (17,3 Prozent).

  • Wolfsburg erzielte von allen Teams die meisten Tore nach Flanken aus dem Spiel (14).

Das Topspiel der Wolfsburg-Saison

Der 6:0-Kantersieg gegen den SV Werder Bremen am 13. Spieltag war nicht nur der höchste Saisonsieg, es war auch eine Gala-Vorstellung von Max Kruse, der einen Doppelpack und eine Vorlage beisteuerte.

>>> Die drei Wolfsburg-Topspiele im Video

Highlight der Saison: Ronaldo am Rande eines K.o.

Wozu der VfL Wolfsburg sportlich in der Lage ist, zeigten die Grün-Weißen hauptsächlich in der Champions League. Niemand hatte einen Pfifferling auf die Wölfe gesetzt, als das Star-Ensemble von Real Madrid sich in der Volkswagen Arena die Ehre gab. Am Ende feierten die Wölfe einen hochverdienten 2:0-Erfolg und träumten eine Woche lang vom Einzug ins Halbfinale der Königsklasse.

So geht's weiter

Viel Arbeit für Klaus Allofs und die Verantwortlichen beim VfL für die Kaderplanung der kommenden Saison. Platz acht soll eine Ausnahme bleiben. Ziel ist eine Rückkehr auf die europäische Bühne.

Es gilt, einen Backup für Dost sowie nach dem Abgang von Publikumsliebling Naldo einen Top-Spieler für die Innenverteidiger-Position zu finden. Weniger Sorgen bereitet das Mittelfeld, wo Trainer Dieter Hecking sowohl defensiv wie offensiv die Qual der Wahl hat. Mut macht, dass Draxler nach normaler und vor allem André Schürrle nach sehr langer Eingewöhnungszeit langsam die in sie gesetzten Erwartungen erfüllen. Auch bei Kruse ist noch Luft nach oben.

Unter Vertrag genommen wurde bislang nur Victor Osimhen. Das Top-Talent entdeckten die Wölfe-Scouts bei Ultimate Strikers Academy in Nigeria. Der 17-jährige Hoffnungsträger gilt als Option für die Zukunft, stößt aber erst in der Winterpause zum Wolfsrudel.

Jürgen Blöhs

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