Bundesliga

21.05.2016 - 13:30 Uhr


Saison-Rückblick: Souveräne Premiere des FC Ingolstadt

Großer Jubel in Ingolstadt: Nach einer fast sorgenfreien Saison steht der souveräne Klassenerhalt für die Schanzer

Basis des Erfolgs war vor allem die starke Abwehrarbeit. Mit 42 Gegentreffern stellte der FCI die viertbeste Defensive der Saison. Auch, weil Ramazan Özcan ein großer Rückhalt war

Und vorne traf Moritz Hartmann (l.). Der 29-Jährige steuerte zwölf Treffer zum Klassenerhalt bei

Köln - Die Spielzeit 2015/16 ging spektakulär zu Ende. Zeit für eine ausführliche Bilanz. bundesliga.de analysiert die Leistung aller Clubs und blickt auch schon nach vorne. So lief das Jahr für den FC Ingolstadt:

Saisonverlauf: Nie schlechter als Rang 12

Als 54. und bislang jüngster Bundesligist startete der erst 2004 gegründete FC Ingolstadt im vergangenen Sommer mit dem Ziel Klassenerhalt in seine Premierensaison im Oberhaus. "Wir schreiben Geschichte neu", lautete das Motto der Schanzer. Und der FCI verewigte sich auch prompt in der Bundesliga-Historie: Als erster Aufsteiger gewann Ingolstadt seine ersten drei Auswärtsspiele.

Es war der Grundstein für eine vollkommen sorgenfreie Saison, in der die Oberbayern nicht ein Mal auf einem Abstiegsplatz und insgesamt nie schlechter als Platz zwölf standen. "Uns zu schlagen ist nicht so einfach, und wir werden unsere Punkte holen", kündigte Trainer Ralph Hasenhüttl vor der Saison im bundesliga.de-Interview an. Er sollte Recht behalten. In einer auf offensives Pressing und schnelles Umschalten ausgelegten 4-3-3-Grundordnung war der FCI für jeden Gegner unbequem. Zudem wurde der heimische Audi-Sportpark in der Rückrunde zur Festung - die einzige Heimniederlage gab es im letzten Spiel gegen den Deutschen Meister FC Bayern.

So funktioniert die Spinnennetz-Grafik

Der Top-Spieler

  • Moritz Hartmann erzielte in seiner ersten Bundesliga-Saison zwölf Saisontore, war damit bester Schütze des FCI – in seinen fünf Zweitligaspielzeiten hatte er nie öfter als sieben Mal pro Saison getroffen.

  • Acht seiner zwölf Treffer erzielte Hartmann per Strafstoß, er war mit dieser Ausbeute der erfolgreichste Schütze vom Punkt der Saison 2015/16, vergab nicht einmal.

  • Besonders das Saisonfinish von Hartmann hatte es in sich: In den letzten zehn Spielen traf er sieben Mal.

Spruch der Saison: Stefan Lex

Der Aufsteiger der Saison

Moritz Hartmann ist der dienstälteste Schanzer und mit zwölf Saisontoren der Toptorjäger. Mehr Treffer in einer Spielzeit gelangen dem Mittelstürmer nur in seiner Debütsaison für den FCI - allerdings damals noch in der 3. Liga (21 Tore, 2009/10). Auch wenn es für ihn - wie für viele andere im Team - die erste Bundesliga-Spielzeit war, zählt er mit seinen 29 Jahren zu den Routiniers. Seine Erfahrung spiegelt sich in seiner 100-prozentigen Trefferquote vom Punkt wider: Acht Mal trat Hartmann zum Elfmeter an, acht Mal verwandelte er - auch gegen Weltmeister Manuel Neuer.

Top-Fakten

  • Nur zwei Mannschaften nutzen ihre Großchancen besser als Ingolstadt (62,5 Prozent).

  • Der FCI traf ligaweit am häufigsten nach Standardsituationen (17 Mal).

  • Die Schanzer gewannen 54,3 Prozent der Defensiv-Zweikämpfe – Ligaspitze.

Das Topspiel der FCI-Saison

Gegen den FC Schalke 04 feierte der FCI seinen höchsten Sieg in seiner noch jungen Bundesliga-Geschichte - dank des typischen Ingolstädter Spiels. Nach einem von Toptorjäger Moritz Hartmann verwandelten Elfmeter führten jeweils durch konsequentes Pressing erzwungene Fehler der Schalker Hintermannschaft zu den weiteren Gegentoren durch Lukas Hinterseer und Dario Lezcano.

>>> Die drei FCI-Topspiele im Video

Highlight der Saison: Frühzeitiger Klassenerhalt

Entgegen aller düsteren Prognosen vermeintlicher Experten vor der Saison machte der Aufsteiger bereits am 29. Spieltag mit einem 1:0-Sieg gegen Borussia Mönchengladbach den Klassenerhalt praktisch perfekt. "Wir haben ein überragendes Spiel gemacht. Vieles hat perfekt funktioniert", schwärmte Coach Hasenhüttl hinterher und war sich sicher: "Mit 39 Punkten werden wir klar nicht absteigen."

So geht's weiter

Der wohl bedeutendste Wechsel findet im Sommer auf der Trainerposition statt. Markus Kauczinski vom Karlsruher SC beerbt Ralph Hasenhüttl, der den FCI in Richtung RB Leipzig verlässt. "Durch seine bodenständige und geradlinige Art passt Markus Kauczinski sehr gut zu uns Schanzern", sagt Sportdirektor Thomas Linke. Bislang stehen drei Abgänge fest: Danny da Costa wird zu Bayer Leverkusen zurückkehren, die auslaufenden Verträge von Alfredo Morales und Konstantin Engel werden nicht verlängert. Der Zeitplan der Saisonvorbereitung steht noch nicht fest.

Maximilian Lotz

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