Bundesliga

23.05.2016 - 16:30 Uhr


Saison-Rückblick: Nagelsmann rettet die TSG

Taktikanweisung vom Coach: Unter Julian Nagelsmann blühte auch Kevin Volland (r.) wieder auf

Mark Uth (r.) jubelt: Auch der Neuzugang kam gegen Ende der Saison in Schwung

Ein starker Rückhalt: Keeper Oliver Baumann

Köln - Die Spielzeit 2015/16 ging spektakulär zu Ende. Zeit für eine ausführliche Bilanz. bundesliga.de analysiert die Leistung aller Clubs und blickt auch schon nach vorne. So lief das Jahr für die TSG 1899 Hoffenheim:

Saisonverlauf: Herausragender Schlussspurt

Wer nicht von einer enttäuschenden Saison in Hoffenheim spricht, würde lügen. Angetreten mit Europapokal-Ambitionen, gelang die Rettung erst mit einer beeindruckenden Serie unter dem Trainer Julian Nagelsmann mit 23 Punkten in den letzten 14 Spielen.  Am Ende sprang dennoch nur Platz 15 heraus.

Zuvor holte die Mannschaft mit den Trainern Markus Gisdol und Huub Stevens nämlich in jeweils zehn Spielen nur je sieben Punkte. Eigentlich erst ab der kommenden Saison als Cheftrainer vorgesehen, belebte Nagelsmann, der mit 28 Jahren jüngste Cheftrainer der Bundesliga-Geschichte, die Mannschaft wieder und gewann mit seiner offensiven Spielweise die Herzen der Spieler und Fans. Leistungsträger wie Sebastian Rudy und Kevin Volland, die monatelang unter ihren Möglichkeiten spielten, steigerten unter Nagelsmann - wie fast alle Profis - im letzten Saisondrittel ihre Form.

Der im Winter verpflichtete Stürmer Andrej Kramaric war mit fünf Toren und vier Vorlagen entscheidend an der Aufholjagd beteiligt. Während die TSG am Anfang der Saison viele Punkte am Ende eines Spiels verlor, gewann sie im letzten Saisondrittel in den Schlussphasen wichtige Zähler. Gerade noch zum richtigen Zeitpunkt gelang mit Nagelsmann die Wende, um auch im neunten Jahr in Serie erstklassig zu bleiben.

So funktioniert die Spinnennetz-Grafik

Der Top-Spieler

  • Kevin Volland ist Top-Torschütze (acht Tore wie Mark Uth) und Top-Vorbereiter (sieben Torvorlagen) der TSG in Personalunion.

  • Er gab zudem die meisten Torschüsse bei Hoffenheim ab (64) und bereitete auch die meisten Abschlussaktionen auf (67).

  • Am 2. Spieltag gegen Bayern München traf er nach neun Sekunden – der schnellste Treffer der Bundesliga-Historie (gemeinsam mit Karim Bellarabi).

Spruch der Saison: Julian Nagelsmann

Der Aufsteiger der Saison

Nadiem Amiri hat sich mit wichtigen Toren (vier Treffer und vier Vorlagen) und starken Leistungen besonders in der Rückrunde in den Vordergrund gespielt. Der 19 Jahre junge Techniker aus dem offensiven Mittelfeld deutete in seiner ersten vollen Bundesligasaison an, sich schnell vom Talent zum Spitzenspieler entwickeln zu können.  Amiri scheut sich nicht, Verantwortung zu übernehmen, fordert immer den Ball und ist lernfähig. Neben Amiri waren auch die TSG-Akademie-Talente Niklas Süle, Jeremy Toljan und Philipp Ochs am Ende Garanten des Klassenerhalts.

Top-Fakten

  • Hoffenheim traf acht Mal in der Anfangsviertelstunde – Ligaspitze.

  • Kein Team kassierte weniger Weitschuss-Gegentore als Hoffenheim (zwei).

  • Nur zwei Teams waren noch laufstärker als die TSG (durchschnittlich 117 Kilometer pro Spiel).

Das Topspiel der TSG-Saison

20. Februar 2016: Es war das erste Heimspiel unter Julian Nagelsmann und der erste Sieg mit dem neuen Trainer. Die drei Punkte beim 3:2 gegen Mainz und das gute Spiel waren das Signal für die Aufholjagd und gaben den Fans wieder Hoffnung.

>>> Die drei TSG-Topspiele im Video

Highlight der Saison: Spektakulär unspektakulär

Das 1:0 gegen den VfL Wolfsburg nach der 1:5-Schlappe in Stuttgart bewies, dass diese Mannschaft sich mit Nagelsmann durch Rückschläge nicht aus der Fassung bringen lässt. Nach der frühen Führung durch Kramaric (3.) schaffte die Elf etwas, was man ihr nicht zugetraut hatte: Sie verteidigte fast ein ganzes Spiel spektakulär unspektakulär einen Vorsprung. Das gab es bis dahin fast nie in Hoffenheim. Es wirkte, als habe die Elf ihre Traumata aus der Vorrunde da überwunden.

So geht's weiter

Leistungsträger Kevin Volland hat zwar schon bei Bayer Leverkusen unterschrieben, doch wenn es der TSG gelingt, weitere umworbene Spitzenkräfte zu halten und den Schwung aus dem Ende der abgelaufenen Saison mitzunehmen, dann könnte eine erfolgreichere Saison mit dem neuen Hoffnungsträger Julian Nagelsmann bevorstehen. Gelingt das nicht, müsste Nagelsmann neu aufbauen - und wie dann die Perspektiven sind, wäre davon abhängig, wie groß der Umbruch im Kader tatsächlich ausfallen sollte.

Tobias Schächter

Weitere Artikel
#BLFantasy
#BLTippspiel
Zu- und Abgänge

© 2016 DFL Deutsche Fußball Liga GmbH