Bundesliga

24.05.2016 - 15:00 Uhr


Saison-Rückblick: Frankfurt rettet sich im letzten Moment

Frankfurt blieb 2015/16 unter den Erwartungen und musste am Ende sogar in die Relegation

Nachdem es fast schon keine Hoffnung mehr gab, legte Coach Niko Kovac eine beachtliche Serie hin

Am Ende konnte sich die SGE in der Relegation gegen Nürnberg durchsetzen. Das entscheidende Tor erzielte Haris Seferovic

Köln - Die Spielzeit 2015/16 ging spektakulär zu Ende. Zeit für eine ausführliche Bilanz. bundesliga.de analysiert die Leistung aller Clubs und blickt auch schon nach vorne. So lief das Jahr für Eintracht Frankfurt.

Saisonverlauf: Kovac schafft die Wende

Mit dem neuen, alten Trainer Armin Veh wollte die Eintracht an erfolgreiche Zeiten anknüpfen. Einst hatte Veh die Eintracht in den Europapokal geführt. Die Rückkehr zum alten Verein scheiterte aber. Nach guten Saisonstart mit sieben Punkten aus vier Spielen begann ein Negativlauf, der nur durch punktuelle Erfolgserlebnisse wie dem 0:0 gegen den FC Bayern Ende Oktober oder dem Heimsieg zum Hinrundenfinale gegen Werder Bremen (2:1) unterbrochen wurde.

Statt Hoffnungsträger war Veh in Frankfurt plötzlich der Buhmann, nach einem enttäuschenden 1:1 zuhause gegen Ingolstadt musste er Anfang März gehen, in Niko Kovac folgte ein junger Trainerneuling auf der Bundesligabühne. Der Kroate stabilisierte eine Mannschaft im Sinkflug und hätte nach drei Siegen in den letzten vier Spielen fast die direkte Rettung noch geschafft. Aber weil das Saisonfinale mit 0:1 beim SV Werder verloren ging, mussten die Frankfurter, die lange ohne ihren verletzten Torjäger Alexander Meier haben auskommen müssen, in die Relegation gegen den Zweitliga-Dritten 1. FC Nürnberg. Dort gewann wann nach Hin- und Rückspiel letztlich aber verdient mit 2:1.

So funktioniert die Spinnennetz-Grafik

Der Top-Spieler

  • Alex Meier bestritt nur 19 Saisonspiele, war aber mit zwölf Treffern dennoch der mit Abstand beste Torschütze der Eintracht (kein anderer Frankfurter traf mehr als vier Mal).

  • 35 Prozent der Tore seines Teams markierte Meier, trotz seiner geringen Einsatzzeit eine der höchsten Anteile der Liga.

Spruch der Saison: Armin Veh

Der Aufsteiger der Saison

Lukas Hradecky hat den zu Paris St. Germain gewechselten Kevin Trapp im Frankfurter Tor schnell ersetzt. Fehlgriffe blieben die Ausnahme. Der in der ehemaligem CSSR geborene Finne war sportlich ein Rückhalt und im Mannschaftskreis durch seine offene und sympathische Art sofort ein anerkannter Leader. Der von Bröndby Kopenhagen gekommene Sportsmann tut jeder Mannschaft gut. Und mit 26 Jahren hat er noch eine große Zukunft vor sich.

Top-Fakten

  • Einzig Stuttgart ließ die Gegner öfter ins Abseits laufen (131 Mal) als Frankfurt (122 Mal).

  • Nur drei Teams gaben mehr Torschüsse per Kopf ab als die Eintracht (92).

Das Topspiel der SGE-Saison

Durch den Sieg gegen den BVB zwei Spieltage vor Schluss war der direkte Abstieg quasi ausgeschlossen. Die Stimmung im Stadion und die kämpferische Leistung auf dem Rasen waren überragend und schweißten Mannschaft und Fans in höchster Not noch einmal so richtig zusammen.

>>> Die drei SGE-Topspiele im Video

Highlight der Saison: Packendes Torfestival

Drei Tore in einem Spiel sind für Alexander Meier nichts: Er schaffte dies in dieser Runde gleich zwei Mal - gegen Köln beim 6:2 und beim 3:2 zum Rückrundenauftakt gegen den VfL Wolfsburg. Eigentlich schien es unmöglich, dass die Elf Spiele ohne Meier gewinnt. Als der sich verletzte, gewann sie aber dennoch und als es richtig wichtig wurde drei Mal in Folge ohne den "Langen" mit der Torgarantie. Fast so wie 1999, als vier Siege in den letzten Spielen den Klassenerhalt retteten. Trainer Niko Kovac zeigte Videos von damals und hätte beinahe das "Wunder von 1999" noch in der regulären Runde wiederholt.

So geht's weiter

Die Rettung in letzter Sekunde hat gezeigt: Die Eintracht muss sich weiterentwickeln, um jene Rolle spielen zu können, die sie sich selbst zum Ziel setzt: Ein kontinuierliches Mitglied der Bundesliga zu bleiben, und immer wieder einmal Europapokalträume wahr werden zu lassen. Dafür muss der Nachfolger des scheidenden Vorstandsvorsitzenden Heribert Bruchhagen die Weichen stellen.

Tobias Schächter

Weitere Artikel
#BLFantasy
#BLTippspiel
Zu- und Abgänge

© 2016 DFL Deutsche Fußball Liga GmbH