Bundesliga

24.05.2016 - 11:24 Uhr


Saison-Rückblick: Stuttgarts Fehler enden im Abstieg

Der VfB Stuttgart steigt nach 1975 zum zweiten Mal aus der Bundesliga ab

Köln - Die Spielzeit 2015/16 ging spektakulär zu Ende. Zeit für eine ausführliche Bilanz. bundesliga.de analysiert die Leistung aller Clubs und blickt auch schon nach vorne. So lief das Jahr für den VfB Stuttgart.

Saisonverlauf: Hauptproblem Defensive

Die Saison des VfB Stuttgart war eine Saison voller Pleiten, Pech und Pannen. Nach der beinahe unglaublichen Rettung im vergangenen Jahr setzten die Schwaben auf den neuen Trainer Alexander Zorniger, der alles besser machen sollte. Nur: Zornigers Taktik des bedingungslosen Offensiv-Fußballs ging überhaupt nicht auf. Der VfB erwischte einen kompletten Fehlstart, Zorniger musste nach dem 13. Spieltag gehen und wurde durch den bisherigen U23-Coach Jürgen Kramny ersetzt. Der erwischte einen formidablen Start und konnte in seiner neuen Aufgabe zu Beginn zahlreiche Siege einfahren. Plötzlich träumte man am Neckar sogar wieder vom Einzug in die Europa League. Das erwies sich als fatal, die bittere Heimniederlage gegen den Tabellenletzten aus Hannover war der Auftakt einer niederschmetternden Pleitenserie, die Mannschaft verlor die mühsam erreichte Stabilität und stieg am Ende ab.

Hauptproblem über die gesamte Saison: die Defensivleistung der Stuttgarter. Sage und schreibe 75 Gegentreffer sprechen eine eindeutige Sprache. Sämtliche Innenverteidiger offenbarten Schwächen, die selbst die durchaus beachtliche Kreativabteilung nicht kompensieren konnte. Am Ende verloren dann schließlich noch Trainer Kramny und Sportvorstand Robin Dutt ihre Jobs, Präsident Bernd Wahler legte sein Amt nieder.

So funktioniert die Spinnennetz-Grafik

Der Top-Spieler

  • 16 seiner Aktionen führten zu Toren (13 Tore, drei Torvorlagen), Didavi war der Top-Torschütze und auch Topscorer der Stuttgarter.

  • ​Der früher verletzungsgeplagte Didavi bestritt 31 Saisonspiele – persönlicher Rekord. Zuvor waren es nie mehr als 23 Partien in einer Bundesliga-Saison.

Spruch der Saison: Jürgen Kramny

Der Aufsteiger der Saison

Es ist nicht einfach, in dieser Chaos-Spielzeit einen Spieler aus dem Kader der Schwaben positiv hervorzuheben. Zu wechselhaft waren die jeweiligen Leistungen der Akteure. Ein Akteur konnte mit seiner Entwicklung dennoch positiv überraschen, auch weil man es von ihm nicht erwartet hatte.

Lukas Rupp kam vom SC Paderborn und war eigentlich als Ergänzung eingeplant. Mehr und mehr aber entwickelte er sich zum Stammspieler und überzeugte mit vielen Ideen und technisch hochwertigem Spiel. Rupp ist der Aufsteiger bei den Schwaben, bei denen es in diesem Jahr alles andere als einfach war, für individuelle Highlights zu sorgen.

Top-Fakten

  • Nur zwei Mannschaften erspielten sich mehr Großchancen als Stuttgart (49). Für ein "Kellerkind" der Tabelle war das äußerst bemerkenswert.

  • ​Einzig die Mittelfeldspieler von Bayern erzielten mehr Tore (34) als die Mittelfeldspieler von Stuttgart (31) – kaum zu glauben beim Blick auf die Abschlusstabelle.

  • ​Nur Ingolstadt erzielte mehr Tore nach Standards (17) als Stuttgart (16).

Das Topspiel der VfB-Saison

Mit einem phasenweise begeisternden Offensivspektakel hat Stuttgart einen 5:1-Kantersieg gegen Hoffenheim gefeiert und sich mit dem fünften Sieg im achten Rückrundenspiel ins Mittelfeld abgesetzt. Mann des Spiel war Verteidiger Georg Niedermeier mit einem Doppelpack.

>>> Die drei VfB-Topspiele im Video

Highlight der Saison: Packendes Torfestival

In positiver und negativer Hinsicht ragt das Spiel Leverkusen gegen Stuttgart am 10. Spieltag heraus. Das Torfestival offenbarte alles, was die Schwaben in der abgelaufenen Spielzeit auszeichnete. Mit 3:1 führte man bei starken Leverkusenern, zeigte eine hervorragende Offensiv-Leistung, um in der Schlussphase doch noch einzubrechen und am Ende völlig unnötig 3:4 zu verlieren.

So geht's weiter

In den kommenden Tagen und Wochen geht es primär darum, die Scherben des Aufstiegs zusammen zu fegen. Auf den neuen Trainer Jos Luhukay und den noch zu findenden Nachfolger von Robin Dutt wartet bei der Kaderplanung jede Menge Arbeit. Immerhin haben sich die Leistungsträger Christian Gentner, Daniel Ginczek, Kevin Großkreutz und Mitchell Langerak schon für ein Bleiben entschieden. Eine große Frage ist auch, wie Sponsoren und Umfeld auf den Abstieg reagieren. Termine für Testspiele und Trainingslager stehen momentan noch nicht fest.

Jens Fischer

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