Champions League

04.05.2016 - 13:02 Uhr


Der Blick geht nur nach vorn: "Wir haben noch zwei Ziele"

Die Enttäuschung über das Ausscheiden ist groß. Manuel Neuer versucht Xabi Alonso gleich nach dem Abpfiff zu trösten

Robert Lewandowski macht noch das 2:1, doch das reicht nicht mehr

München - Während seine Mitspieler mit dem Abpfiff reihenweise zu Boden sanken, hielt Thomas Müller nur kurz inne. Anschließend ging er zu Xabi Alonso, der auf dem Rasen hockte, und spendete seinem Kollegen Trost - dabei war auch Müller nach dem dramatisch verpassten Finaleinzug des FC Bayern München in der Champions League untröstlich. Trotzdem wollen die Münchner die Enttäuschung schnellstmöglich abschütteln und nach vorne blicken.

Am Ende fehlte ein Tor für die Erfüllung des Finaltraums. "Es tut richtig weh", begann Müller seine Ausführungen nach dem 2:1-Sieg im Halbfinal-Rückspiel gegen Atletico Madrid (zum Spielbericht). Ein Ergebnis, das letztlich wertlos war. "Es gibt nicht viel was wir uns vorwerfen können", analysierte Müller. "Außer zwei Sachen: Den Elfer muss ich natürlich verwandeln, das war eine Riesenmöglichkeit, und beim Gegentor haben wir nicht ganz so gut ausgesehen. Ansonsten haben wir ein Wahnsinnsspiel gemacht."

"Eine unglaubliche Atmosphäre"

Angetrieben vom ohrenbetäubenden Lärm des frenetischen Publikums war die Mannschaft von der ersten Minute an gewillt, die 0:1-Niederlage aus dem Hinspiel umzubiegen. "Es war eine unglaubliche Atmosphäre im Stadion, wie ich sie selten erlebt habe", gestand Kapitän Philipp Lahm. Selbst nach dem zwischenzeitlichen Ausgleich durch Antoine Griezmann habe man gemerkt, dass auf dem Platz und drumherum der Glaube noch da war, "dass wir ins Finale einziehen können."

Am Ende verzeichnete die Statistik 35 Torschüsse der Bayern, zwölf davon aufs Tor. Aber nur zwei fanden letztlich auch ihren Weg durch die dicht gestaffelte Abwehr und vorbei am starken Atletico-Torhüter Jan Oblak ins Netz. "Viele Male war es sehr knapp", bilanzierte Robert Lewandowski, der nach Xabi Alonsos Führungstreffer für das zweite Tor der Bayern sorgte.

Stolz verdrängt die Trauer

"Wir haben alles gemacht", sagte Trainer Pep Guardiola, der mit seiner Mannschaft zum dritten Mal in Serie im Halbfinale der Königsklasse nicht an einer spanischen Mannschaft vorbeikam. "Ich bin natürlich traurig, aber gleichzeitig auch sehr stolz", betonte der Katalane.

Unmittelbar nach dem Schlusspfiff saß der Stachel noch tief. Dennoch richteten die Bayern bereits wenige Minuten nach dem Geschehen auf dem Rasen ihre Köpfe wieder auf. "Wir sind traurig, morgen noch mehr,  aber ab übermorgen bereit, nach Ingolstadt zu fahren und zu probieren nochmal Deutscher Meister zu werden", kündigte Guardiola an (Die Vorschau auf das Spiel FC Ingolstadt gegen FC Bayern München).

Zwei Titel sind noch drin

Auch seine Spieler formulierten um kurz vor Mitternacht in den Katakomben der Allianz Arena trotz der Enttäuschung schon wieder erste Kampfansagen im Hinblick auf die letzten beiden Saisonspiele beim FC Ingolstadt und gegen Hannover 96, sowie auf das DFB-Pokalfinale gegen Borussia Dortmund. "Wir haben noch zwei Ziele in dieser Saison zu erreichen und ich hoffe, dass wir alle diese drei Spiele gewinnen und wir noch die Deutsche Meisterschaft und den Pokalsieg feiern werden", sagte Lewandowski.

Das Ziel, mit dem Gewinn des vierten Deutschen Meistertitels in Folge für ein Novum in der Bundesliga zu sorgen, hat dabei zunächst Vorrang. Lewandowski forderte daher bereits ab Donnerstag volle Konzentration auf das möglichst entscheidende Spiel beim Aufsteiger Ingolstadt. "Wir sind noch nicht Deutscher Meister", sagte der Toptorjäger der Bayern, "ich hoffe, das werden wir in Ingolstadt."

Der Liveblog zum Spiel in der Nachlese

Aus München berichtet Maximilian Lotz

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