Bundesliga

14.03.2016 - 10:32 Uhr


Der Aufschwung der TSG Hoffenheim geht weiter

Julian Nagelsmann verkörpert den Aufschwung bei der TSG

Sinsheim - Sechs Spiele, drei Siege, zehn Punkte: Mit dem Trainer Julian Nagelsmann schafft die TSG Hoffenheim in kurzer Zeit den Anschluss an die Nichtabstiegsplätze.

Als Nagelsmann vor sechs Wochen das Amt von Huub Stevens übernahm, betrug der Abstand des Tabellenvorletzten auf Relegationsrang 16 fünf Punkte und auf den ersten Nichtabstiegsplatz sieben Zähler. Nach dem 1:0-Sieg gegen den VfL Wolfsburg am Wochenende zog die TSG nun mit Eintracht Frankfurt auf Rang 16 gleich (beide Teams haben nun 24 Zähler) und der Abstand auf Rang 13 liegt bei nur noch drei Punkten. Den Optimismus, den der erst 28 Jahre junge Nagelsmann ausstrahlt, wird also durch Zahlen belegt. "Wir sind wieder da und werden alles geben", freute sich TSG-Torwart Oliver Baumann über den Sieg gegen den VfL und den Aufwärtstrend bei den Badenern. Mit Nagelsmann gewannen die Hoffenheimer ihre drei Heimspiele und somit insgesamt schon mehr Partien als unter dessen Vorgängern Markus Gisdol und Huub Stevens. In je zehn Spielen gelang diesen Trainern jeweils nur ein Sieg.

Charakter zeigen

Hoffnung macht besonders die neue Fähigkeit, sich von Rückschlägen nicht aus der Bahn werfen zu lassen. Nach der derben 1:5-Pleite beim VfB Stuttgart stand auch Nagelsmann zum ersten Mal in der Kritik. Und in Schwegler, Rudy, Polanski und Strobl fielen gegen Wolfsburg die vier (!) etatmäßigen Sechser wegen Sperren oder Verletzungen aus. Die Vorzeichen waren also nicht gut, aber dieser Trainer erwies sich als lernfähig, ohne seine Grundtugend - den Mut - zu verraten. Nach der frühen Führung durch Andrej Kramaric (3.) verteidigte seine Elf vor allem in der zweiten Halbzeit effektiv gegen die überlegenen Wolfsburger. "Man muss auch mal konservativ verteidigen", erklärte Nagelsmann. Dabei standen in Nadiem Amiri, Philipp Ochs und dem Debütanten Russell Canouse drei Spieler im Mittelfeld aus den Jahrgängen 1995, 96 und 97. "Die Jungs haben in der zweiten Halbzeit Charakter gezeigt, das war heute ausschlaggebend", lobte Nagelsmann. Mit über 125 Kilometer Laufleistung (Saisonrekord) ließ sich der Wille und die Bereitschaft der TSG-Spieler alles zu geben, auch in Zahlen messen an diesem Tag.

Stehauf-Qualitäten

Und auch der verschossene Elfmeter von Kevin Volland (57.) gab den Profis keinen Knick. Für Sportchef Alexander Rosen sind zwei Faktoren ausschlaggebend für den Aufwärtstrend: Zum einen findet er die "Stehauf-Qualitäten" des Trainers und der Spieler "beeindruckend". Und zum anderen ist auch bei den Fans wieder der Glaube an den Klassenerhalt zurückgekehrt. "Der Trainer ist sofort angenommen worden, es ist eine Verbindung zwischen Publikum und Mannschaft entstanden", beobachtet Rosen. Tatsächlich feierten die Hoffenheimer Fans den Sieg nach dem Abpfiff euphorisch. Rosen findet: "Das ist ein Pfund im Abstiegskampf."

Die Fans im Rücken

Auffällig ist auch die Leistungssteigerung vieler Spieler, seit Nagelsmann das Team betreut. Vor allem Kevin Volland blüht wieder auf, und der im Winter von Leicester City bis Saisonende ausgeliehene Stürmer Andrej Kramaric ist mit drei Treffern und guten Leistungen eine Bereicherung. Mit den Erfolgen und den Fans im Rücken wollen die Hoffenheimer im Saisonendspurt den Klassenerhalt schaffen. Ein Plus könnte auch sein, dass für Nagelsmann nun die Doppelbelastung aus Theorie und Praxis wegfällt. Vergangene Woche bekam er sein Fußballlehrer-Diplom. Nagelsmann schloss den Lehrgang als Zweitbester ab, nur der Hoffenheimer U16-Coach Domenico Tedesco, der im Sommer die U19 übernehmen soll, schloss besser ab. Nagelsmann kann das locker verkraften.

 

Aus Sinsheim berichtet Tobias Schächter

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