Bundesliga

11.04.2016 - 18:28 Uhr


Abstiegskampf - Hoffnungen und Probleme

Köln - Es ist eng im Tabellenkeller. Sechs Punkte trennen den VfB Stuttgart auf Platz 12 vom 17. Eintracht Frankfurt. Während der SV Darmstadt 98 und die TSG Hoffenheim aktuell auf gute Serien aufbauen können, hat der FC Augsburg die Folge von sechs Spielen ohne Sieg durchbrochen. Alle anderen Teams kämpfen mit größeren oder kleineren Problemen. bundesliga.de analysiert, welche das sind und was den Mannschaften in der gefährdeten Zone Hoffnung macht.

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Einmal vom Keller ins Mittelfeld und retour?

Der VfB Stuttgart befindet sich in einer psychologisch extrem anspruchsvollen Situation: Nach einem enormen Aufschwung unter Jürgen Kramny galten die Schwaben bereits als gerettet. Als der VfB nach 21 Spieltagen Zehnter war und der Rückstand auf den Sechsten Mainz nur sechs Punkte betrug, schielte im Ländle schon so mancher Richtung Europacup.

Doch der positive Kramny-Effekt ist mittlerweile verpufft: Aus den ersten acht Bundesliga-Spielen seiner Amtszeit holte der VfB 17 Punkte, aus den letzten acht Spielen holte man nur sechs Punkte.

Das Hauptproblem der Schwaben: Die Defensivsorgen sind zurück. In den letzten vier Spielen gab es immer mindestens zwei Gegentore (in der Summe zehn). So fallen Siege schwer. Durch die Verletzung von Kevin Großkreutz ist der Erfolgs-Viererkette gesprengt.

Das Restprogramm des VfB hat es in sich: Dortmund ist fast unschlagbar, Wolfsburg und Mainz kämpfen noch um den Europacup. Zudem haben die Schwaben zwei direkte Duelle – und die jeweils auswärts: Nächste Woche in Augsburg (zur Vorschau) und am 32. Spieltag in Bremen.

Im Stile des kleinen gallischen Dorfes

Der SV Darmstadt 98 hat als Außenseiter Nummer eins weiter nichts zu verlieren. Die Lilien haben einen Lauf, sind erstmals in ihrer Historie seit fünf Bundesliga-Spielen ungeschlagen.

Das Team von Trainer Dirk Schuster hat sehr viele Spieler mit großer Erfahrung, stellt mit einem Durchschnittsalter von 27,9 Jahren die älteste Truppe der Bundesliga.

Sandro Wagner ist in der Form seines Lebens, hat 2016 beispielsweise drei Tore mehr erzielt (acht) als ein Aubameyang. Dank ihrer Kopfballstärke können die Lilien gegen jeden Gegner aus dem Nichts Tore erzielen – selbst die Bayern machten diese Erfahrung. Insgesamt köpften Sulu & Co 14 Tore (Ligaspitze).

Darmstadt hat nur noch ein direktes Duell, das Derby zu Hause gegen Frankfurt am 32. Spieltag.

Unter Nagelsmann der dritte Leuchtturm

Als Julian Nagelsmann die TSG 1899 Hoffenheim nach dem 20. Spieltag übernahm, galt Hoffenheim fast als hoffnungsloser Fall. 1899 lag auf Platz 17, hatte sieben Punkte Rückstand zum rettenden Ufer (Rang 15).

Mittlerweile liegt Hoffenheim auf einem Nichtabstiegsplatz (14.) – vier Punkte vor dem 17. Rang.

Der jüngste Chef-Trainer ever schrieb eine echte Erfolgsgeschichte, in seiner Amtszeit holten nur der FC Bayern und Dortmund mehr Punkte als die TSG (17 in neun Partien).

Nagelsmann brachte Kevin Volland wieder ins Rollen. Der blieb unter Huub Stevens torlos, traf unter Nagelsmann drei Mal. Auch die Winter-Leihgabe von Englands Tabellenführer Leicester, Andrej Kramaric, explodierte erst unter dem neuen Coach (vier Tore in seinen sieben Spielen unter Nagelsmann). Und Mark Uth machte in der Partie gegen Eintracht Frankfurt (zum Spielbericht) sein fünftes Saisontor - vier davon fallen in die Zeit des jungen Trainers.

Hoffenheim fand unter Nagelsmann zur Heimstärke zurück, ist unter ihm ungeschlagen (drei Siege, ein Remis). An den letzten fünf Spieltagen hat man noch drei Mal Heimrecht.

Die TSG hat kein echtes Sechs-Punkte-Spiel mehr, spielt noch gegen Teams aus der oberen Tabellenhälfte und gegen Schlusslicht Hannover 96

Ausrufezeichen in Bremen

Der FC Augsburg spielt eine sehr zähe Saison, in der Hinrunde gab es die Doppelbelastung mit der Europa League, 2016 sind die Fuggerstädter vom Verletzungspech gebeutelt.

Doch der FCA hat Stehaufmännchen-Qualitäten: Nach zuvor sechs sieglosen Spielen gelang der wichtige Sieg in Bremen, durch den man Werder in der Tabelle überholt hat.

Dabei hatte die Weinzierl-Elf das Glück, das ansonsten so oft fehlte: Die Torschuss-Bilanz von 17 zu vier sprach eindeutig für die Bremer. Eigentlich hat der FCA eine der schwächsten Trefferquoten der Bundesliga (im Schnitt zwölf Torschüsse für ein Tor), in Bremen war man ausnahmsweise abgezockt vor dem Tor.

Augsburg hat am nächsten Spieltag ein Heimspiel gegen Stuttgart, kann mit einem Sieg am VfB vorbeiziehen. Am 34. Spieltag kommt der Hamburger SV nach Augsburg. Sollten die Hamburger wider Erwarten einbrechen, gibt es vielleicht noch ein echtes Endspiel.

Werder taumelt wieder

Nachdem sich Der SV Werder Bremen fünf Spieltage über dem Strich gehalten hatte, rutschte man an diesem Wochenende wieder auf den 16. Platz ab.

Dass Werder in der Rückrundentabelle solider 13. ist, liegt an zwei Schlüsselspielern: Abwehrchef Papy Djilobodji (kam im Winter von Chelsea) und Claudio Pizarro.

Der Senegalese fehlt derzeit gesperrt, der Peruaner ist verletzt. Damit fehlt Bremen entscheidende Qualität (Djilobodji gewann starke 65 Prozent seiner Duelle, Pizarro schoss allein 2016 zehn Tore – Ligaspitze).

In der Endphase hat Bremen noch zwei direkte Duelle – jeweils zu Hause: Am 32. Spieltag kommt Stuttgart, zum Saisonfinale Frankfurt.

Nun stehen erst einmal zwei Derbys an – gegen den VfL Wolfsburg (zur Vorschau) und anschließend beim Hamburger SV. In solchen Partien spielen Form und Tabellensituation oft nicht die große Rolle

Unter Kovac blieb die Wende aus

Drei der vier Spiele von Eintracht Frankfurt unter dem Neuen Trainer Niko Kovac gingen verloren. Das liegt aber nicht am Kroaten, sondern an der Verletzung von Alex Meier. Ohne den Torschützenkönig der letzten Saison fehlt es der Eintracht-Offensive an Durchschlagskraft: Mit nur einem Tor in vier Kovac-Spielen kommt man nicht aus dem Tabellenkeller.

Als einziger Bundesliga-Spieler schoss Meier über 40 Prozent der Tore seines Teams (zwölf von 29). Dabei hat Meier noch zehn (!) Spiele verpasst. Gäbe es den Spruch nicht, man müsste ihn erfinden: Keine Feier ohne Meier.

Auch die Eintracht hat noch zwei direkte Duelle – beide auswärts: Am 32. Spieltag das Derby in Darmstadt und am 34. Spieltag in Bremen.

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