Bundesliga

20.04.2017 - 07:53 Uhr


Der 1. FC Köln will in die Europa League

Köln - Der 1. FC Köln belegt nach 29 Spieltagen mit 40 Zählern den siebten Tabellenrang, drei Punkte hinter Hertha und einen hinter Freiburg. Der Fünfte und der Sechste nehmen in der kommenden Saison am europäischen Geschäft teil; gewinnt ein Team, das bereits über die Bundesliga für den internationalen Wettbewerb qualifiziert ist, den DFB-Pokal, auch der Siebte. Der FC hat in dieser Spielzeit also eine realistische Chance auf Europa, die Sehnsucht in der Domstadt ist groß.

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25 Jahre ist es her, dass die Geißböcke international vertreten waren. Im UEFA-Cup hieß der Gegner Celtic Clasgow. Am 16. September 1992 setzte sich Köln im Müngersdorfer Stadion in der 1. Runde mit 2:0 durch, zwei Wochen später gab's in der größten Stadt Schottlands eine 0:3-Pleite, die das Aus für die Rheinländer bedeutete. Drei Jahre zuvor ging es im Halbfinale noch gegen Italiens Rekordmeister Juventus Turin, weitere vier zuvor im Finale gegen Spaniens Rekordmeister Real Madrid. Seit dem 30. September 1992, als unter anderem Bodo Illgner, Patrick Weiser, Horst Heldt und Frank Ordenewitz im Celtic Park auf dem Feld standen, hat der FC die europäische Bühne nicht mehr betreten. Seitdem warten die Anhänger des Vereins, der kein Problem damit hat, als Karnevalsverein bezeichnet zu werden, auf den nächsten Einzug nach Europa. Von allen aktuellen Bundesligisten, die schonmal international gespielt haben, ist das die längste Durststrecke.

Hoffnungsträger an allen Fronten

Sie soll nun enden. Vor Beginn der Saison hätten nicht viele damit gerechnet, dass Köln in der oberen Tabellenhälfte Eindruck hinterlässt; mit Wiener Schmäh hat Trainer Peter Stöger den Fans in der viertgrößten Stadt der Bundesrepublik eine neue Gemütlichkeit beigebracht. Jetzt geht's um die Teilnahme an der Europa League, am ehemaligen UEFA-Cup. Die verbleibenden FC-Hürden auf dem Weg dorthin heißen Hoffenheim, Dortmund, Bremen, Leverkusen und Mainz - sicher kein einfaches Restprogramm. Die durchschnittliche Platzierung der kommenden Gegner ist aber Rang 8,4, die Geißböcke sind Siebter.

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Stöger ist der Mann, der der Sehnsucht nach dem internationalen Parkett wieder eine berechtigte Grundlage gegeben hat. Hoffnungsträger gibt's in der Domstadt aber einige: Defensiv und offensiv stechen Akteure heraus, schreien vom Leistungsniveau bildlich geradezu nach Europa. Anthony Modeste gehört dazu: Der Torjäger netzte in der Bundesliga schon 23 Mal ein, letztmals war ein Kölner vor 40 Jahren nach 29 Spieltagen so erfolgreich. Oder Timo Horn, der trotz vermeintlichem Interesse größerer Clubs Anfang April ein neues Arbeitspapier bis 2022 unterschrieben hat.

Home Is Where the Dom is

Wenn der FC seine zuletzt etwas verloren gegangene Form wiederfindet, dann ist der Antritt auf internationalem Parkett zur kommenden Spielzeit ganz nah. Vor allem muss die Stöger-Elf wieder so heimstark auftreten, wie noch zu Beginn der Saison. Die Kölner verloren nicht eins ihrer ersten zehn Spiele im RheinEnergieStadion. Von den letzten vier waren es dann aber gleich zwei. Hoffenheim, Bremen und Mainz empfangen die Geißböcke noch in der eigenen Arena. Vieles deutet darauf hin, dass das Rennen um Europa in der Bundesliga in dieser Saison bis zum letzten Moment spannend bleibt. Für den FC wäre dieser letzte Moment das Duell mit dem 1. FSV am 20. Mai, am 34. Spieltag. Im eigenen Stadion.

Felix Tschon

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