Bundesliga

30.05.2016 - 13:14 Uhr


FCB-Allrounder David Alaba: "Es gehört sicher zu mir, sehr flexibel zu sein"

München - Der gebürtige Wiener David Alaba hat in diesem Jahr mit dem FC Bayern München seine fünfte Deutsche Meisterschaft gefeiert - und das mit 23 Jahren. Der Defensiv-Allrounder gehört trotz seines jungen Alters zu den absoluten Stützen des Rekordmeisters, auch in der österreichischen Nationalmannschaft. Im Interview mit bundesliga.de spricht er exklusiv über die Europameisterschaft, seine Rolle bei den Bayern und den neuen Cheftrainer Carlo Ancelotti.

bundesliga.de: Herr Alaba, die EM in Frankreich ist das große Ereignis im Sommer. In der österreichischen Mannschaft fällt auf, wie viele Spieler in der Bundesliga nicht nur Fuß gefasst haben, sondern eine wichtige Rolle in Ihren Clubs spielen (Überblick: EM-Fahrer aus der Bundesliga).

David Alaba: Das zeigt die Qualität, die viele Spieler unseres Teams haben, wenn sie sich in einer solch starken Liga durchsetzen. Jeder einzelne hat sich entwickelt und viele spielen auf einem sehr hohen Level in der Bundesliga und anderen europäischen Ligen.

bundesliga.de: Wo steht Österreich heute international?

Alaba: Wir haben eine sehr gute Qualifikation gespielt, sind in den letzten Jahren immer erfolgreicher und haben uns stetig weiterentwickelt. Auch als Team. Dass wir als Team auf dem Platz stehen, zeichnet uns aus. Wir wollen vorwärts kommen und uns entwickeln. Wir sind sicher keine Mannschaft mehr, die sich verstecken muss.

bundesliga.de: Sie haben sich beim FC Bayern zu einem wichtigen Spieler entwickelt, der für einige sogar als eines der Gesichter des Vereins gilt. Auch in der Heimat gelten Sie als Superstar. Was bedeutet das für Sie?

Alaba: Ich bin 2008 mit 16 Jahren nach München gekommen und die Stadt ist zu meiner zweiten Heimat geworden. Ich fühle mich sehr wohl in München und beim FC Bayern. Ich denke das sieht man. In Österreich ist natürlich die Euphorie sehr groß, das spüren alle überall.

bundesliga.de: Wie gehen Sie damit um, so im Fokus zu stehen?

Alaba: Ich versuche in erster Linie ich selbst zu sein. Es ist mir bewusst, dass ich in der Öffentlichkeit stehe und für manche vielleicht sogar ein Vorbild bin. Ich versuche, dem gerecht zu werden.

bundesliga.de: Sie gelten als einer im Kader des FC Bayern, der auch für die gute Laune verantwortlich ist.

Alaba: (lacht) Ob das so ist, müssen andere beantworten. Wenn meine Art gut ankommt, freut es mich.  

bundesliga.de: Für viele gelten Sie als einer der besten Linksverteidiger der Welt (Voting: Alaba steht in der Top11 der Saison 2015/16). Neben dieser Position sind Sie auch im Mittelfeld einsetzbar. Wo spielen Sie lieber?

Alaba: Am Ende geht es gar nicht um die Position. Das Wichtigste ist es, für die Mannschaft das Beste auf den Platz zu bringen. Es gehört sicher zu mir, sehr flexibel zu sein. Ich habe das im Mittelfeld schon bewiesen und links hinten ebenso.   

bundesliga.de: Sie haben mit dem FC Bayern gerade die vierte Meisterschaft in Folge gewonnen und mit dem Pokalsieg das Double klar gemacht. Pflichtprogramm oder mehr?

Alaba: Die Meisterschaft ist immer ein besonderer Titel. Es wird jedes Jahr schwieriger, in der Bundesliga musst du immer alles geben. Jetzt den vierten Meistertitel in Folge zu holen ist herausragend. Vier Titel in Folge hat in über 50 Jahren Bundesliga bisher keiner erreicht. Das ist etwas Historisches.

bundesliga.de: Ist das Double so etwas wie ein Trostpflaster für das nicht erreichte Finale in der Champions League?

Alaba: Das eine hat mit dem anderen nichts zu tun, es sind verschiedene Wettbewerbe. Natürlich waren wir enttäuscht, aber jetzt geht der Blick nach vorne. Wir waren dreimal in Folge im Halbfinale. Die Champions League ist nichts, was du so nebenher gewinnst. Das ist immer eng. Wir werden einen neuen Anlauf nehmen, wir sind hungrig.

bundesliga.de: Als Pep Guardiola kam, hieß die Gleichung: Beste Mannschaft und bester Trainer gleich Champions-League-Sieg.

Alaba: Die Erwartungshaltung ist bei Bayern München grundsätzlich groß. Deshalb spielen wir bei diesem besonderen Verein. Wir wollen Titel gewinnen. So viele wie möglich. Das ist unser Ansporn. Aber wir können mit den Erwartungen umgehen.

bundesliga.de: Es gab eine größere Diskussion um die Zeit von Pep Guardiola. Wie haben Sie seine Zeit erlebt und wie ordnen Sie diese ein?

Alaba: Es war eine sehr erfolgreiche Zeit. Wir sind von Jahr zu Jahr immer besser geworden und haben uns als Mannschaft enorm weiter entwickelt. Wir haben einen sehr erfolgreichen Fußball gespielt. Das, finde ich, spricht für sich.

bundesliga.de: Nach der EM geht es mit dem FC Bayern auf große USA-Tour (Überblick: Die Sommerfahrpläne der Bundesligisten). Was denken Sie über weite Reisen?

Alaba: Das ist etwas Besonderes. Wir als FC Bayern haben viele Anhänger im Ausland. Der Club ist einer der besten Vereine der Welt und das große Interesse zeigt, der FC Bayern ist in vielen Belangen ein besonderer Verein. Die USA ist für mich persönlich immer ein besonderes Ziel. Ich denke, das ist etwas Cooles, sich zum Teil im Ausland auf die neue Saison vorzubereiten.   

bundesliga.de: In den Staaten wird auch Pep Guardiolas Nachfolger Carlo Ancelotti als neuer Cheftrainer dabei sein. Was erwarten Sie von ihm?

Alaba: Ich weiß, dass er ein überaus erfolgreicher Trainer ist. Man hört, dass er ein großer Trainer ist. Aber was sich ändern wird, weiß ich nicht. Fest steht, wir wollen uns nach den erfolgreichen vergangenen Jahren weiter entwickeln und sind hungrig auf weitere Titel.

Das Interview führte Oliver Trust  

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