Bundesliga

23.11.2016 - 10:00 Uhr


Kung-Fu-Tritt, falsche Trikots und ein Papierkügelchen

Mit einem Kung-Fu-Tritt trifft Tim Wiese Hamburgs Ivica Olic am Hals

Köln - Nicht Mönchengladbach gegen Köln und auch nicht Schalke gegen den BVB, nein, das Nordderby zwischen dem Hamburger SV und dem SV Werder Bremen gab es in den Bundesliga am häufigsten. Am Samstag kommt es zum 105. Duell der beiden Nordclubs. Aufgrund der Tabellensituation hat das Aufeinandertreffen der beiden hanseatischen Mannschaften eine besondere Brisanz. Bundesliga.de schaut auf die interessantesten Duelle zurück.

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"Die Nummer eins im Norden sind wir", skandieren sowohl die Fans des Hamburger SV als auch die Supporter der grün-weißen Bremer. Geht es nach Titeln, steht es unentschieden, denn Werder zog mit dem DFB-Pokalgewinn 2009 mit dem HSV gleich. Es steht jetzt elf zu elf (HSV: 6x Deutscher Meister, 3x Pokalsieger, 2x Europacupsieger - Werder: 4x Deutscher Meister, 6x Pokalsieger, ein Europacupsieg).

Legendär waren die Duelle der Nordclubs im Frühling 2009, als sich beide Traditionsvereine innerhalb weniger Wochen im Halbfinale des DFB-Pokals (4:2 nach Elfmeterschießen für Werder) und des UEFA Cups gegenüberstanden. Beim Duell in Europa setzte sich wieder Werder durch - im Rückspiel dank eines Papierkügelchens, das HSV-Verteidiger Michael Gravgaard zur Verursachung einer Ecke zwang, die schließlich zum entscheidenden Tor für Bremen führte.

In den vergangenen Jahren ging es zwischen dem Vierten (HSV) und dem Dritten der ewigen Bundesliga-Tabelle aber regelmäßig nur noch um den Klassenerhalt.

Das letzte Duell: HSV - Werder 2:1

7. Mai 2008, Hamburg – Bremen 0:1

Der legendäre Auftritt von Tim Wiese: Den Fans in Hamburg stockte der Atem. Werder-Keeper Tim Wiese traf Ivica Olic bei seiner „Kung-Fu-Einlage“ am Hals. Der Kroate konnte weiterspielen, Wiese sah nur die Gelbe Karte. Bremen gewann mit 1:0 durch das Tor von Hugo Almeida (50.).

1. Mai 2004, Bremen – HSV 6:0

Erneut feierte Werder im Meisterschafts-Endspurt einen klaren Heimsieg gegen den HSV (31. Spieltag 2003/04) – und wieder stand beim HSV der Ersatzmann im Tor (Tom Starke) und machte bei einigen Gegentoren keine gute Figur (es blieb sein einziger Einsatz in der Startelf des HSV). Die Verfolger aus München tobten (und verpflichteten Starke doch Jahre später selbst), mussten in der Woche darauf aber den Bremern nach einer 1:3-Heimniederlage gegen Werder zum Titel gratulieren.

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29. Mai 1993, Bremen – HSV 5:0

Bremen gewann am 33. Spieltag das Nordderby klar und setzte sich erstmals in der Saison an die Tabellenspitze (vor Bayern, das an den ersten 32 Spieltagen immer geführt hatte) – nur wegen der besseren Tordifferenz (Bayern gewann zeitgleich, aber knapper). Im HSV-Tor stand Ersatzmann Nils Bahr und begünstigte mit einigen Patzern den klaren Werder-Erfolg. In der Woche darauf sicherte sich Bremen die Deutsche Meisterschaft vor Bayern, Bahr (bis zum 16. Lebensjahr Feldspieler) bestritt anschließend nie wieder ein Bundesliga-Spiel.

29. Januar 1983, Bremen – HSV 3:2

Nach 36 Bundesliga-Spielen ohne Niederlage (lange ewiger Bundesliga-Rekord, erst vor kurzem von Bayern gebrochen) verlor der HSV wieder. Am Ende der Saison wurde Hamburg in einem knappen Finale dennoch Deutscher Meister vor den punktgleichen Bremern (die bis heute letzte HSV-Meisterschaft). Es fegten orkanartige Winde durch das Weser-Stadion, Bremen nutzte vor der Pause geschickt den Rückenwind (führte zur Pause 2:0).

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27. November 1971, Hamburg – Bremen 2:1

Demütigung für Werder: Die Bremer verloren in Hamburg mit 1:2. Viel schlimmer als die Niederlage war für die Grün-Weißen, dass sie die zweite Hälfte in HSV-Trikots bestreiten mussten. Schiedsrichter Eschweiler ähnelten die rot-weißen Werder-Jerseys zu sehr denen des HSV. Da Werder keinen Ersatz beschaffen konnte, mussten die Bremer nach der Pause in Trikots des Nordrivalen weiterspielen.

Alexander Barklage

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