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Bundesliga

02.02.2016 - 11:10 Uhr


Christian Pulisic: Ein Traum wird wahr

Thomas Tuchel lobt seinen Schützling: "Es ist eine große Freude, den Jungen dabei zu haben"

Der US-Amerikanische Juniorennationalspieler besticht durch seine Technik und seine Schnelligkeit

Dortmund - Da stand dieser junge Mann noch lange nach dem Abpfiff, strahlte über das ganze Gesicht und konnte es noch immer nicht so ganz glauben: Mit 17 Jahren erlebte Christian Pulisic beim Spiel des BVB gegen Ingolstadt das, wovon Millionen Teenager träumen: Der US-Boy feierte im Trikot von Borussia Dortmund sein Bundesligadebüt, durfte 22 Minuten lang erstmals Profiluft schnuppern – und setzte auf Anhieb ein Ausrufezeichen.

22 Minuten vor über 81.000 Zuschauern in einem ausverkauften Stadion. Und dann zauberte der Youngster direkt ein, zwei Aktionen auf den Platz, als hätte er seit Jahren nichts anderes gemacht. "Christian hat den Mut aus dem Training auch im Spiel gezeigt", zollte Thomas Tuchel ihm nach der Partie ein dickes Lob. Selbstbewusst hatte er sich im Mittelfeld auf der linken Seite den Ball geschnappt, hatte das Tempo angezogen, war dynamisch ins Dribbling gegangen, hatte die Gegner aussteigen lassen und den Ball von der Grundlinie gefährlich in die Mitte gebracht.

Riesiges Potenzial

Nach Nervosität sah das alles überhaupt nicht auf. Frech und mit sichtlichem Spaß spielte Pulisic auf. Er sorgte direkt für frischen Schwung im Dortmunder Offensivspiel, das zuvor etwas träge daher gekommen kam und deutete sein riesiges Potenzial gleich mehrfach an. War er denn wirklich gar nicht aufgeregt? "Klar war ich nervös", lachte der 17-Jährige im Gespräch nach dem Spiel. "Aber der Trainer hat mir bei der Einwechslung gesagt: ‚Genieß den Einsatz! Du kannst das!‘ Und ich habe sehr hart für diesen Tag gearbeitet."

Nicht nur die Einwechslung an sich, auch dieser Dialog zeigt das Vertrauen, das Thomas Tuchel seinem Nachwuchsspieler entgegen bringt. Im Winter durfte der Amerikaner mit kroatischen Wurzeln sich erstmals zusammen mit den Profis dem Cheftrainer der Dortmunder präsentieren. Für den U19-Spieler des BVB ging es zusammen mit Hummels, Reus und Co. nach Dubai ins Trainingslager, er durfte sich in den Testspielen an der Seite der Weltmeister und Nationalspieler beweisen. Dass der offensiv vielseitig einsetzbare Pulisic dabei gleich zwei Treffer erzielte, passte ins Bild und war für Tuchel ein wichtiger Schritt in Sachen Selbstvertrauen: "Er hat gesehen, dass er getragen von der Mannschaft auf diesem Niveau mithalten kann."

Spagat zwischen Demut und Selbstbewusstsein

Trotz des Selbstbewusstseins verliert der schnelle und technisch versierte Christian Pulisic aber auch nicht die nötige Portion Demut, die es braucht, um wirklich eine große Karriere zu starten. "Wir müssen Respekt vor den Profis haben, aber wir müssen auch jeden Tag um unseren Platz in dieser Mannschaft kämpfen", hat er diesen Spagat selbst beschrieben. Bei den prominenten Kollegen kommt das gut, zumal der Mittelfeldspieler auch mit seiner freundlichen, bescheidenen Art punkten kann. "Er hat immer ein Lächeln auf den Lippen", bestätigt Thomas Tuchel.

Vieles spricht dafür, dass der Junge aus Pennsylvania beim BVB den Weg gehen wird, den vor ihm bereits Spieler wie Erik Durm, Marcel Schmelzer und Nuri Sahin bestritten haben – aus der eigenen Jugend hin zum Leistungsträger bei den Profis. Wie bei Sahin war es auch bei Christian Pulisic fast ein nahtloser Übergang von der B-Jugend in die Bundesliga, in deren Annalen er nun mit 17 Jahren und 134 Tagen als achtjüngster Profi der Geschichte eingegangen ist. Knapp zwei Jahre lebt er erst in Deutschland, feierte 2015 mit der Borussia gleich die B-Junioren-Meisterschaft. Aktuell spielt er in der U19-Mannschaft eine tragende Rolle, mit der er im Sommer den Meistertitel in der Bundesliga-West anstrebt.

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Bedarf auf den Außenbahnen

Künftig aber dürfte Pulisic häufiger bei den Profis auftauchen. Nach den Abgängen von Jonas Hofmann und Adnan Januzaj besteht Bedarf an neuen Alternativen auf der offensiven Außenbahn. Der Edeltechniker hat nicht erst mit seinem Kurzeinsatz bewiesen, dass er der Mannschaft helfen kann. Und Thomas Tuchel will seine neue Nummer 22 nicht mehr missen: "Es ist eine große Freude, den Jungen dabei zu haben."

Aus Dortmund berichtet Dietmar Nolte

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