Champions League

09.03.2017 - 11:47 Uhr


Christian Pulisic bleibt beim BVB auf der Überholspur

Christian Pulisic darf jubeln - er ist Dortmunds jüngster Torschütze in der Champions League

Dortmund - Christian Pulisic bleibt sich treu – und bricht einen Rekord nach dem anderen. Mit seinem Treffer beim 4:0-Sieg von Borussia Dortmund über Benfica Lissabon hat sich der 18-Jährige jetzt als jüngster Dortmunder Torschütze aller Zeiten in der Champions League in die Geschichtsbücher eingetragen. Die Partie war einmal mehr ein Beweis, dass sich der US-Boy bei der Borussia längst zum Leistungsträger entwickelt hat.

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Nach dem Spiel stand er vor den Kameras, wirkte fast ein bisschen schüchtern und konnte es kaum fassen. "Incredible", unglaublich, fand er selbst die Tatsache, mit einer Vorlage und einem Tor zum fulminanten 4:0-Erfolg beigetragen und den BVB ins Viertelfinale der europäischen Königsklasse katapultiert zu haben. "Jedes Tor ist ein richtig großartiges Gefühl, aber in so einem Spiel in der Champions League, vor so einer Kulisse und dann auch noch in einem K.o.-Spiel – das ist ein unglaubliches Gefühl. Das werde ich definitiv nicht vergessen."

Wie Pulisic den Ball da in der 59. Minute über Benficas Torhüter Ederson lupfte, das hatte etwas von jener Coolness, Unbekümmertheit und zugleich Abgeklärtheit, die den Youngster auf dem Platz generell auszeichnet. "Auba hat mir ein bisschen gezeigt, wie ich den Ball perfekt chippe", grinste er später mit schönen Grüßen an den dreifachen Torschützen Pierre-Emerick Aubameyang. Das mag zum Teil sogar stimmen, weil Pulisic ein bescheidener Typ ist, der alles offen und bereitwillig aufsaugt, was ihm seine erfahrenen Kollegen mit auf den Weg geben. Andererseits ist es aber auch echtes Understatement, denn dieser Christian Pulisic bringt selbst schon so viel mit, ist technisch versiert, wirbelt mit hohem Tempo über den Platz und sorgt mit seinen Dribblings für ständige Torgefahr.

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Geschwindigkeit und Dynamik auf den Platz bringen, Mut beweisen, sich dabei immer in den Dienst der Mannschaft stellen – das sind Dinge, die Thomas Tuchel an seiner Nummer 22 schätzt. Dem Trainer imponiert aber neben den fußballerischen Fähigkeiten noch etwas. "Er ist ein Spieler, der nie aufgibt", hat er Pulisic nach dem Sieg über Lissabon gelobt. "Das Besondere an ihm ist, dass er kritikfähig ist und immer seine Intensität beibehält. Zusammen mit dem Team hat er eine außergewöhnliche zweite Hälfte gespielt."

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Und er hat seinem Coach das Vertrauen zurückgezahlt, dass dieser immer wieder und immer mehr in ihn setzt. Immerhin galt es zuletzt erst in der Bundesliga gegen Leverkusen und nun auch auf internationalem Niveau gegen die Portugiesen, einen Spieler wie Marco Reus zu ersetzen, der noch bis Anfang April verletzt ausfallen wird. Dass Tuchels Wahl dabei auf Pulisic fiel, zeigt die Wertschätzung, die der US-Amerikaner im Trainerteam, in der Mannschaft und im gesamten Club genießt.

Jüngster Champions-League-Torschütze

Am Wochenende gegen Bayer 04 Leverkusen dankte es Christian Pulisic mit einem Treffer und einer Vorlage, gegen Benfica wiederholte er das Kunststück. Mit exakt 18 Jahren, fünf Monaten und 18 Tagen beförderte sich der Offensivspieler am Mittwochabend zum jüngsten Torschützen der Dortmunder Champions-League-Geschichte. Ein weiteres Kapitel im dicken Buch seiner Rekorde, die der Youngster einen nach dem anderen aufstellt - ob als jüngster ausländischer Torschütze der Bundesliga, als jüngster Torschütze in der WM-Qualifikation für sein Heimatland USA oder als jüngster BVB-Spieler, der je in der Champions League aufgelaufen ist.

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Gerade international scheint der Stern des Jungen aus Pennsylvania in dieser Saison besonders hell. In sechs der acht Spiele in der Champions League beorderte Thomas Tuchel seinen Hochtalentierten in die Startelf – eine Auszeichnung der besonderen Art für einen derart jungen Spieler in einem derart mit Stars gespickten Kader. Dabei hatte es zu Beginn dieser Spielzeit kurzzeitig mal so ausgesehen, als könnte die beindruckende Karriere von Christian Pulisic ein wenig ins Stocken geraten. Mit Ousmane Dembele und Emre Mor, Mario Götze und André Schürrle hatte der Shootingstar der Vorsaison plötzlich starke Konkurrenz auf seinem bevorzugten Einsatzgebiet, der offensiven Außenbahn.

"Eckpfeiler unserer Zukunft"

Dazu konnte er erst später ins Training einsteigen, weil er im Sommer noch bei der Copa America aktiv war. Aber der 18-Jährige blieb ruhig, trainierte hart und nutzte seine Chance, als sie sich bot. Als er am dritten Spieltag gegen Darmstadt sein Saisondebüt feierte, erzielte er gleich einen Treffer und verbuchte zwei Vorlagen. Seit dem 15. Spieltag hat er kein Spiel mehr für die Borussia verpasst.

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Ohne Zweifel hat sich Christian Pulisic vom hoffnungsvollen Talent mit Jokerqualitäten im Eiltempo zum vollwertigen Leistungsträger auf höchstem Niveau entwickelt. Deshalb ist man in Dortmund auch besonders froh, den umworbenen Ausnahmespieler vor kurzem langfristig gebunden zu haben. Wie sagte es Sportdirektor Michael Zorc doch bei der Vertragsverlängerung bis 2020? "Christian nimmt bereits jetzt einen hohen Stellenwert in der Mannschaft ein und kann zu einem Eckpfeiler unserer Zukunft heranwachsen."

Aus Dortmund berichtet Dietmar Nolte

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