Bundesliga

12.02.2017 - 16:07 Uhr


Chicharito: Der Knoten ist endlich geplatzt

Chicharito trifft wieder - und das auch noch sehr sehenswert

Leverkusen - Durchatmen in der BayArena. Nach einer starken Vorstellung gewann Bayer 04 Leverkusen gegen Eintracht Frankfurt verdient mit 3:0. Die Werkself gab nach zwei Niederlagen zuvor eine starke Antwort und erzielte drei wunderschön herausgespielte Tore. Besonders der Doppelpack von Chicharito begeisterte die Fans.

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Javier Hernandez, bestens bekannt als Chicharito, ist wieder da. Die lange Durststrecke, als er zwischen dem 7. und 17. Spieltag in der Bundesliga ohne Treffer geblieben war, scheint nun endgültig beendet zu sein. Der Mexikaner spielte gegen die defensivstarken Frankfurter wie in seinen besten Zeiten auf und traf gleich doppelt. Und sehenswert. Zweimal vollendete er mit herrlichen Volleyschüssen, vor allem der Treffer zum 2:0 dürfte in seiner Entstehung und in seinem Abschluss beste Chancen in der Kategorie Tor des Monats haben.

In dieser Szene blitzte die zuletzt verschüttet geglaubte technische Extraklasse der Elf von Roger Schmidt auf. Julian Brandt trickste am linken Flügel zwei Gegenspieler aus und passte zum zentral stehenden Kevin Kampl. Der verlagerte das Spiel mit einem tollen Heber auf die rechte Seite, wo Karim Bellarabi den Ball volley zu Chicharito prallen ließ, der gekonnt vollendete. Das Strahlen war wieder auf seinem Gesicht, wenige Minuten später gab es stehende Ovationen bei seiner Auswechslung.

Immer noch gefährlichster Leverkusener Stürmer

"Wir wussten bei Chicharito, dass der Knoten wieder platzen wird", freute sich Bayer-Sportchef Rudi Völler. "Er hat in Orlando eine tolle Vorbereitung gemacht. Chicha hat sich viel vorgenommen und gezeigt, was für einen Riecher er hat und was für ein Torjäger er ist." Mit seinen Saisontreffern sieben und acht ist er immer noch mit Abstand der torgefährlichste Stürmer der Rheinländer.

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"Wenn er vorne mit Bällen gefüttert wird, schießt er immer seine Tore", lobt Kevin Kampl den Goalgetter. "Wir sind in den letzten Spielen nicht dahin gekommen, vorne klare Aktionen zu haben. Dann ist es auch schwer für einen Stürmer, seine Chancen zu nutzen. Heute wurde er gut in Szene gesetzt und konnte seine ganze Klasse beweisen. Er hat gezeigt, wie wichtig er für unsere Mannschaft ist. Speziell das zweite Tor war überragend."

In den 70 Minuten seines Mitwirkens lief er 7,76 Kilometer, schoss fünfmal aufs Tor und traf zweimal. "Die Spieler, die ein bisschen Ladehemmung hatten, haben getroffen. Das wird ihnen Selbstvertrauen geben", registrierte auch Bayer-Geschäftsführer Michael Schade zufrieden. Denn nicht nur Chicharito knipste, auch der für ihn eingewechselte Kevin Volland traf - übrigens erstmals in einem Bundesliga-Spiel für Bayer 04.

Die Konkurrenten gehen allesamt leer aus

So keimt rund um die BayArena wieder die Hoffnung auf, dass der Einzug ins internationale Geschäft doch noch möglich ist, zumal die Konkurrenten aus Leipzig, Dortmund und Berlin an diesem Samstag allesamt leer ausgingen. Es ist noch nicht alles verloren. "Aber nur weil wir ein Spiel gewonnen haben, werden wir jetzt keine Schampusflaschen aufmachen", bremst Rudi Völler. "Der Sieg gegen eine starke Frankfurter Mannschaft tut aber gut und gibt Selbstvertrauen vor den wichtigen Spielen in Augsburg und gegen Atletico Madrid."

In Augsburg startete Leverkusen in der vergangenen Spielzeit die große Aufholjagd, in dem die Werkself dort nach einem 0:3-Rückstand noch einen Punkt holte und anschließend sieben Siege in Folge einfuhr. "Es gibt Parallelen zur letzten Saison, als wir vor dem Augsburg-Spiel auch nur Siebter oder Achter waren", sagt Bayer-Keeper Bernd Leno. "Der Abstand ist zwar groß, aber nicht unaufholbar." Dafür muss die Werkself erneut eine Serie hinlegen - und Chicharito am besten wieder so treffen wie gegen Eintracht Frankfurt.

Aus Leverkusen berichtet Tobias Gonscherowski

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