Europa League

17.03.2016 - 09:23 Uhr


Borussia Dortmund als Favorit gegen Tottenham

Das Hinspiel gewann die Mannschaft vom BVB souverän

London - Entspannt und voller Vorfreude sieht Borussia Dortmund dem Europa-League-Achtelfinal-Rückspiel bei den Tottenham Hotspur entgegen. Kein Wunder, denn der BVB reist mit einem beruhigenden 3:0-Hinspielsieg an, doch Trainer Thomas Tuchel mahnte auf der Abschluss-Pressekonferenz, dass die "Spurs" gefährlich bleiben.

Marineblau und weiß sind die Vereinsfarben der Tottenham Hotspur und so war es nicht verwunderlich, dass BVB-Coach Thomas Tuchel und Abwehrspieler Mats Hummels die Abschluss-Pressekonferenz in der Lillywhite Lounge abhielten. Nach der eindrucksvollen Leistung aus dem Hinspiel vom vergangenen Donnerstag gehen die Schwarz-Gelben als großer Favorit in das Rückspiel an der altehrwürdigen White Hart Lane. Es wird vermutlich das letzte Mal sein, dass der BVB in diesem 1899 erbauten Stadion spielen wird. Die "Lane", wie das Stadion von den eigenen Fans liebevoll genannt wird, wird ausgemustert. In der unmittelbaren Nachbarschaft soll ein neues reines Fußballstadion entstehen, das 60.000 Zuschauern Platz bieten soll. Die Fertigstellung ist bereits für 2017 geplant.

Hummels: Schnelles Tor soll alle Zweifel beseitigen

"Wir wissen, dass wir noch mal arbeiten müssen. Und wir wissen, um die Qualität Tottenhams. Teams treten zuhause oft anders auf als auswärts", erklärte Mats Hummels und fügte an. "Wir sind aber klarer Favorit. Es besteht die große Chance die nächste Runde zu erreichen. Mit einem schnellen Tor wollen wir die letzten Zweifel beseitigen." Im Gegensatz zur Vorwoche als Tottenhams Trainer Mauricio Pochettino einige Stammspieler schonte, wird er vor eigener Kulisse seine Stars spielen lassen. Allen voran Harry Kane. Die Fertigkeiten des Stürmers sind auch Hummels nicht verborgen geblieben. "Er ist sehr gefährlich, ich habe die beiden Tore am Sonntag gegen Aston Villa im Fernsehen gesehen", erklärte Hummels. Der 27-Jährige ist derzeit in einer sehr guten Form, das bestätigte auch Trainer Tuchel zuletzt. "Mein körperlicher Zustand ist sehr gut", erklärte Hummels, obwohl der BVB in der aktuellen Saison schon über 40 Pflichtspiele absolvieren musste. "Das Programm ist schon extrem, so etwas habe in meiner Zeit beim BVB noch nicht erlebt", so Hummels.

BVB will agieren, nicht reagieren

Ohne die verletzten Ilkay Gündogan und Sven Bender traten die Dortmunder am Mittwoch die Reise nach London an. Hinter dem Einsatz von Erik Durm steht, laut Tuchel, noch ein Fragezeichen. Alle anderen Spieler können auflaufen. Schonen wird der Trainer, ob der guten Ausgangsposition, aber keinen. Ganz im Gegenteil: "Das Ergebnis ändert nichts an unserer Herangehensweise. Hier her zu kommen und zu wissen, dass meine Mannschaft nicht nur hier gewinnen kann, sondern unbedingt gewinnen will, ist ein tolles Gefühl", erklärte Tuchel auf der PK in fließendem Englisch.

"Wenn wir das gelbe Trikot überziehen, dann sehen wir es als Verpflichtung, alles zu geben und unsere Fans zu unterhalten. Ich bin froh, dass meine Spieler diese Mentalität zeigen." Wenn der BVB spielt, will er gewinnen, sagte Tuchel, der am Donnerstagabend mit der bestmöglichen Elf antreten will.

BVB schied nach 3:0 schon einmal aus

Das ein 3:0-Hinspielerfolg (der Spielbericht) manchmal nicht reichen kann, mussten die Dortmunder schon einmal am eigenen Leibe feststellen. In der Saison 1987/88 verlor der BVB das Rückspiel im damaligen UEFA-Pokal beim FC Brügge 0:5 nach Verlängerung. In der Europa-League-Geschichte erreichte nur eine Mannschaft nach einer Hinspiel-Niederlage mit drei Toren Differenz noch die nächste Runde. Valencia besiegte nach einem 0:3 im Viertelfinale 2013/14 den FC Basel 5:0 nach Verlängerung. Vorsicht BVB: Die Tottenham Hotspur sind sehr heimstark und gewannen alle vier Spiele an der White Hart Lane in diesem Wettbewerb. Die letzten beiden Partien sogar mit drei Toren Unterschied (3:0 gegen Florenz und 4:1 gegen Monaco).

Die Europa League war für den BVB bislang nicht total im Fokus, doch nach bereits neun absolvierten Spielen haben sich die Schwarz-Gelben mit dem Wettbewerb angefreundet. Deswegen gebe es auch keine Prioritätenliste hinsichtlich der Wettbewerbe. "Natürlich ist die Champions League in den nächsten Jahren unser Ziel, aber in diesem Jahr haben wir nun einmal die vielleicht einmalige Chance, in der Europa League weit zu kommen. A chance of lifetime", wie Tuchel referierte.

Aus London berichtet Alexander Barklage

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