Bundesliga

20.07.2016 - 11:14 Uhr


HSV-Trainer Bruno Labbadia: "Wir wollen einen Schritt vorankommen"

Hamburg - Bruno Labbadia war sehr großzügig. Der Trainer des Hamburger SV spendierte seiner Mannschaft bis kommenden Sonntag acht freie Trainingstage. Am Wochenende steigen dann auch die restlichen (National)-Spieler ins Training ein. bundesliga.de sprach mit Labbadia über den Stand der Vorbereitung und warum es keine einzige Sekunde gibt, in der er nicht an den HSV denkt.

bundesliga.de: Herr Labbadia, noch sind es fünf Wochen bis zum Bundesliga-Start zuhause gegen den FC Ingolstadt. Mit welchem Saisonziel geht der HSV in die kommende Saison?

Bruno Labbadia: Uns ist bewusst, dass unfassbar viel harte Arbeit vom gesamten Team notwendig war, um in der vergangenen Saison auf dem 10. Platz abzuschließen. Trotzdem hätte ich gerne gesehen, dass wir noch einen Schritt mehr machen - den wollen wir in der kommenden Saison gehen.

bundesliga.de: In der vergangenen Saison fehlte dem HSV vor allem Konstanz. Nur einmal in der ganzen Saison konnten die Rothosen zwei Spiele in Folge gewinnen. Niederlagen, Siege und Unentschieden wechselten sich häufig ab. Wie wollen Sie konstanter werden?

Labbadia: Konstanz ist nichts, das man durch gezielte Übungen auf dem Platz trainieren kann. Vielmehr versuchen wir, unsere Qualität insgesamt zu steigern. Wenn uns das gelingt, sind wir auch häufiger für Siege gut und können vielleicht sogar mal eine Serie starten.

bundesliga.de: Ein Neuzugang sticht beim HSV besonders ins Auge ob seiner aufregenden Geschichte. Bakery Jatta ist als Flüchtling nach Deutschland gekommen und wurde nach einem Probetraining jetzt verpflichtet. Was können Sie über den Jungen sagen? Welche besonderen Fähigkeiten hat er, und auf welcher Position sehen Sie ihn?

>>>Hier geht es zum Artikel "Die Wartezeit von Jatta ist vorbei"

Labbadia: Bakery Jatta hat eine sehr bewegende Geschichte hinter sich. Aber selbstverständlich ist das nicht der Grund, weshalb wir ihn verpflichtet haben. Ihn zeichnen eine auch für Bundesligaverhältnisse außergewöhnliche Physis und Schnelligkeit aus, mit der er auf den offensiven Außenbahnen eingesetzt werden kann. Gleichzeitig hat er natürlich in allen technisch-taktischen Bereichen viel aufzuholen. Wir alle, inklusive der Medien, tragen eine Verantwortung und sollten ihm Zeit geben, sich in Hamburg und beim HSV zu akklimatisieren.

bundesliga.de: Vom SV Darmstadt hat der HSV Torwart Christian Mathenia verpflichtet. Wird es einen offenen Konkurrenzkampf mit Platzhirsch René Adler geben?

Labbadia: René Adler ist ein gestandener Spieler. Er hat eine starke Saison gespielt. Christian Mathenia haben wir geholt, weil wir in ihm großes Potenzial sehen. Er darf den Konkurrenzkampf gerne ankurbeln.

bundesliga.de: Für den Angriff hat der HSV relativ früh Bobby Wood von Union Berlin verpflichtet. Der US-Amerikaner spielte sich bei der Copa America in den Vordergrund. Ist er der große Hoffnungsträger im Sturm? Was erwarten Sie sich vom ihm?

Labbadia: Bobby Wood stößt aus der 2. Bundesliga zu uns. Ihn als den großen Hoffnungsträger zu titulieren, wäre deshalb falsch. Dennoch hat er bei Union Berlin eine tolle Saison gespielt und in der Nationalmannschaft bestätigt, dass er einen weiteren Entwicklungsschritt genommen hat. Ich bin davon überzeugt, dass er uns mit seinen Qualitäten sehr weiterhelfen wird.

bundesliga.de: Was machen Sie in Ihrer spärlichen freien Zeit, und wie schalten Sie am besten ab? Gibt es einen Tag, an dem Sie keinen Gedanken an den HSV verschwenden?

Labbadia: Den gibt es nicht (lacht). Aber ich habe gelernt, mir regelmäßig wieder Pausen zu nehmen, auch wenn es nur zwei Stunden sind. Das klappt nicht immer, oftmals reichen aber auch ganz banale Dinge wie ein Kinobesuch mit der Familie, um ein wenig Abstand zum Fußball und zur Engstirnigkeit, in die man als Trainer leicht gerät, zu gewinnen. Man ist tagtäglich in einem ganz bestimmten Kosmos und kann sich nur weiterentwickeln, wenn man sich mal komplett rausnimmt, seine Sichtweise verändert und mal mit anderen Menschen spricht, die nichts mit dem Fußball zu tun haben. Oftmals kann man dort wertvolle Eindrücke sammeln, die einem dann im Beruf wieder weiterhelfen.

Video: Die stimmungsvolle Heimat des HSV

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