Bundesliga

03.10.2016 - 09:10 Uhr


"Das 4:0 war definitiv ein Ausrufezeichen"

Gemeinsam bejubeln Breel Embolo und Eric Maxim Choupo-Moting den ersten Schalker Sieg

Gelsenkirchen - Der FC Schalke 04 schießt sich mit einem 4:0-Erfolg über Borussia Mönchengladbach zum ersten Saisonsieg und feiert seine endlich treffsichere Offensivabteilung. Eric Maxim Choupo-Motings Elfmetertor legte den Grundstein, Breel Embolo glänzte sogar mit einem Doppelpack. Nach dem Spiel sprachen die beiden Schalker im Interview gemeinsam über Druck vor dem Spiel, einen coolen Strafstoß, einen Treffer mit Ansage sowie neues Selbstvertrauen.

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Frage: Breel Embolo, Sie dürften sich mit Ihren zwei Treffern auf einen Schlag jede Menge Selbstvertrauen geholt haben.

Breel Embolo: Wenn die Mannschaft funktioniert, dann funktioniert auch jeder einzelne Spieler. Das haben wir schon am Donnerstag gegen Salzburg gezeigt und jetzt haben wir es bestätigt. Es geht steil nach oben. Genauso wollen wir weitermachen.

Frage: Nach Ihren Treffern sind Sie zur Bank gelaufen und haben dort gefeiert.

Embolo: Ich bin zu unserem Zeugwart Enrico Heil gelaufen. Er hatte mir vor dem Spiel prophezeit, dass ich treffe. Und unsere Zeugwarte haben extra noch meine Stollen gewechselt, damit ich vor dem Tor nicht ausrutsche. Es hat geholfen und darum haben wir nach meinem Tor zusammen gefeiert.

"Die Unterstützung der Fans war immer da"

Frage: Beim Torjubel haben Sie sich beide Male die Ohren zugehalten. Was hatte das zu bedeuten?

Embolo: Es wurde von außen so viel geredet und geschrieben über diese Mannschaft, die sehr viel Potenzial hat. Wir sind selbst immer ruhig geblieben, haben zusammengehalten und viel gearbeitet. Und die Unterstützung unserer Fans war immer positiv. Jetzt wollten wir das endlich zurückzahlen mit dem ersten Sieg, was uns zum Glück gelungen ist. Es gilt jetzt, diese Leistung zu bestätigen. Dafür müssen wir jeden Tag weiter arbeiten. So, wie wir es in den letzten Wochen gemacht haben – mit viel Freude und einer positiven Einstellung.

Frage: Wie haben Sie Breel Embolo in diesem Spieler erlebt, Eric-Maxim Choupo-Moting?

Eric Maxim Choupo-Moting: Er war der "Man oft he Match" mit seinen zwei Toren. Ich freue mich sehr für ihn, weil er hart gearbeitet hat – auch schon in den letzten Spielen. Es ist leider oft so, dass Außenstehende einen Stürmer immer nur an seinen Toren messen. Dabei vergisst man die Arbeit, die er investiert. Wir waren alle in einer schwierigen Situation, in der dann oft die Offensivspieler kritisiert werden, wenn keine Tore fallen. Aber das haben wir alle und das hat auch Breel gut ausgeblendet. Gegen Gladbach hat er sich belohnt und uns allen sehr geholfen.

"Am Ende war es ein verdienter Sieg"

Frage: Wie groß war denn die Anspannung vor der Partie?

Choupo-Moting: Natürlich war Druck da für uns. Mir war beim Strafstoß klar, dass es uns nochmal doppelte Energie gibt, wenn wir in Führung gehen können. Nach dem 1:0 hat man auch gesehen, wie viel Power wir noch hatten. Dass wir uns dann mit den schnellen Toren so belohnt haben, war umso schöner. Am Ende war es ein verdienter Sieg und ein wichtiger Schritt in die richtige Richtung. Es war definitiv ein Ausrufezeichen, weil wir gegen eine sehr gute Mannschaft gespielt haben. Wir haben gesehen, dass wir die Qualität haben, gegen fast jeden zu gewinnen. Trotzdem müssen wir uns alle bewusst sein, dass wir erst drei Punkte auf dem Konto haben. Wir stehen immer noch weit unten.

Frage: Sie haben Ihr Elfmetertor angesprochen. Waren Sie eingeteilt, weil mit Klaas-Jan Huntelaar der etatmäßige Schütze gefehlt hat?

Choupo-Moting: Ich war als Elferschütze vorgesehen, auch in den letzten Spielen. Wenn jemand anderes hätte unbedingt schießen wollen, wäre es für mich auch okay gewesen. Deswegen streiten wir uns nicht. Aber ich hatte ein gutes Gefühl und wollte ihn auf jeden Fall mit viel Schmackes schießen. Ich habe schon einige in meiner Karriere verwandelt und dabei eine ganz gute Quote. Sieben Elfer habe ich reingemacht und nur einen gegen Bayern verschossen. Es war schon der zweite Elfer, den ich gegen Yann Sommer verwandelt habe.

"Wir haben eine gute Reaktion gezeigt"

Frage: Welche Rolle hat beim ersten Bundesliga-Sieg der Saison die intensive Rede gespielt, die Christian Heidel in der Woche vor der Mannschaft gehalten hat?

Choupo-Moting: Es war eine Erinnerung daran, dass man bewusst mit dieser Situation umgehen und sie sehr ernst nehmen muss. Das haben wir auch getan. Es war keine Brandrede. Aber vielleicht eine Rede, die wir gebraucht haben. Jedenfalls haben wir gegen Gladbach eine gute Reaktion gezeigt.

Embolo: Es ging darum, uns noch einmal aufzuzeigen, wo wir stehen und alles Revue passieren zu lassen. Uns als Mannschaft ist auch zu 100 Prozent klar, dass wir dort unten nicht hingehören. Wir wollen alle zusammen da raus.

Frage: Jetzt steht allerdings erst einmal die Länderspielpause an, die Ihnen gar nicht so gelegen kommen dürfte.

Embolo: Wenn man den Trainer fragt, wäre es ihm wohl am liebsten, wenn alle auf Schalke bleiben. Aber die Länderspiele gehören eben dazu, das betrifft die anderen Mannschaften ja auch. Wichtig ist, dass wir nach der Rückkehr den Fokus ganz schnell wieder voll auf den Verein legen.

Choupo-Moting: Auf der einen Seite ist es vielleicht etwas unglücklich. Auf der anderen Seite war es genau der richtige Moment, um zu gewinnen. Mit einer Niederlage in die Länderspielpause zu gehen, wäre alles andere als schön gewesen.

Aus Gelsenkirchen berichtet Dietmar Nolte

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