Champions League

15.09.2016 - 10:23 Uhr


Borussia feiert Traumstart mit Rekorden und Debüts

Nach 1250 Tagen trifft Mario Götze wieder für den BVB. Christian Pulisic jubelt mit, der Amerikaner ist der jüngste Dortmunder in Champions League

Warschau. Borussia Dortmund ist eindrucksvoll in die neue Champions-League-Saison gestartet. In Warschau gewann die Mannschaft von Trainer Thomas Tuchel mit 6:0 und feierte damit nicht nur den höchsten Sieg des BVB in der Königsklasse, sondern auch noch jede Menge Premieren und einen neuen BVB-Rekord.

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Nach 21 Jahren ohne Königsklasse war es für Legia Warschau ein Festtag. Vor der Partie zeigten die Legia-Fans eine beeindruckende Choreographie. Es war fast fürchteinflößend, doch der BVB ließ sich am Mittwochabend von nichts und niemand einschüchternd.

Mit drei Änderungen wartete Trainer Thomas Tuchel im Gegensatz zur 0:1-Niederlage in Leipzig auf.  Pulisic, Dembele und Guerreiro ersetzten Castro, Rode und Schürrle, der mit einer Innenbanddehnung im Knie kurzfristig passen musste. Insgesamt feierten sechs Spieler des BVB ihr Champions-League-Debüt.

Video: Tuchels BVB

Götze trifft nach 1250 Tagen wieder für den BVB

Von Beginn agierten die Schwarz-Gelben im Hexenkessel Wojska Polskiego äußerst konzentriert. "Es war wichtig, früh in Führung zu gehen", erklärte Dortmunds spanischer Abwehrspieler Marc Bartra, der einer der sechs verschiedenen Torschützen war. Bereits nach sieben Minute führten die Borussen. Rückkehrer Mario Götze traf per Kopf nach einem Freistoß von Ousmane Dembele. Es war das erste Tor des Weltmeisters im Trikot des BVB seit 1250 Tagen!

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Der Treffer beflügelte Götze, er bildete zusammen mit dem portugiesischen Europameister Raphael Guerreio das offensive Mittelfeld. "Man sieht ja, dass ihm jetzt die Dinge auch gelingen, dass die Leichtigkeit wiederkommt", freute sich BVB-Sportdirektor Michael Zorc über Götzes Leistung. "Er braucht noch ein bisschen körperliche Widerstandsfähigkeit, um dann auch über 90 Minuten zu gehen. Fußballerisch gibt es ja eh keine Zweifel." Götze selbst tat der Treffer sichtlich gut: "Wir wollten gut in die Gruppenphase starten. Das war das Allerwichtigste. Dass ich persönlich getroffen habe, ist umso schöner. Ich fühle mich grundsätzlich gut und wohl."

Guerreiro trumpft richtig auf

Neben Götze stellte Tuchel etwas überraschend Neuzugang Raphael Guerreiro auf. Der Portugiese ist gelernter Linksverteidiger, doch der BVB-Trainer hatte dieses Mal andere Pläne mit dem Europameister. "Er hat das sehr gut gemacht", lobte auch Götze. Allerdings machten es die Polen dem BVB auch sehr leicht. Von Anfang war Legia deutlich unterlegen, zu groß war der Respekt der Polen. Dennoch muss man sechs Tore in der Champions League erst einmal schießen.

Deshalb hatte Trainer Tuchel auf der Pressekonferenz nach dem Spiel auch nichts an der Leistung seiner Elf zu kritisieren: "Heute gibt es nichts auszusetzen. Wenn wir die Geschwindigkeit drinhaben, die Pace hochhalten, dann sind wir gut. Sobald wir denken, dass es mit etwas weniger Geschwindigkeit geht, auch um uns zu erholen, dann wird es fehlerhaft und es gibt auch mal ein paar gegnerische Torschüsse. Insgesamt gibt es aber kein Haar in der Suppe, sondern ein dickes Kompliment an die Mannschaft."

Pulisic mit BVB-Rekord

Für viele BVB-Spieler war es ein außergewöhnlicher Abend. "Es ist schon etwas Besonderes, wenn man zum ersten Mal die Hymne hört", erklärte Mittelfeldmann Julian Weigl. Neben Weigl debütierten auch Torwart Roman Bürki, Raphael Guerreiro, Ousmane Dembele, Christian Pulisic und Emre Mor in der Champions League. Der US-amerikanische Nationalspieler Pulisic stellte sogar noch einen Rekord auf. Mit seinen 17 Jahren ist Pulisic der jüngste Spieler, der je für den BVB in der Champions League zum Einsatz kam. Es war auch der höchste BVB-Sieg in der Königsklasse überhaupt. Überbewerten wollten alle Beteiligten den deutlichen Auswärtserfolg jedoch nicht. "Wir wissen das Ergebnis richtig einzuordnen, es war nicht Real Madrid. Aber trotzdem tut das gut, dass gibt uns weiteres Selbstvertrauen", erklärte Sportchef Michael Zorc.

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Auch für Tuchel war es an der Seitenlinie das erste Mal Champions League: "Schöner hätte die Premiere nicht verlaufen können. Hätten wir uns etwas wünschen dürfen, hätten wir uns wahrscheinlich nicht getraut, uns so einen Auftakt zu wünschen", freute sich der BVB-Coach.

Am Samstag kommt Darmstadt

Bereits am Samstag müssen die Dortmunder in der Bundesliga wieder ran. Gegner ist der SV Darmstadt 98. Gegen die Lilien tat sich der BVB zuhause vor fast genau einem Jahr sehr schwer und spielte nur 2:2. Das soll am Samstag anders werden. "Das wird natürlich ein komplett anderes Spiel als gegen Warschau. Es ist wichtig, dass wir wieder zuhause spielen. Im eigenen Stadion wollen und müssen wir unsere Spiele gewinnen. Darmstadt wird sicherlich schwerer als Legia", warnt BVB-Keeper Bürki.

Aus Warschau berichtet Alexander Barklage

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