Bundesliga

03.10.2016 - 18:22 Uhr


Lehrgeld gegen Leverkusen: Dortmunder Jugend forscht

Leverkusen - Borussia Dortmund bleibt in dieser Saison eine Mannschaft der Extreme. Entweder produziert die Elf von Thomas Tuchel Tore am Fließband, wie die 16 erzielten Treffer bei den vier Siegen in der Bundesliga belegen. Oder sie trifft gar nicht wie am Samstag beim 0:2 in Leverkusen und schon zuvor bei der 0:1-Niederlage in Leipzig.

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Gegen aggressiv pressende Gegner tut sich das erneut sehr junge Personal der Westfalen schwer. In der BayArena zahlten Youngster wie Christian Pulisic, Julian Weigl, Ousmane Dembele oder Emre Mor Lehrgeld. Doch Rückschläge sind für die Abteilung "Jugend forscht" völlig normal und auch vom Trainer einkalkuliert. Zumal in Leverkusen kaum ein Borusse nach den vielen anstrengenden englischen Wochen Normalform erreichte. Für die jungen Wilden gilt es, aus den Fehlern zu lernen und gestärkt daraus hervorzugehen.

Supertalente haben sich längst bewiesen

Thomas Tuchel hatte erneut Mut bewiesen. Mit seiner Aufstellung beim Topspiel in Leverkusen überraschte er viele Experten. Seinen Kapitän Marcel Schmelzer ließ der Coach zunächst ebenso auf der Bank, wie Weltmeister Mario Götze oder die Routiniers Shinji Kagawa und Nuri Sahin. Statt den etablierten Stars beorderte Tuchel die beiden Teenager Pulisic (18) und Dembele (19) in die Startelf, dazu den kaum älteren Weigl (21) und nach der Pause Mor (19).

Ein großes Risiko ging der Trainer damit nicht ein, haben sich die Supertalente doch längst in der Bundesliga bewiesen und mit Ausnahme von Weigl auch in dieser Saison bereits unter die Torschützen des BVB gemischt. Dembele kommt bereits auf sechs Torbeteiligungen in den Pflichtspielen der noch jungen Saison. Er ist auch ligaweit der Spieler, der in die meisten Dribblings ging und über die Hälfte davon gewann.

Pulisic: Der bisher jüngste Spieler der Saison 2016/17

Christian Pulisic ist auch in dieser Spielzeit der jüngste aller eingesetzten Profis in der Bundesliga. Er war saisonübergreifend in den letzten sieben Bundesliga-Partien an fünf Treffern beteiligt (drei Tore, zwei Vorlagen). Verglichen mit den anderen Youngstern ist Julian Weigl bereits ein Routinier. Seine Fehlpassquote betrug in der letzten Saison nur acht Prozent, das war der Bestwert beim BVB. Trotz der Verpflichtung von Sebastian Rode konnte der 21-Jährige seinen Stammplatz verteidigen.

Die Niederlage in Leverkusen ließ sich nicht an einzelnen Spielern festmachen, schon gar nicht an den Jungstars. Die ganze Mannschaft verbockte die Partie. "Wir haben zu viele eigene Fehler gemacht, die uns sonst nicht passieren. Gerade im Aufbau", analysierte Gonzalo Castro. "Aber Leverkusen war auch exzellent eingestellt. Daraus müssen wir lernen, um es in Zukunft besser zu machen."

Parallelen zu Leipzig offensichtlich

Die Parallelen zur Dortmunder Niederlage in Leipzig am 2. Spieltag waren offensichtlich. "Leipzig und Leverkusen ähneln sich im System sehr. Beide verteidigen sehr offensiv. Gegen solche Mannschaften ist es immer sehr schwer, weil sie viel Unruhe ins Spiel bringen", so Castro weiter.

Da aber auch Bayern München seine Partie gegen den 1. FC Köln nicht gewinnen konnte, hielt sich der Dortmunder "Schaden" in Grenzen. Allerdings verpasste der BVB auch die Gelegenheit, näher an den Rekordmeister heranzurücken. Vier Punkte beträgt der Rückstand nun nach sechs absolvierten Runden.

Tugenden wie gegen Real gefordert

"Natürlich wollten wir nachziehen, weil Bayern Punkte liegengelassen hat", meinte Marcel Schmelzer nach dem Abpfiff. "Aber wir haben auch so in dieser Saison noch viel vor. Das Team ist erst relativ frisch zusammen. Deshalb nehmen wir uns die Zeit." Und noch ist in der Bundesliga natürlich nichts verloren.

Zudem bewies die Borussia in dieser Saison bereits Nehmerqualitäten wie beim Champions-League-Spiel gegen den Titelverteidiger Real Madrid, als sie zweimal nach einem Rückstand zurückkam. Die gleichen Tugenden sind nun auch im Bundesliga-Alltag gefordert. In knapp zwei Wochen empfängt der BVB im Topspiel den Überraschungs-Zweiten Hertha BSC. 

Aus Leverkusen berichtet Tobias Gonscherowski

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